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Marlee - Virtual Sex

Von tanzbaren Ohrwürmern über harten Elektro-Rock bis hin zu düster-bedrückenden Piano-Einlagen: Für Freunde von elektronischen Klängen und sexy Frauenstimmen ist auf „Virtual Sex“ von Marlee für jeden etwas dabei.
Künstler
Infobox

Label
Red Pain Records

Erscheinungstermin
09.06.2008

Anzahl CDs
1

Preis (UVP)
20,00 €

IMPORT

Im Jahre 2001 gründeten Sängerin Sachiko Ariyoshi und Gitarrist Jun Miyashita, genannt JM, das Projekt Marlee. Mit ihrer ersten Veröffentlichung ließen sich die beiden jedoch Zeit: Die EP „drainage“ erblickte erst im Frühjahr 2005 das Licht der Welt. Ziemlich genau ein Jahr später trat dann das dritte Mitglied der Gruppe bei: Sen Matsumoto, seines Zeichens Programmierer und gelegentlicher Sänger, der zuvor mit seinem Solo-Projekt Cold+Sleep beschäftigt gewesen war.
Im Sommer 2008 erschien dann mit „Virtual Sex“ das langersehnte erste Album mit insgesamt zwölf Tracks. Doch trotz steigender Beliebtheit um Marlee entschied sich Sängerin Sachiko Ende 2009 zu ihrem Ausstieg aus dem Projekt. Als Nachfolgerin konnte Rea gewonnen werden und schon im darauffolgenden Frühjahr wurde mit neuem Tatendrang wieder durchgestartet. Nach mehreren Veröffentlichungen läuteten Marlee im Sommer 2012 jedoch eine Pause auf unbestimmte Zeit ein.
CD Der erste Track, „Independence Day“, beginnt mit ankündigungshaften, „fließenden“ Elektroklängen, denen ein sich stets wiederholendes Frauenecho beigemischt wurde. Alsbald setzt ein zusätzlicher harter Rhythmus ein, der sich schließlich zu einer ohrwurmfähigen Melodie entwickelt. Dieser Ohrwurmcharakter zieht sich auch durch den kompletten Song.
Weiter geht es mit „Twister“, dessen Strophen und Refrain sich gar nicht so wild verhalten, wie der Titel vermuten lässt. Sachikos Gesang wird hierbei von Rapeinlagen begleitet.
Wesentlich härter wird es im Anschluss dafür mit „Moopiee Game“: Dieser Song beginnt zunächst relativ unspektakulär, bevor Juns aggressive Gitarre sowie der öfters gebrüllte Titel einsetzen. Letzteres wird sogar ein Mal von einem reizvollen Seufzer Sachikos unterbrochen, was bereits den bevorstehenden Kontrast zwischen seichten, ruhigen und harten, lauten Tönen ankündigt, mit dem im gesamten Song gespielt wird.

Harte, rhythmische Gitarrenklänge sind auch der Beginn des darauf folgenden Songs „Chrono Trigger“. Rhythmus ist sowieso das Hauptthema, unter welchem der Song, aus musikalischer Sicht betrachtet, steht. Etwas melodiöser wird es erst in der zweiten Hälfte des Liedes.
In „New Type Aspirin“ erhält der Hörer nun erstmals einen Eindruck von Sens Gesang, während sich Sachiko diesmal mit dem Refrain zufrieden gibt. Der Rhythmus ist recht hektisch, allerdings steht Juns Gitarre hier nicht ganz so stark im Vordergrund wie beim vorherigen Track.

Zur Halbzeit gibt es mit „Circulation“ eine erholende Verschnaufpause: Das Lied beginnt mit sanften Pianoklängen, denen sich bald schon die ersten elektronischen Töne sowie Sachikos Gesang beimischen. Erst im Refrain markieren Drums und Gitarre jedoch einen deutlich härteren, aber nicht hektischen Sound, während die Pianoklänge zwar in den Hintergrund gedrängt, jedoch nicht ausgelöscht werden. Dieser Aufbau wiederholt sich auch in den folgenden Strophen, bis das Lied mit dem gleichen sanften Piano ausklingt, mit welchem es auch begonnen hat.

