Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Am 10. September ist "Welttag der Suizid-Prävention". Aus diesem Anlass veröffentlichte Egmont Manga jüngst den Einzelband "My broken Mariko" von Waka Hirako. Wir möchten euch dieses besondere Werk nicht vorenthalten und stellen es hiermit vor...!

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Interview mit Leonie Schultz (Etsu Chan)

 
Dieses Jahr erschien der erste Dōjinshi aus der Feder der deutschen Zeichnerin. Zum Debüt haben wir die Gelegenheit genutzt und ihr ein paar Fragen gestellt.
Name: Leonie Schultz
Pseudonym: Etsu Chan
Alter: 21
Geburtstag: 27.02.1993
Sternzeichen: Fische
Wohnort: Berlin
Motto: Sich zu sehr in seiner Freiheit einengen zu lassen, zerstört die Kreativität!

Bisherige Veröffentlichungen:
„Red Incubus – An ill-fated affair“ (2014, Eigenverlag)
 


animePRO: Beginnen wir mit der berüchtigten Frage: Wie bist du überhaupt zum Zeichnen gekommen?
Leonie: Ich denke, dass ich das gar nicht genau beantworten kann. Ich habe schon früher als Kind gerne kleine Bilder gemalt, wie das fast jedes Kind macht. Meine Familie hat meine Kreativität immer unterstützt, so auch heute noch. So richtig angefangen zu zeichnen, habe ich erst irgendwann, als ich auf die weiterführende Schule gekommen bin - und das erste Mal durch Freunde an Manga und Anime. Also alles eher unspektakulär. Dass ich es als mein bedeutendstes Hobby ansehe, hätte ich damals nie gedacht! *haha*




animePRO: Wie bist du auf dein Pseudonym gekommen?
Leonie: Auch relativ simpel: Ich fand japanische Namen immer sehr schön und habe mir einen herausgesucht, den ich noch nicht allzu oft gehört habe. Das „Chan“ sollte das ganze verniedlichen und mittlerweile ist der Name so eingefleischt, dass es einfach passt!

animePRO Welches Zeichenmaterial verwendest du und warum? Was sind die Vorteile in deinen Augen?
Leonie: Grundlines und Skizzen zeichne ich mit Bleistift und Linern (unterschiedliche Marken). Zum Colorieren benutze ich vorwiegend Copic Marker und verfeinere das meiste dann noch mit Buntstiften. Vorteilhaft dabei finde ich die Farbauswahl und die Art und Weise, wie vielfältig man mit Copics colorieren kann. Ob harte Kanten, weiche Verläufe oder eben eine Mischung mit Buntstift, die Wirkung kann je nach Art und Weise variieren. Mit Aquarell experimentiere ich hier und da auch, aber ich bin noch nicht sicher genug, dass ich es als mein Hauptmaterial aufzählen würde.

animePRO: Und welche Motive zeichnest du am liebsten?
Leonie: Ganz klar: Männer *haha*! Ich zeichne so gut wie keine Frauen, weil es mir einfach nicht liegt und nicht so viel Spaß macht. Ob das nun auf alltäglichen oder fantastischen Themen beruht, ist unterschiedlich.




animePRO: Wie lässt du dich inspirieren? Hast du da bestimmte Quellen oder springt dich die Bildidee einfach so an?
Leonie: Dadurch, dass ich viele Manga lese (vorzugsweise Shonen-Ai und Yaoi) lasse ich mich davon inspirieren oder aber auch durch alltägliche Situationen. Manchmal kommt die Eingebung bei dem Anblick von Leuten oder einer Umgebung, sodass ich es teilweise bereue, keinen Block und keinen Stift mitzuhaben! (Sehr ärgerlich manchmal!)

animePRO: Hat sich dein Stil über die Jahre hinweg verändert? Kam es mehr von alleine oder hast du es bewusst angestrebt?
Leonie: Mein Stil hat sich gerade seit Beginn 2013 sehr verändert, was ich meinem Herzblatt Sen Cross zu verdanken habe, da sie der Grund ist, wieso ich mich stiltechnisch so ins Positive entwickelt habe. Ich denke, dass ich ohne sie weder einen Grund noch eine Motivationsquelle gehabt hätte, um so weit voranzuschreiten!

animePRO: Wie ist deine Einschätzung gegenüber des Marktes? Glaubst du, dass dieser sich für deutsche Zeichner verbessert hat?
Leonie: Meines Empfindens nach wird der allgemeine Markt in Deutschland von Jahr zu Jahr größer und auch breitgefächerter, was die Thematiken angeht. Die Möglichkeiten für deutsche Zeichner werden durch die Möglichkeiten, auf Conventions zu gehen, größer (gerade auch, um die Bekanntheit zu steigern). Allerdings denke ich, dass man noch ein großes Stück an Eigeninitiative mitbringen muss, wenn man wirklich Großes erreichen will! (Von nichts kommt eben nichts, denke ich mir immer!)



