Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Mit "Carrier of the Mask" hat Vinny-Vieh aka Anna Hörner einen äußerst ungewöhnlichen Manga erschaffen. Wir haben es uns nicht nehmen lassen und der Künstlerin ein paar Fragen zu ihrer Arbeit gestellt...!

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Aktuell in Japan:
17.10.: Nikko - Toshogu-Fest (regional) | 22.10.: Kyôtô – Fest des Zeitalter (jidai matsuri) (regional) | 03.11.: Hakone – Umzug der Feudalherren (hakone daimyo gyoretsu) (regional) | 03.11.: Tag der Kultur (bunka no hi) (gesetzlich) | 15.11.: Sieben-Fünf-Drei (shichi go san) (landesweit)

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Kampo

 
In Europa ist die so genannte ‚Kampo-Medizin’ bisher noch nicht sehr verbreitet. Es ist eine Methode, die seit dem 5. Jahrhundert immer weiter entwickelt und verbessert wurde und einen sehr großen Erfahrungsschatz vorweisen kann.
Kampo (dt. „chinesisches Verfahren“) ist eine aus China stammende, aber hauptsächlich in Japan angewandte Therapieform, die sich den Kombinationen von circa 200 verschiedenen Heilkräutern bedient und sich im Vergleich zu den alten chinesischen Traditionen mit den unzähligen Rezepturen auf ein paar sehr ausgewählte Mischungen beschränkt.
Von 600 bis 894 schickte Japan regelmäßig Botschafter nach China, wobei irgendwann auch die Traditionelle Chinesische Medizin nach Japan gelangte. Allerdings entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert daraus eine eigenständige, japanische Methode, die der Mediziner Tashiro Sanki mit seinen Lehren einleitete.
Heute ist Kampo ein fester Bestandteil der modernen Medizin und die Behandlung darf nur von ausgebildeten Ärzten oder Apothekern durchgeführt werden. Wissenschaftler haben reichliche Untersuchungen durchgeführt, die die Wirkung sichern und mögliche Gefahren ausschließen sollten und führten einen Standard für die Qualität der Heilmittel ein.
Aber wie genau funktioniert denn Kampo? Wie in vielen asiatischen Heiltraditionen werden Körper und Geist als ein Ganzes gesehen. Das führt dazu, dass Kampo-Therapeuten den Ursprung körperlicher Beschwerden in einer Störung des inneren Gleichgewichts sehen. Mit einem so genannten „Dekokt“, einem aus oben beschriebenen pflanzlichen Mitteln gekochtem Tee, versucht man, diese Balance wieder herzustellen und so den Patienten zu heilen.
Zunächst wird der Patient befragt und untersucht, vor allem die Zunge, der Puls und „hara“, der Bauch, der für die Japaner als Mittelpunkt des Körpers und Lebens gilt. Eines der wichtigsten Dinge dabei ist vor allem „Fukushin“, die in Japan entwickelte Bauchdeckendiagnostik.
Unmittelbar darauf wird mit der eigentlichen Behandlung begonnen.
Kampo hilft unter anderem bei Entzündungen, verschiedenen Störungen im Hormonhaushalt, bei der Verdauung und beim Stoffwechsel, aber auch bei Schmerzen und um einen verfrühten Alterungsprozess entgegenzusteuern. Man muss sich keine Sorgen um Nebenwirkungen machen und diese Art der Therapie hat nichts mit Esoterik und Philosophie zu tun, wie viele andere Naturheilverfahren.
Ein Rezept besteht aus mindestens vier pflanzlichen Einzelzutaten, häufig benutzt werden zum Beispiel Ingwer, Zimtrinde und Süßholz. Die getrockneten Pflanzenbestandteile, die dafür benötigt werden, kommen hauptsächlich aus China, Korea, Vietnam und Taiwan, da nur etwa 20% der Inhaltsstoffe direkt in Japan gezüchtet werden. Die Kräuter werden in Japan extrem streng kontrolliert, sodass man von bester Qualität und einem hohen Wirkstoffgehalt ausgehen kann.
Kampo ist ein Verfahren, dessen Wirksamkeit wissenschaftlich bestätigt ist und individuell auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnitten wird. Es hat nichts mit Esoterik zu tun, sondernd bedient sich ausschließlich verschiedener Heilpflanzen und ist in Japan auch bei Schulmedizinern anerkannt.





Autor: Teresa Schießl /  toastbrot95
Lektor: Christine Schäffer
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 25.02.2012
Bildcopyright: Wikimedia Commons


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