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Yōkai, Fantasy und moppelige Katzen: Mit leuchtenden Pastellfarben probiert sich Carolilly durch verschiedene Techniken. In unserem Artist Alley-Interview stellen wir sie euch vor!

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D "Dying Message Tour 2012" München & Hamburg

 
2011 beehrte die Visual Kei Band D Europa zum ersten Mal und es sollte gerade einmal ein Jahr dauern, bis sie wiederkamen, um die Fans erneut mit ihrer Musik zu verwöhnen. Auf ihrer „Dying Message Tour 2012“ gaben sie drei Konzerte in Deutschland, wobei wir das Glück hatten, auf zwei dieser Konzerte anwesend zu sein: München und Hamburg.
München, 22. April 2012

Das Feierwerk ist ein kleiner, süßer Club mit einer kleinen, aber feinen Bühne mitten im verregneten München. Dorthin hat es die Band D verschlagen, um vor zirka 200 Fans ordentlich zu rocken. Allerdings gab es in diesem Jahr eine kleine Änderung – während es 2011 eine Autogrammstunde gab, wurde in diesem Jahr darauf verzichtet. Stattdessen gab es vor dem Konzert eine kleine Q&A Session, bei dem die Band Rede und Antwort stand. Freudig vom Publikum begrüßt, setzten sie sich auf ihre Stühle am Bühnenrand. Drummer Hiroki und Gitarrist Ruiza schien die Session großen Spaß zu machen, Gitarrist Hide-Zou und Bassist Tsunehito dagegen wirkten etwas reserviert, Sänger Asagi stand irgendwo dazwischen. Los ging es mit einem „nyan“ (jap. für „miau“), was sich ein Fan wünschte: Asagis klang erotisch, wohingegen Ruizas sehr verspielt war. Die letzte Frage, was sie nach dem Konzert täten, wurde spontan in „Ich packe meinen Koffer“-Manier beantwortet.

Anschließend verließen sie die Bühne für kurze Zeit wieder, bis das Intro erklang, bei dem die Fans im Takt mitklatschen. Das hielt aber nur so lange an, bis Hiroki die Bühne betrat und sich dem Publikum präsentierte, gefolgt von Tsunehito, Hide-Zou, Ruiza und letztlich Asagi. Ihre Kostüme waren diesmal in einem einheitlichen Schwarz gehalten, teilweise mit Lack und besonders bei Tsunehito und Asagi mit einem großzügigen Ausblick auf ihre Beine. Letzterer zeigte sie im Verlauf des Abends auch zu gerne, indem er seinen Überrock anmutig beiseiteschob. Positiv anzumerken ist, dass das Drumset erhöht stand, sodass die Fans auch das Spiel von Hiroki während des Konzerts verfolgen konnten, was sonst für die meisten wahrscheinlich sehr viel schwieriger gewesen wäre.

Los ging es mit „Der König der Dunkelheit“, ein kraftvoller, dynamisch Einstieg, mit einer eher düsteren an Barock und Gothik anmutenden Melodie, die das Publikum sofort mitriss. Es dauert nur wenige Sekunden, bis sich die Band- ausgenommen Hiroki- am Bühnenrand wiederfand, ein Platz, den sie eher selten verließen. Zwischenzeitlich versagte allerdings Asagis Mikrophon. Ein bisschen drehen und schon ging es. Trotzdem hatte der Sänger den ganzen Abend damit zu kämpfen, sodass man seinen Gesang manchmal eher erahnen als wirklich hören konnte. Ein großes Manko, denn Asagi hat eine wunderschöne, variationsreiche Stimme, was oftmals durch die Mikrophonprobleme nicht wirklich zur Geltung kam.

