Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Am 10. September ist "Welttag der Suizid-Prävention". Aus diesem Anlass veröffentlichte Egmont Manga jüngst den Einzelband "My broken Mariko" von Waka Hirako. Wir möchten euch dieses besondere Werk nicht vorenthalten und stellen es hiermit vor...!

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Inga Seidel (ScreenDragon) 2012

 
Die deutsche Zeichnerin Inga Seidel hat eine Vorliebe für verrückte und durchgeknallte Charaktere, aber auch Tiere bringt sie gerne zu Papier, weshalb sie auch ihrem Kanichen besonderen Dank schuldelt wie sie uns im Interview verraten hat.
Name: Inga Seidel
Pseudonym: ScreenDragon/Screeny
Alter: 23 Jahre
Geburtstag: 23.11.1988
Sternzeichen: Schütze (Drache)
Wohnort: Mechernich
Bisherige Veröffentlichungen:
„Incubus Desaster Kapitel 1“ (2012 Irrlicht-Verlag, Genre: Fantasy, Comedy, Shonen-Ai)
„Airdream“ (Kurzgeschichte, 2010, Onlineveröffentlichung, Genre: Fantasy, Shonen-Ai)
„Nonsens“ (Sammlung von diversen Kurzgeschichten, 2009, Onlineveröffentlichung)
 



animePRO: Erst einmal eine Frage zum Warmwerden: Seit wann zeichnest du überhaupt?
Screeny: Seit ich einen Stift halten kann. Schon als Kind war das Zeichnen meine absolute Lieblingsbeschäftigung.

animePRO: Warum hast du dich für den Mangastil entschieden?
Screeny: So direkt würde ich meinen Stil nicht als einen reinen Mangastil bezeichnen, denn die stilistischen Einflüsse kann ich nicht konkret auf die „Mangawelt“ schieben. Im Grunde habe ich mich von so einigem beeinflussen lassen. Als Kind habe ich versucht, die Comics und Cartoons zu zeichnen, die so im Fernseher liefen oder die ich als Hefte hatte. Später begannen dann Anime und Manga mich zu beeinflussen.

animePRO: Hast du eine/n Lieblingsmangaka?
Screeny: Das ist eine sehr schwere Frage. So richtig festlegen kann ich mich da gar nicht, ich mag Werke/Stile von so vielen Zeichnern. Aber um mal ein paar zu nennen: Suguru Chayamachi, Shirow Miwa, Ayano Yamane, Katsura Hoshino, Nobuhiro Watsuki, und so weiter...

animePRO: Und welche Motive zeichnest du am liebsten?
Screeny: Ich zeichne gerne etwas verrückte und durchgeknallte Charaktere. So was wie meinen Harlekin Puppet oder den Dämon Chaos aus meinem Manga „Incubus Desaster“. Aber auch Tiermotive zeichne ich sehr gerne.



animePRO: Welches Zeichenmaterial verwendest du und warum? Was sind die Vorteile in deinen Augen?
Screeny: Meine absoluten Lieblinge sind die Polychromos von Faber-Castell! Es gibt fast kein traditionell gefertigtes Bild, welches ich nicht mit diesen Stiften nachbearbeite. Sie sind sehr farbecht und eignen sich wunderbar für das Ausarbeiten von Details und Erstellen von Farbverläufen. Des Weiteren habe ich noch Copic Marker, Aquarellfarben, Pastellkreiden, Tusche, Acryl und natürlich meinen PC in meinem Arsenal. Copics eignen sich sehr für Comic- und Mangamotive. Auch mit ihnen bekommt man tolle Farbverläufe hin. Aquarellfarben nehme ich gerne für natürliche Motive oder für Hintergrundeffekte. Pastell und Acryl verwende ich für Highlights und bestimmte Strukturen.
Am liebsten kombiniere ich alle möglichen Medien die mir zur Verfügung stehen.
Zu guter Letzt mein PC. Mit meinem Rechner setzte ich die Raster auf den Mangaseiten ein. Rasterfolien mit der Hand auf die Seiten zu bringen wäre hierzulande unbezahlbar, jedenfalls für mich. Die Cover für Drucksachen etc. mache ich auch oft mit dem Computer, da die Farben im Druck dann besser rauskommen.

animePRO: Wie lässt du dich inspirieren? Hast du da bestimmte Quellen oder springt dich die Bildidee einfach so an?
Screeny: Ich habe keine bestimmten Inspirationsquellen, in den meisten Fällen springt mich die Idee einfach so an. Es ist lustig, wenn mir eine Idee kommt und ich zum Beispiel in der Bahn unterwegs bin. Die Leute schauen manchmal recht verdutzt, wenn ich dann abrupt mein Skizzenbuch aus meinem Rucksack reiße und wie eine Irre drauf los pinsele.

animePRO: Wie oft zeichnest du am Tag oder in der Woche?
Screeny: Sehr oft. Eigentlich jeden Tag. Leider gibt es auch mal Phasen wo ich nicht zum Zeichnen komme oder einfach ein KreaTief habe, doch auch da versuche ich wenigstens eine Skizze am Tag zustande zu bringen.

animePRO: Was denkst du hat sich an deinem Stil über die Jahre hinweg geändert?
Screeny: Mein Stil hat sich mehrmals grundlegend verändert. Ich habe viel ausprobiert und war immer auf der Suche nach „dem Stil“, meinem Stil. Den zu finden war/ist gar nicht so einfach. Mittlerweile haben sich die Gesichter meiner Charaktere sehr geändert, sie wirken runder. Auch die Haare der Figuren sind feiner geworden.
Aber mein Stil wird sich auch weiterhin verändern, denn ich arbeite stetig an ihm. Es wird also hoffentlich nie Stillstand Einzug halten. Denn Stillstand verhindert Entwicklung und Verbesserung.

