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 Afro Samurai

Nackte, aktionreiche Brutalität trifft auf einen Anime-Highlight im Comicstil.
Der Auftakt einer spannenden Story, in der Afro auf alte Bekannte trifft und ihn neue Gegner herausfordern.

Inhalt/Story
Afro erlebt in jungen Jahren, wie sein Vater, die damalige Nummer eins, von der Nummer zwei vor seinen Augen getötet wird. Seit diesem schicksalsreichen Tag ist sein Leben fortan geprägt von Rache.
Während Afro die Kunst des Schwertkampfes lernt und in einem Dōjō groß wird, gehen die Schlachten um die legendären, heiligen Stirnbänder weiter. Afro will die Rache an dem Mörder seines Vaters ausüben und muss schon zu Anfang eine große Hürde erklimmen: seinen eigenen Meister töten. Dieser ist im Besitz des Stirnbandes der Nummer zwei. Nur mit diesem Stirnband darf er die Nummer eins zum Kampf herausfordern und töten. Der Träger des ersten Stirnbandes erlangt gottgleiche Kräfte. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Afro, der lässigste Samurai mit Zigarette im Mundwinkel, hat trotz schwerer Gegner immer einen passenden Spruch parat. Nach dem bitteren Kampf gegen seinen Meister, trifft er auf einen Bekannten, der ihn nun immer Schritt für Schritt begleitet. Die Rede ist hier von keinem anderen als Afros zweiter Persönlichkeit: „Ninja Ninja". Fans des Anime werden sich daher sehr über diesen Charakter freuen können, da er wie im Anime auch hier den Spielern das ein oder andere Lächeln in das Gesicht zaubert.
Später trefft ihr auch auf die bezaubernde Okiko und an ihrer Seite ebenfalls ihre kaltblütigen Auftragsgeber, die „Empty Seven". Diese Organisation ist ebenfalls an den heiligen Stirnbändern interessiert und macht, wie könnte es auch anders sein, Afro das Leben schwer. Die „Empty Seven" wollen Afros Kampfstil und haben Okiko darauf angesetzt, diesen programmierbaren Stil zu speichern und ihnen zu übermitteln. Afro merkt natürlich, dass hier etwas nicht stimmt, und bekämpft die Handlanger der „Empty Seven". Doch diese wären nicht eine so große Organisation, hätten sie nicht noch das ein oder andere Ass im Ärmel. Afro muss sich seinem Ebenbild im Kampf stellen. Doch denkt man hier, Afro wäre kurz vor seiner Rache, ist man auf dem falschen Dampfer. Es taucht ein weiterer Bekannter aus dem Anime auf: der Krieger mit der Teddybär-Maske. Doch wer ist dieser geheimnisvolle Krieger? Erfahrt es selbst.