Weiter ging es mit „In the name of Justice“ und jeder Menge geshoute, wobei der fröhlich leicht anmutende Refrain einen starken Kontrast bildet und das Publikum zum Tanzen verleitete. Während des Songs schien der anfangs noch reserviert wirkende Tsunehito auch langsam aufzutauen; immer häufiger stahl sich ein Lächeln auf die Lippen, das sehr bald kaum noch aus seinem Gesicht weichen sollte.
Mit „Huang di“ erklangen chinesische Töne und es schien, dass viele Fans sehnsüchtig darauf gewartet hatten, diesen Song live zu erleben. Passend dazu holte Asagi einen Fächer hervor und vollführte damit anmutige Gesten. Er versuchte damit, das Publikum zu animieren, etwas, das er konsequent das gesamte Konzert über versuchte und damit großen Erfolg hatte. Begeistert streckten die Fans ihre Fäuste in die Höhe, jubelten den anderen Bandmitgliedern zu, wenn er mal Platz für sie machte oder bei einem Solo auf sie deutete, da sie in dem Moment im Mittelpunkt standen und grölten jedes Mal mit, wenn er dazu aufforderte.

Nach „Huang di“ begrüßte Asagi das Publikum mit einem „Hey!“, welches eifrig und enthusiastisch erwidert wurde, ein Spielchen das eine Weile so weiterging, bis er „Hey Germany!“ und die Band auf Deutsch mit „Wir sind D!“ vorstellte. Danach kam er zu den einzelnen Membern, was mit freudigen Rufen der Fans quittierte wurde. Hide-Zou sagte einen kurzen Satz, während Ruiza eine kleine Gitarreneinlage hinlegte. Nur bei sich selbst machte er eine Ausnahme und ließ seinen Namen mehrmals von den Fans rufen.

Anschließend stimmte der Sänger die ersten Töne von „Yami yori kurai“ an, bevor der Rest Band einsetzte und headbangte, was das Zeug hielt. Der Song mutet düster, erotisch und gefährlich an, wobei Asagi seine Stimme auch des Öfteren verzerrte. Ebenso bewies er, wie hoch er eigentlich singen kann.

Nach dem Song hörte man den Rhythmus von Hirokis Bassdrums, den das Publikum schnell aufnahm und in demselben klatschte und „heyhey“- Rufe machte. Dann setzten die Gitarren und der Bass ein und Asagi präsentierte sich mit seiner Lederpeitsche, mit der er posierte. Typisches Ensemble für „Hana madoi“ folgte. Neben einer starken Drum- und Bass- Einlage glänzte auch Ruizas Gitarrensolo. Als nächstes wurde „Sleeper“ angekündigt. Anschließend verließen alle bis auf Hiroki die Bühne, der bis über beide Ohren grinste und sein Drumsolo anspielte. Zunächst immer nur wenige Takte, nach denen die Fans begeistert kreischten, zwischendurch etwas längere Passagen, dann wieder etwas kürzere, bis Hiroki richtig loslegte und sein Können unter Beweis stellte, wobei das Publikum im Takt mitklatschte. Das verlor sich schnell, als er mit den Bassdrums ein Tempo vorlegte, dem die Fans kaum noch folgen konnten. Nach einer kurzen Pause, in der er den Fans klarzumachen versuchte, was er als nächsten vorhatte, wurde ein neuer Rhythmus angeschlagen. Diesem folgten schon bald die Gitarrenklänge, als Ruiza, Hide-zou und Tsunehito erneut auf die Bühne stürmten. Dabei versuchten diese das Publikum mit Shouten und Klatschen weiter zu animieren- das musste sich nicht zweimal bitten lassen. Sie richteten auch einige Sätze an ihre Fans, die leider auf Japanisch waren, weswegen sie wohl nur ein Bruchteil verstanden hat. Schließlich kam auch Asagi unter Begeisterungsstürmen der Fans auf die Bühne. Kurz darauf ging es mit den orientalischen Klängen von „Desert Warrior“ weiter, einem Publikumsliebling, zu dem man mehr als nur tanzen und sich vergnügen kann und der vor Energie nur so strotzt. Hüpfen, Shouten, Tanzen- er lädt zum Verausgaben ein. Tsunehito, der bereits nach wenigen Minuten an dem Abend auftaute, präsentierte sich in diesem Jahr ganz anders wie noch im Vorjahr. Während er damals eine Kunstform für sich, aber innerhalb Ds darstellte, war er dieses Mal mit einer der aktivsten, wenn es um hüpfen und headbangen ging. Auch war er oft ganz vorne mit dabei, um in der Hocke seinen Fans die Hände klatschen zu können- Tsunehito stand an diesem Abend kaum still. Fast schon wie ein Flummi bewegte er sich ständig auf der Bühne hüpfend vor und zurück, wirbelte auf die rechte Bühnenhälfte, um mit Ruiza den Platz zu tauschen und dort die Fans mit seiner Anwesenheit zu beglücken und wieder zurück, immer ein glückliches Lächeln im Gesicht. Ruiza ging es anfangs ähnlich, lehnte sich schon regelrecht ins Publikum und ließ sich sogar über die Haare streicheln, was er auch sichtlich zu genießen schien. Als dann jedoch einige Fans übermütig wurden und ihm auch ins Gesicht fassten, hielt er sich wieder etwas zurück, war jedoch alles andere als kontaktscheu. Während Hiroki hinter seinen Drums oftmals lächelte und grinste, wirkte Hide-Zou im krassen Kontrast dazu schon betont cool, wie man es nicht anders von ihm erwarten würde. Auch wenn er ebenso wie Asagi sehr oft die Hände der Fans in den vorderen Reihen abklatschte.

