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Jan Hartmann, Organisator des CIL-Doujinshimarktes

 
Der Doujinshimarkt ist von der Leipziger Buchmesse kaum noch wegzudenken. Martina Peters traf Jan Hartmann, den Organisator des Marktes, zu einem kurzen Gespräch und redete mit ihm über sein Projekt, das seit 2005 auf der Leipziger Buchmesse stattfindet, und wie sich der Markt seit dem letzten Jahr verändert hat.
animePRO: Was hat Sie dazu bewegt, einen Doujinshimarkt auf der Leipziger Buchmesse zu organisieren, oder kam die Messeleitung auf Sie zu?
Jan Hartmann: Es gab hier auf der Leipziger Buchmesse in den vorangehenden Jahren schon einen Stand für Zeichner, an dem sie sich und ihre Werke präsentieren konnten. Jedoch gab es mehr Zeichner als Plätze, deswegen wurden die Plätze immer nach Qualität vergeben.
Da haben wir überlegt: was können wir tun, damit Zeichner, die eine gute Geschichte haben, diese auch verkaufen können ohne sich vorher anzumelden? Wir haben mit der Messeleitung gesprochen und gemeinsam die Idee eines Doujinshimarktes nach japanischem Vorbild entwickelt.
Es hat zwei Jahre gedauert ihn umzusetzen, weil Rückfragen mit Japan gehalten werden mussten: Was darf die Messe? Wo springen die japanischen Verlage ab? Was dürfen wir, auf was muss geachtet werden?
Wir haben dann in diesen zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit das Konzept mit der Messeleitung entwickelt und 2005 dann endlich verwirklicht.

animePRO: Wie lief der erste Doujinshimarkt 2005, gab es Probleme?
Jan Hartmann: Der Doujinshimarkt lief gut, aber Probleme gibt es natürlich immer. Aber das waren dann nur so Sachen wie Leute, die im Weg saßen, nicht auf die Organisation hörten und so weiter.
Aber, das mal außen vorgelassen, das wesentliche Problem war, dass die Leute mit dem Begriff Doujinshimarkt nichts anfangen konnten. Dem entsprechend kamen dann Leute, die meinten: „Hier bin ich. Ich habe eine gute Geschichte, ich möchte sie verkaufen... aber ihr müsst sie mir noch kopieren." Viele Leute wussten also noch nicht, was man bei einem Doujinshimarkt macht.

animePRO: Welche Unterschiede zum letzten Jahr konnten Sie beim diesjährigen Doujinshimarkt feststellen? Gab es Veränderungen in der Qualität der Doujinshi?
Jan Hartmann: Es gab sogar einen deutlichen Qualitätssprung zwischen 2005 und 2006. Die Leute wissen nun, was sie erwartet, was sie leisten müssen und die Werke, die zu uns gebracht werden, sind viel professioneller als letztes Jahr.
Wir selbst haben natürlich auch Veränderungen am Doujinshimarkt vorgenommen. Die Regeln wurden leicht modifiziert und es gibt nun einen Gruppentarif, bei dem nicht jede Person in einer Gruppe einzeln bezahlen muss und dieses Jahr auch mehr Leute an einen Tisch passten. Hätten wir die gleiche Regelung wie letztes Jahr beibehalten, hätten wir 2006 zu wenig Platz gehabt.
Dieses Jahr sind deutlich mehr Leute gekommen. Wir hatten 30% mehr Tische und es waren 40 – 50% mehr Teilnehmer da. Die Leute sind professioneller geworden, der Stand ist professioneller geworden. Wir haben jetzt kein chaotisches „Aquarium" mehr, in dem sich alle auf die Füße treten, sondern einen schönen u-förmigen Gang, sodass die Leute auch besser durch die Gänge kommen.
Wir haben auch unsere Dienstleistungen für die Zeichner ausgebaut. Es gab nicht nur Mappensichtungen, sondern auch unsere Technik wurde den Zeichnern zur Verfügung gestellt. Scannen, Drucken, Farbkopieren. Was die Leute eben brauchen.

animePRO: Gab es allgemein bei der Messe Veränderungen vom letzten zu diesem Jahr?
Jan Hartmann: Ja, bei uns gab es Veränderungen. Wir sind diesmal mit acht Miarbeitern gekommen, was zwar für mich mehr zu organisieren war - aber es war so viel los, dass wir die acht Leute wirklich gebraucht haben. Ich bin heute, am Sonntag, das erste Mal durch die Messehallen gegangen. Die anderen drei Tage habe ich nichts von der Messe gesehen, weil wir so viel zu tun hatten. Daher kann ich nicht sagen, ob es bei der Messe auch Veränderungen gab, wie bei uns.

animePRO: Was halten die großen Verlage wie Tokyopop, Carlsen und EMA von der Idee des Doujinshimarktes?
Jan Hartmann: Ich habe jetzt nicht explizit nachgefragt, aber neben uns als Buchladen (funfiction.de) ist Tokyopop der Sponsor des Doujinshimarktes. Zumindest die Leute von Tokyopop halten die Idee für wirklich gut.
Es kommen auch regelmäßig Verantwortliche der Verlage, bzw. Dr. Kaps (Tokyopop) zu uns – Carlsen und Ehapa (EMA) auch – um Mappensichtungen vor Ort vorzunehmen. Einfach deshalb, weil sie gemerkt haben: Die Zeichner bei uns arbeiten professionell und sie können Fristen einhalten. Das sind Zeichner, an denen die Verlage interessiert sind. Ich glaube daher, den Verlagen gefällt unser Projekt.




animePRO: Wir danken für das Gespräch!
Autor:
Grafiker: Rebecca Bertram /  Reh-Baecker
Datum d. Artikels: 28.03.2006
Bildcopyright: animePRO, Leipziger Buchmesse


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