Was sind die besten Mangas und Animes? Die beiden Autoren Thomas Dräger und Sarah Förster erklären uns in ihrem 2004 erschienenen Buch, welche fernöstlichen Comics und Trickfilme die tollsten sind... was man von ihrem Werk erwarten kann, haben wir für euch zusammengefasst.InhaltEs ist immer ein bisschen heikel, wenn ein Medium dem Rezipienten das Beste" oder Tollste" näher bringen will. Der kritische Leser wird sogleich beim Aufschnappen des Titels die Ohren spitzen, denn die wichtigen Fragen hierbei lauten stets: Nach welchen Kriterien wurde dieses vermeintliche Ranking vollzogen? Inwieweit hat diese Bewertung eine wissenschaftliche oder statistische Basis oder wurde sie nur nach dem subjektiven Gefühl der Autoren vergeben?
Die Antwort findet man sogleich in der Einleitung: die Autoren waren sich wohl bewusst, dass der ein oder andere Leser sich wundern wird, warum denn der eine Titel drin ist und ein anderer möglicherweise fehlt. Daher die Begründung: erstens hat dieses Buch nur eine begrenzte Anzahl an Seiten (verständlich), zweitens wurden die Mangas und Anime nach ihrer subjektiven Meinung ausgewählt.
Bevor es zum Ranking geht, wird uns noch schnell auf fünf Seiten näher gebracht, was Manga und Anime eigentlich sind. Dabei wird neben allgemeinen Infos ein spezieller Augenmerk auf die Geschichte des Manga und die deutsche Szene gerichtet.
Das Ranking: Auf drei bis fünf Seiten werden uns 24 Titel näher gebracht. Dabei stehen dem Leser eine Inhaltsangabe, eine Kritik und allgemeine Infos zum Anime und/oder Manga zu Verfügung; außerdem Anregungen, warum man den Anime/Manga lieben muss oder hassen könnte. Folgende Titel haben es in das Buch geschafft:
- Akira
- Armitage III
- Astro Boy
- Captain Future
- Dragon Ball
- Gundam
- Hellsing
- Inu Yasha
- Jin-Roh
- Kamikaze Kaito Jeanne
- Lain
- Lone Wolf & Cub
- Mononoke Hime
- Nausikaä
- Neon Genesis Evangelion
- Noir
- Oh! My Goddess
- Ranma 1/2
- Record of Lodoss War
- Sailor Moon
- Spirited Away
- Shojo kakumei Utena
- Weißkreuz
- X 1999
Den Abschluss des Buches machen noch ein Anime-ABC und Info-Kapitel über Websites (fünf Anime-Websites werden näher vorgestellt), und Conventions: Neben allgemeinen Informationen werden auch die wichtigsten" aufgelistet (die Connichi oder die Leipziger Buchmesse blieben interessanterweise unerwähnt).
FazitWenn der Titel des Buches Die nach Meinung der Autoren besten Anime und Mangas, die bis 2004 in Deutschland erschienen sind bzw. ausgestrahlt wurden" hieße, würde er den Inhalt treffender beschreiben. Das Ranking wurde nach subjektivem Empfinden der Autoren erstellt und das Werk erinnert mich eher an einen Werbeprospekt, als an ein Fachbuch: es schafften nämlich nur Manga/Anime hinein, die auch auf DVD und (logisch) als Manga in Deutschland erhältlich sind natürlich stets mit einem Hinweis darauf.
Die Einleitung und Infoblöcke richten sich vorwiegend an Leute, die von Manga und Anime noch nie etwas gehört haben und sind daher für Kenner eher uninteressant. Und dass die Autoren selbst höchstwahrscheinlich ebenfalls Anfänger in Sachen japanische Popkultur waren, wird dem aufmerksamen Leser vermutlich gleich beim Lesen des Titels mit eingedeutschtem Plural Mangas und AnimeS" auffallen...
Auffällig war auch die ungewöhnlich große Menge an Rechtschreib- und Satzbaufehler, die mir schmerzhaft ins Auge gefallen ist das sollte bei einem publizierten Werk nicht in diesem Ausmaß vorkommen. Einzig positiv möchte ich die gute Qualität aus drucktechnischer Sicht erwähnen: die Seiten wurden auf hochqualitatives Glanzpapier gedruckt und das Buch enthält außergewöhnlich viele Bilder. Der Inhalt jedoch ist mangelhaft, weswegen ich Manga/Anime-Kennern nicht unbedingt zum Kauf raten kann.