Nach dem Song zückte Asagi seine zwei D-Flaggen, einmal schwarz mit einem orangefarbenen D und einmal orange mit einem schwarzen D drauf und fragte das Publikum, ob sie ihre Flaggen auch dabei hatten. Natürlich präsentierten viele sofort ihre eigenen. Mit ihnen vollführte Asagi eine Choreographie, die die Fans begeistert nachmachten. Diejenigen, die keine Flaggen hatten, benutzten ihre Hände, um teilhaben zu können.

Mit „Yami no kuni no Alice“ folgte ein Publikumsliebling, bei dem viele ihre Textsicherheit bewiesen und lautstark im Refrain mitsangen. Auch die Band hielt nichts an ihren Plätzen. Man konnte fast meinen, dass sie regelrecht von den Fans aufgezogen werden, so nah standen sie am Bühnenrand, um die Fans mit Handabklatschen und Anfassen lassen zu belohnen. Natürlich wurden auch kurzerhand die Seiten gewechselt, damit keine zu kurz kam. Wenn es einen Song an dem Abend gab, bei dem sich Band und Fans besonders nahe waren, war es unbestreitbar dieser.

Es folgte „Dying Message“, die Single, die nicht nur der Tour ihren Namen gab, sondern erst Ende Mai erscheinen würde. Fans, die auf die Konzerte gingen, hatten nicht nur die Möglichkeit, den Titelsong der neuen Single vorab hören und live erleben zu können, sondern ihn auch auf einem 2GB USB Stick zusammen mit dem PV am Merchandisingstand erwerben zu können. Dass der Song unbekannt war (von etwaigen Previews abgesehen), merkte man aber kaum. Wie bei allen Liedern animierten die Bandmitglieder die Fans hervorragend, die auch sofort reagierten. Der Song gehört trotz des düster-traurig wirkenden Textes musikalisch zu den eher leichteren Liedern der Band mit einer choralen Begleitung an bestimmten Stellen. Ein Lied, welches den Zuhörer mit dem regelrecht wiegenden federleichten Gesang Asagis umhüllte und gefangen nahm.
Anschließend kündigte Asagi „Torikago goten“ an. Es erklang ein Klavierspiel, zu dem Ruizas Gitarre einsetzte. Schließlich löste der Gesang diese ab, wobei zwischenzeitlich die E-Gitarre immer noch kurz angespielt wurde, bis die Drums dann den Einsatz des gesamten Ensembles gab. Eine traurige, sehr melancholische Ballade, die im starken Kontrast zu den vorangegangenen Songs steht. Die Probleme mit dem Mikro zeigten sich hier in aller Deutlichkeit, da Asagis wunderbar sanfter Gesang wenig zur Geltung kam. Dennoch war es, diesen Song live zu sehen, ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst.
Mit „7th Rose“ ging es gleich wieder rockig weiter. Asagi packt hierbei eine ganze Palette an stimmlicher Variation in einen Song – düster und verzerrend, extrem hoch und auch federleicht.
Danach hieß es bereits „Last Song“ und „Everybody JUMP!“, was sofort umgesetzt wurde, bevor es mit „Guardian“ zu Ende ging, viel Headbanging und Shouten.
Asagi bedankte sich anschließend auf Japanisch und Deutsch. Plektren wurden ins Publikum geschmissen, noch etliche Hände berührt und viel gewunken, bevor die Band sich langsam in den Backstagebereich zurückzog.
Wie immer dauerte es nur kurze Zeit, bis die Zugaberufe einsetzten. Die Band ließ sich auch nicht lange bitten, Hiroki und Ruiza stürmten im Tourshirt auf die Bühne, Tsunehito und Hide-Zou dagegen ohne, wohl auch, weil ihre Outfits es nicht zuließen.
Ruiza schnappte sich gleich das Mikro mit einem „HEY!“ und bedankte sich erneut auf Japanisch beim Publikum, bevor Asagi die Bühne betrat und das Publikum mit einem „Ich liebe euch!“ erfreute und den wirklich allerletzten Song des Abends ankündigte: „Day by Day“, einem fröhlich klingenden Song, der die Band und Fans strahlen ließ und einen gelungenen Abschluss bildete.