Das Intro von „Shi Ra Nui“ wird von geflüsterten Worten Sachikos und Gastsänger Andro sowie gesampleten Atemgeräuschen angeführt. Diese bleiben den gesamten Track über auch die Hauptelemente, die einen Dialog zwischen Sachiko und Andro darstellen. Die instrumentale Begleitung ist zwar facettenreich, hält sich dennoch weitestgehend im Hintergrund. Weit entfernt kann man Juns Gitarre eine lose Melodienfolge spielen hören, die es jedoch nie in den Vordergrund schafft.
Das Gegenteil davon stellt „FAKE“ dar, dessen Intro aus Drums und schweren Gitarrenriffs besteht. Trotz des im späteren Verlauf einsetzenden Synthesizer ist „FAKE“ eines der rockigsten Songs des gesamten Albums.

Sehr eingängig wird es dann mit der Melodie von „Coma Baby“. Fans der japanisch-amerikanischen Formation Zilch mögen sich bei dem hier vorgegebenen Takt vielleicht an „Space Monkey Punks from Japan“ erinnert fühlen.
Hart und industriallastig geht es schließlich mit „Infinity“ weiter, wobei die anfängliche Düsternis der Strophen im Refrain jeweils aufgehellt wird.

Dunkel und geheimnisvoll beginnt „Apatheia“, bevor Sens Gesang sowie ein animierender Beat einsetzen und sich auch die weiteren Möglichkeiten eines Synthesizers präsentieren. Wie schon in „New Type Aspirin“ ist auch hier der Gesang zwischen Sachiko und Sen klar verteilt.
Das Schlusslicht des Albums bildet „Red Pain“. Düster und bedrohlich ist das Intro, in welches schließlich ein Piano einsetzt. Erst nach knappen dreieinhalb Minuten (etwas mehr als der Hälfte des Liedes) bekommt man Sachiko zu hören. Ungewöhnlich hohe Töne schlägt sie hier zum Teil an und ihre Stimme lässt sich vom schwerfälligen Fluss der Melodie tragen. Insgesamt hat dieser Track eine sehr faszinierende, wenn auch irgendwie beklemmende Atmosphäre.


Ausstattung Das mit Abstand Auffälligste stellt die Covergestaltung dar: Hier posiert Sängerin Sachiko in unmissverständlicher Pose, breitbeinig auf einem Gebilde sitzend, während sie Penisse, die sich aus einer unförmigen Masse herausbilden, massiert. Diese ergießen teilweise sogar ihren silberfarbenen Inhalt auf den – bis auf ein Paar schwarzer Plateau-Stiefel – nackten Körper Sachikos.
Die Rückseite ist ziemlich dunkel gehalten; erkennbar sind nur zwei aufgeblasene, aus silbernem Material bestehende Frauentorsos sowie zwei davorstehende und rötlich eingefärbte Lavalampen.

Das Booklet ist ausklappbar, besteht insgesamt jedoch nur aus sechs Seiten. Darauf abgebildet sind alle Songtexte in ihrer Originalsprache, die Credits sowie je ein Bild von Sachiko (Cover), Jun und Sen.
Sonstiges „Virtual Sex“ stellt den ersten Longplayer des Trios sowie den ersten Tonträger mit Mitglied Sen dar. Als Gastmusiker konnten Marlee für dieses Album Drummer Shinichi Koizumi, Sänger Andro (Gothika) für den Song „Shi Ra Nui“ und Programmierer Naoya Yoshida (ex-Valentine D.C., Red Sun) für den Song „FAKE“ gewinnen.
Fazit Ein gelungenes Album mit facettenreichen Songs und teilweise sehr tiefgehenden Atmosphären. Gelegentlich erscheint die Zusammenstellung der Lieder jedoch etwas disharmonisch; so wurden in den einzelnen Tracks zwar sehr unterschiedliche Stile ausprobiert, die als Einzelwerk auch durchaus überzeugen, als gesamte Tracklist eines Albums jedoch nicht ganz abgerundet wirken. Man vermisst beim Durchhören den berühmten roten Faden.
Dennoch durchaus ein empfehlenswertes Album für Freunde der elektronischen Musik oder jener, die es gerne etwas experimentell mögen.
Tracks
# Name
1 Independence Day
2 Twister
3 Moopiee Game
4 Chrono Trigger [V.S.Edition]
5 New Type Aspirin
6 Circulation
7 Shi Ra Nui [featuring Andro (from Gothika)]
8 FAKE [V.S.Edition]
9 Coma Baby
10 Infinity [V.S.Edition]
11 Apatheia [403 Forbidden Mix]
12 Red Pain
Songqualität
Songqualität
1

Songauswahl
Songauswahl
2.5

Verpackung<br>& Extras
Verpackung
& Extras
3

Preis/<br>Leistung
Preis/
Leistung
2

Gesamtnote

2.1
Autor:
Lektor: Christine Schäffer
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 22.11.2012
Bildcopyright: Marlee


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