Umsetzung
In den nächsten sechs bis acht Stunden bewegt ihr euch in recht linearen Leveln und killt die einen und andern Mobs. Das Singleplayer-Game hat seine Reize ganz klar auf die Grafik und die Vertonung gelegt. Die Grafik liegt im Bereich des Comicstils, die durch einen Klick in einen Zeitlupen-Modus in Schwarz/Weiß wechselt, in der man das rote Blut langsam aus den Gegnern austreten sehen kann. Wo ihr euren Gegner zerschneiden möchtet, ist euch überlassen. Es ist mit einer weißen Linie markiert. Horizontal oder vertikal sind eure Optionen. Bei der Vertonung hat kein anderer als Samuel L. Jackson Afro und Ninja Ninja seine Stimmer verliehen. Die Musik stammt von RZA und unterlegt die Cel-Shading Grafik mit gutem Beat. Die Vermischung zwischen dem Alt-Japanischen und dem HipHop ist hier sehr gut gelungen. Leider fällt auf, dass in einigen Kämpfen die Musik zu kurz angesetzt worden. Sie fängt nach einiger Zeit an, sich zu wiederholen. Das Spiel ist in Englisch zu spielen. Da das Game sehr Hip Hop-lastig ist, sind die Gespräche unserer Helden und Gegner dementsprechend angepasst. Leider weißt die Steuerung einige kleine Lücken auf. Einige Sprungpassagen benötigen daher mehrere Anläufe. Die Kameraführung treibt einen anfangs in den Wahnsinn, aber man hat sich schnell daran gewöhnt. Jedoch sind hier einige Tricks eingebaut, die einem im späteren Verlauf des Spiels geläufig werden. Unser Anti-Held Afro hält sein Katana stehts in der rechten Hand, woran sich ein kleines, aber nicht unwichtiges Bändchen befindet. Es leuchtet auf, wenn man genug Kombo-Punkte gesammelt hat. Dann öffnet sich ein Super-Fokus-Modus, in der ihr alle Gegner nacheinander niederstrecken könnt. Auch gegnerische Geschosse könnt ihr mittels des Zeitlupen-Modus - wie im Anime - zerschneiden. Der zweite Trick ist; Man hat keinen Lebensbalken. An Afro selbst erkennt ihr, wie schlimm es um ihn steht. Je schlimmer, desto blutgetränkter ist sein Shirt. Ganz heikel wird es erst, wenn ihr Afros Herzschlag hören könnt. Da ist es sehr hilfreich, auf einen Bären von der kleinen Okiko zu stoßen. Diese heilen euch und ihr seid bereit für neue Gegnermassen. Durch den eher linearen Verlauf in zehn Kapiteln des Spieles ist es sehr übersichtlich gestaltet. Je mehr Mobs man tötet, desto höher steigt man in seinem Level auf, desto mehr Kombo-Moves schaltet man frei, desto flüssiger werden die Kampfszenen. Euer Freund Ninja Ninja hält in einige Passagen ein Minispiel für euch bereit: „Ninja Ninja's Body Part Poker", heißt es. Hier geht es darum, unter Zeitdruck gewisse Körperteile der Gegner abzutrennen. Man kann sich nun denken, warum dieses Spiel keine USK in Deutschland erhalten hat. Wie in allen Spielen für die Xbox, kann man hier auch Erfolge freischalten, die man nachher im Store umsetzen kann. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass sich der Bildschirm der Grafik gerecht in manchen Szenen wie ein Comic splittet. Leider kommt es in einigen Situationen wegen der Splitte zu Framerate-Fehlern. Diese beeinträchtigen das Spielgeschehen leider. Das Speichern ist verbunden mit Checkpoints. Denn das Spiel speichert an diesen Checkpoints automatisch. Eigenhändiges Speichern gibt es leider nicht. Manche Ladezeiten sind zu kurz geraten, für die kleinen Videos, die in dieser Zeit gesendet werden. Diese hören oft mitten im Geschehen auf. Nach dem erstigen Durchspielen kann man die fehlenden Erfolge auf einem höheren Schwierigkeitsgrad durchspielen, wenn man möchte.

Verpackung/Extras
Das Spiel befindet sich in der klassisch giftgrünen Xbox 360 Verpackung. Das Cover wird von unserem Hauptcharakter geschmückt. Auf der Rückseite jedoch sieht man in einzelnen Spielausschnitten wie Afro in Aktion ist und bekommt einen ersten Eindruck über das Spiel. Alles hier wird sehr düster und mysteriös gehalten. Auch ein Handbuch ist glücklicherweise vorhanden, dass übersichtlich ist und sich manchmal auch als hilfsreich entpuppt. Neben dem Aufbau des Spielpads werden auch grundlegende Dinge wie Kampfmodus, Menü, Story und Charakter erklärt, das Handbuch vermittelt somit alle grundlegenden Informationen. Das Handbuch ist in vier Sprachen verfasst: Englisch, Schwedisch, Portugiesisch und Finnisch. Leider findet man keine deutsche Sprachfassung, aber die englische Ausführung lässt sich sehr einfach und flüssig lesen.

Fazit
Afro Samurai ist ein gutes Spiel, das mit der Grafik, dem zugehörigen Sound und der Starbesetzung einige Pluspunkte absahnen kann. Doch kein Spiel ist perfekt. Man hat auch hier mit einigen Fehlern zu kämpfen. Vor allem die Kameraführung erweist sich oft als störend. Doch das holt das Spiel wieder an den Extras in den Kampfszenen raus. Das Spiel begeistert einen wahren Fan des Anime und zieht diesen in seinen Bann. Auch Nichtkenner und Fans eher düsterer Storys erfreuen sich hier. Der Spielspaß ist hier mit Sicherheit gegeben.

+ Grafik
+ Sound
+ Kampfszenen

- Framerate-Fehlern
- Kamerasteuerung
- Videos in der Ladezeit

Originaltitel: Afro Samurai
Konsole: Xbox 360
Genre: Action-Adventure
Altersfreigabe: 18+
Spieleranzahl: Singleplayer
Sprache: Englisch
Spielzeit: 6-8 Stunden
Hersteller/Publisher: Namco Bandai
UVP: 47,77€
Erscheinungsdatum: Bereits erschienen

Benotung:
Grafik: 3
Sound: 2
Steuerung: 3
Mehrspielermodus: 6
Gamedesign: 2
Story: 1
Umfang/Bonus: 3,5
Preis/Leistung: 3
Gesamtnote: 3
 
Bildcopyright:
Die im Zusammenhang mit diesem Artikel verwendeten Bilder unterliegen dem Copyright von Namco Bandai.
Autor:  Rebecca Bertram
Datum: 17.11.2009

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