Die Bandmitglieder ließen sich noch einmal von ihren Fans feiern, fassten ihre Hände, warfen Trinkflaschen, Plektren und Drumsticks in die Menge, bevor sie langsam, einer nach dem anderen, die Bühne verließen.

Das Konzert bot einen guten Mix ihrer Veröffentlichungen vor allem der letzten Jahre und ihrer neuesten CDs. Man merkt bei ihrem Konzert vor allem, mit wie viel Leidenschaft sie dabei sind und dass nicht nur sie sich manchmal in ihren kreierten Welt verlieren, sondern wollen, dass auch die Fans tief dorthin herab tauchen, was ihnen wunderbar gelingt. Auch nach sieben Jahren ist ihnen der sehr enge Kontakt zu den Fans wichtig, sodass sie sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen, was ihnen auch mit einer herzerwärmende Freude seitens der Fans gedankt wird.
Trotz Mikroprobleme beim Konzert war es ein wunderbares musikalisches Erlebnis und wer die Möglichkeit hatte, auf ein weiteres von ihnen zu gehen, der konnte sich sehr glücklich schätzen.


Setlist:

Intro
1. Der König der Dunkelheit
2. In the name of justice
3. Huang di~yami ni umareta mukui
~ MC ~
4. Yami Yori Kurai Doukoku no Acapella to Bara Yori Akai Jounetsu no Aria
5. Hana madoi
6. Sleeper
7. ~ Hiroki's solo ~
8. Desert warrior
9. Night ship "D"
10. Yami no kuni no Alice
11. Dying Message
12. Torikago goten ~L'Oiseau bleu~
13. 7th Rose ~Return to Zero~
14. 7th Rose
15. Guardian

< ENCORE>
16. Day by day


Hamburg, 06. Mai 2012
Nach über zwei Wochen seit Beginn ihrer Tour verschlug es D ins beschauliche und verregnete Hamburg. Dort gaben sie am 6. Mai ihr drittletztes Konzert im Knust. Das Knust ist ein ebenso kleiner Club wie das Feierwerk, in dem sich bereits viele Fans, die auch bereits auf anderen Konzerten waren, versammelt hatten.

Wie auch bei den anderen Konzerten gab es eine Q&A Session, wobei diesmal viele Fragen hauptsächlich an Sänger Asagi gerichtet waren. Ein Highlight war, als ein Junge aus dem Publikum die ersten Zeilen ihres Songs „Vampire Missa“ sang, was auch die Band begeistert mitklatschen ließ.
Anschließend verließen sie die Bühne wieder, um sich noch einmal kurz auf das anstehende Konzert vorzubereiten, bevor das Intro erklang und nacheinander Drummer Hiroki, Bassist Tsunehito, die Gitarristen Hide-Zou und Ruiza und Sänger Asagi unter Begeisterungsrufen die Bühne betraten.