animePRO: Wenn du drei Personen beziehungsweise Dinge nennen müsstest, die deine zeichnerische Entwicklung beeinflusst haben, wer wäre das?
Screeny: Da würde ich meine Großmutter als erste nennen. Als ich klein war hat sie oft mit mir zusammen gezeichnet und sie kann sehr gut zeichnen, dafür bewundere ich sie auch heute noch. Als nächstes mein Kaninchen! Ganz wichtig. Tiere sind auch nur Menschen, daher soll es an dieser Stelle auch genannt sein. Ich habe viel Zeit mit dem Tierchen verbracht und dabei gezeichnet. Einige meiner Blätter tragen künstlerisch wertvolle Bissspuren – glücklicherweise waren es nur Skizzen, die ich einfach so zum Üben zu Papier gebracht habe. Und die Nummer Drei wäre ein ehemaliger Dozent, der mir die Polychromos mal vorgeführt hatte. Seitdem bin ich im Polychromo-Wahn. ^^°

animePRO: War Animexx eigentlich die erste Internetplattform, auf der du deine Bilder öffentlich einer breiten Masse präsentiert hast?
Screeny: Nein, das war deviantArt, auf Animexx bin ich durch Safaia, gelandet.

animePRO: Helfen dir manchmal die Kommentare, die du zu deinen Bildern bekommst, dich zu verbessern? Was denkst du?
Screeny: Die Kommentare, die ich meist zu meinen Bildern und Geschichten bekomme, sind wenig kritischer Natur. Aber sie helfen mir ungemein dabei an zum Beispiel einer Geschichte dran zu bleiben und diese bis zum Ende durchzuziehen. Ich glaube, dass sich manch einer vielleicht nicht traut, eine kleine Kritik zu verfassen, wenn er denn etwas zu bemängeln hat. Das könnte daran liegen, dass es unter den Zeichnern ab und an auch mal welche gibt, die Kritik gar nicht hören wollen und auch entsprechend reagieren. Aber wenn ich um Kritik bitte, bekomme ich sehr hilfreiche Unterstützung, herzlichen Dank dafür.



animePRO: Und wie ist es, wenn man auf Cons dann ein direktes Feedback bekommt?
Screeny: Oh, ich freue mich immer riesig über Feedback. Auf Cons habe ich da sehr gute Erfahrungen gemacht. Man kann sich direkt mit den Leuten unterhalten und auch die Gespräche mit anderen Zeichnern vor Ort sind wirklich hilfreich und motivierend.

animePRO: Im Moment kann man nur durch das Zeichnen von Manga schwer seinen Lebensunterhalt hier in Deutschland verdienen. Wenn die Dinge anders lägen, wäre Mangaka denn dein Traumberuf?
Screeny: Nein. Nicht direkt Mangaka. Meine Interessen, was das Zeichnen angeht, sind breiter gefächert. Ich würde mich also nicht konkret auf Manga festlegen, sondern würde den Traumberuf eher als Manga-,Comiczeichner und Illustrator definieren.

animePRO: Du bietest auch Auftragsarbeiten an. Da gab es im Vorfeld einige Diskussionen die Preise betreffend. Wir wollen jetzt keine Werbung machen, darum nennen wir hier keine Zahlen oder andere Details. Aber wie denkst du über die Preispolitik im Allgemeinen, was Auftragsarbeiten angeht?
Screeny: Preise bei Auftragsarbeiten sind scheinbar immer ein recht heikles Thema. Ich habe oft das Gefühl, dass das Zeichnen an sich von vielen als lustiges Hobby angesehen wird, die daher auch nicht bereit sind, etwas für eine Zeichnung zu zahlen. Generell hat man als Zeichner, insbesondere, wenn man im Comic- oder Mangabereich arbeitet, viel mit althergebrachten Klischees zu kämpfen. So nach dem Motto: Comics/Manga sind doch was für Kinder, etc. Es wird oftmals gar nicht gesehen, dass hinter einem angefertigten Bild auch eine ganze Menge Arbeit steckt. Sicher macht diese Arbeit auch Spaß, aber die Zeichenmaterialien kosten und ich als Zeichnerin investiere viel Zeit in so ein Bild. Daher halte ich es für angemessen, auch einen entsprechenden Betrag für eine Auftragsarbeit zu veranschlagen.

animePRO: Und wie sieht‘s in der Zukunft bei dir aus?
Screeny: Jeder ist der Schmied seiner Zukunft. Das Zeichnen wird mich immer begleiten, wer weiß vielleicht wird ja aus dem Traumberuf mal was.

animePRO: Gibt es noch etwas, das du unseren Lesern gerne sagen möchtest?
Screeny: Vielen Dank, dass ihr dieses Interview gelesen und bis hierher durchgehalten habt!

animePRO: Wir bedanken uns, dass du dich unseren Fragen gestellt hast und wünschen dir auch weiterhin viel Erfolg auf deinem Weg.
Ihr seid neugierig geworden? Dann besucht Screeny doch auf ihrer Homepage, Deviantart oder auch auf Animexx.
Autor:
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 19.09.2012
Bildcopyright: Inga Seidel


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