animePRO: Gibt es ein Merchandise, das du unbedingt einmal verkaufen wolltest, aber sich bisher keine Gelegenheit dafür bot?
Leonie: Ja, ich würde unglaublich gerne Kissen und Tassen verkaufen! Bisher gab es noch keine Möglichkeit, aber ich denke, dass sich das in diesem Jahr noch ändern wird!!! *haha*

animePRO: Was war es für ein Gefühl, das erste Mal ein Werk von dir in gedruckter Form in den Händen zu halten?
Leonie: Ich war unglaublich aufgeregt, weil ich ja nicht wusste wie der Druck wird, ob alles glatt gelaufen ist, etc. Aber als ich ihn dann in den Händen hielt, war ich so glücklich, dass größtenteils alles gut geworden ist. Hier und da gab es einige Stellen, mit denen ich nicht ganz zufrieden war, aber das eher aus zeichnerischer Sicht. Dass er nun relativ gut weg ging (Dokomi und Online), hat mich noch mehr gefreut!


animePRO: Wo wir gerade beim Thema sind. Kommen wir doch zu deinem Dōjinshi „Red Incubus – An ill-fated affair“, den du kürzlich hast drucken lassen.

Inhalt: Aeris, Sohn der königlichen Incubifamilie Estral Nuva Li, muss unter ständiger Misshandlung seines Bruders Aras leiden. Dieser ergötzt sich an dem Leid des Jüngeren und gewinnt dadurch seine Kraft, macht ihn zusätzlich außerdem noch von sich abhängig.

Durch die Tatsache, dass Aras Krönung vor der Tür steht und so seine Macht ins Unendliche wachsen wird, sieht Aeris kaum eine Möglichkeit dem Ganzen zu entrinnen. Bis sich durch einen misslichen Unfall ein Wink in die Freiheit eröffnet...

animePRO: Wie bist du auf die Idee gekommen?
Leonie: Alles hat mit meinem OC Aeris angefangen und einem RPG, in dem er einer der Hauptcharaktere war. Die veröffentlichte Zusatzstory hat sich letztendlich erst viel später bei der Ausarbeitung von Aeris Charakterdesign entwickelt und war schlichtweg eine spontane Überlegung, die mir irgendwann mal kam. (Spontane Einfälle sind das, was mir am meisten bei meiner Entwicklung hilft!)

animePRO: Warum hast du dich für eine Kombination aus Boys Love und Fantasy entschieden?
Leonie: Einfach daher, dass es die Genres sind, welche ich am liebsten lese und ausschließlich zeichne. Ich bin kein Shojo-Fan und actiongeladene Serien interessieren mich weniger. (Außer der Zeichenstil sagt mir seeeeeehr zu !!!) Für Incubi habe ich mich außerdem entschieden, da mein OC Aeris ein Incubus ist und so der Grundstein für sein Reich und seine Familie gelegt war. Dabei waren Fantasy und Boys-Love letztendlich wie automatisch als Themen gewählt!

animePRO: Die Geschichte besitzt nur 32 Seiten. War es schwer, sich so kurz zu fassen? Oder würdest du sagen, dass dir allgemein Kurzgeschichten besser liegen?
Leonie: Ehrlich gesagt musste ich wirklich ordentlich kürzen *haha*!!! Ich bin jemand, der gerne weit ausschweift, weshalb das alles schon recht anstrengend war. Unendliche Geschichten sind mir eigentlich immer am liebsten.

animePRO: Könntest du dir vorstellen, die Charaktere Aeris und Aras noch einmal in einer anderen Geschichte auftreten zu lassen?
Leonie: Ja! Da die Hauptstory immerhin schon seit Langem in Arbeit ist und es mit beiden noch nicht vorbei ist.




animePRO: Kannst du uns schon etwas zu zukünftige Projekte verraten? Worauf können wir uns freuen?
Leonie: Bisher ist einiges in Planung und ich möchte nur ungerne etwas ankündigen, was noch festgelegt ist! Daher: freut euch auf Neues von mir!

animePRO: Möchtest du zum Schluss unseren Lesern noch etwas sagen?
Leonie: Ich danke allen, die sich für meine Werke und meine Charaktere interessieren! Ich freue mich immer, wenn ich lese, dass es euch gefällt und freue mich auch über jede Nachricht, die mir geschrieben wird!
Falls ihr noch irgendwelche Fragen haben solltet, dann scheut euch nicht, mich anzuschreiben! 

Ihr seid neugierig geworden? Dann besucht Leonie doch auf Animexx oder Facebook.
Autor:
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 17.06.2014
Bildcopyright: Leonie Schultz (Etsu Chan)


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