Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Und auch dieses Jahr hat unsere Redaktion keine Mühen gescheut, euch ihre Highlights des ausklingenden Jahres 2018 zu präsentieren und damit dem einen oder anderen vielleicht einen Denkanstoß zu geben, was er seinen Liebsten zu Weihnachten unter den Baum legen könnte...!

Weiterlesen

Aktuell in Japan:
23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich) | 23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich) | 23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich) | 23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich) | 23.12.: Geburt des Kaisers (gesetzlich)

Twittern Auf Facebook teilen
Pachinko - eine Wissenschaft für sich

 
Grelle Lichter. Laute, aus allen Ecken erschallende elektronische Musik. Ein Sprachengewirr. Das Klirren von Metallkugeln. Bildschirme flackern. Eine autonome Welt ohne Fenster. Eine japanische Pachinkohalle.
Pachinko (パチンコ) geht höchstwahrscheinlich auf das Geräusch einer abgefeuerten Kugel, pachin, zurück und bezeichnet eine Art des Glücksspiels, wie sie unter den Japanern äußerst beliebt ist. Hierbei werden an der Kasse kleine Metallkugeln gekauft, die dann in den Automaten gegeben werden. Das Ziel ist nun, eben jene Kugeln zu steuern und in bestimmte Löcher zu leiten, um weitere Kugeln zu erhalten.
Sieht man sich in einer Pachinkohalle um, erkennt man die Gewinner an den vollen Schalen mit Metallkugeln. Diese können anschließend an der Kasse ausschließlich gegen Sachpreise eingetauscht werden, da in Japan Geldspielverbot herrscht. Es ist jedoch möglich, diese Preise an der nächsten Straßenecke bei wartenden Händlern weiterzuverkaufen.
In einer Pachinkohalle drängen sich hunderte von Automaten dicht an dicht. Durchsagen übertönen die Kakophonie der Musik und werben für besondere Preise und Aktionen.

Pachinko gibt es seit den 20er Jahren. Ursprünglich ein Kinderspiel, entwickelten sie sich rasch zu einem Erwachsenenhobby und brachten die ersten Pachinkohallen mit sich, die lediglich während der Zeit des Zweiten Weltkriegs geschlossen, anschließend jedoch umso erfolgreicher wieder neueröffnet wurden.
Pachinko heutzutage als Hobby zu bezeichnen, reicht nicht aus, um seine Bedeutung hervorzuheben. Berufspachinkospieler existieren zu tausenden. Sie verdienen damit ihr Geld oder geben wenigstens an, es zu tun. Auf der anderen Seite ist die Zahl derjenigen, die ihrer eigenen Sucht zum Opfer gefallen sind und sich oder ihre Familien ruiniert haben oder es heute sogar noch tun, unbekannt.

So, wie bei jedem Glücksspiel, gibt es eben nicht nur die Gewinner. Das hält die Japaner jedoch nicht von ihrer Leidenschaft ab. Jährlich geben sie umgerechnet etwa 250 Milliarden Euro für Pachinko aus. Besonders abends und an den Wochenenden sind die Schlagen vor den Hallen lang und der Andrang ist immens.

Pachinko ist eine Wissenschaft für sich. Einige Spieler schwören auf ihre besondere Technik, doch lässt man den Blick durch eine japanische Pachinkohalle streifen, finden sich alle möglichen Arten von Teilnehmern:

Diejenigen, die regelrecht apathisch auf den Automaten starren und scheinbar wahllos auf die Tasten drücken. Andere, die vor einem bestimmten Automaten Schlange stehen, weil man an genau diesem speziellen Gerät mehr gewinnt als an den anderen. Und letztendlich gib es die Hobbyspieler, die aus Gewohnheit immer wieder kommen, um sich ein bisschen zu amüsieren.
 




Alleine für diese Eindrücke lohnt sich der Besuch einer Pachinkohalle. Und sei es, um sie anschließend mit klingelnden Ohren, einer etwas leereren Geldbörse und der Erkenntnis zu verlassen, dass Pachinko doch nicht viel anders ist als jedes sonstige Glücksspiel - nur noch ein bisschen verrückter.
Autor: Lisa-Marie Janßen
Lektor: Jennifer Brox
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 19.03.2012
Bildcopyright: Wikimedia Commons


X