Kurz darauf ließen die Töne des ersten Songs darauf schließen, dass wieder „Der König der Dunkelheit“ als erster Song gewählt wurde. Der Verlauf des Konzerts machte deutlich, dass dieselbe Setlist wie in München verwendet wurde – wie auch auf jedem anderem Konzert, lediglich die Zugabe unterschied sich. Dennoch war das Konzert nicht haargenau gleich, so gab es in Hamburg keine technischen Probleme mit dem Mikrofon, sodass man Asagis wundervolle, vielfältige Stimme sehr viel besser genießen konnte. Auch wirkte die Band insgesamt gegen Ende der Tour viel entspannter als noch zu Beginn. Vor allem Tsunehito hatte seine Reserviertheit, die er zu Anfang auf dem Konzert in München noch zeigte, vollständig abgelegt und schien sich einfach nur zu freuen, auf der Bühne zu stehen und mit den Fans zu schäkern.
Nachdem der Eröffnungsgesang von Asagi verklungen war, stürmten die Bandmitglieder nach vorne an den Bühnerand und ließen sich bejubeln, während Asagi selbst die Faust in die Luft streckte, was das Publikum ihm gleich tat und diese im Takt bewegte. Nahtlos ging es weiter mit „In the name oft justice“ und viel Geshoute seitens Band und Publikum. Tsunehito stand nicht mehr still, hüpfte ständig auf und ab, an den Bühnenrand und wieder zurück, ebenso wie Hide-Zou, der oft nach vorn und wieder zurückwirbelte. Auch gegen Ende der Tour hat die Band nichts von ihrer Dynamik verloren und besitzt noch genauso viel Energie wie zu Beginn. Während Tsunehito schon seit der Q&A Session sein Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht bekam, blieb Hide-Zou seinem coolen Image weiterhin treu, wenngleich sich auch bei ihm immer öfter ein Lächeln auf die Lippen stahl. Ruiza war wie immer ein Energiebündel, das sich gern von den Fans durch die Haare streichen ließ, sodass man sich manchmal schon fragte, wann und wie er es schaffte dabei noch die kräftigen Gitarrenparts zu spielen. Hiroki verschwand leider öfter hinter seinen Kollegen an den Drums, da dieses nicht erhöht stand, doch verfolgte er aufmerksam, was seine Kollegen am Bühnenrand trieben.
Asagis Gesang wirkte noch tiefer als sonst, dennoch schaffte er auch die hohen Töne des Songs spielend. Am Ende des Songs hielt er eine Rose in der Hand, die er an seine Lippen führte, bevor er sie sorgfältig wegpackte. Stattdessen zog er einen Fächer hervor, chinesische Klänge ertönten und das Publikum freute sich auf „Huang di“, das begeistert aufgenommen wurde. Während Asagi mit dem Fächer seine Bewegungen vollführte und das Publikum anheizte, headbangte Tsunehito, ließ seinen roten Schopf herumwirbeln und bewegte seinen Körper mit den Fans im Takt vor und zurück, wobei Hiroki alles genau hinter seinen Drums beobachtete.






Es folgte eine kleine Pause, die plötzlich durch Asagis „HEY!“ durchbrochen wurde, worauf die Fans natürlich augenblicklich reagierten. Wie gehabt stellte er die Mitglieder seiner Band vor. Hiroki spielte seine Drums an, Tsunehito dagegen versuchte sich auch einmal an der deutschen Sprache: „Es ist so lange her, Hamburg!“, wobei er auf das Konzert von 2011 im Logo anspielte. Hide-Zou dagegen blieb bei Japanisch, Ruiza bei seiner Gitarre und Asagi ließ seinen Namen mehrmals vom Publikum rufen.
„My Dear rose. Oh, you are all of me in this world. In now, the past and the future. I sing for you“ sang Asagi mit volltönender Stimme, begleitet von den Jubelschreien der Besucher, die wussten, dass „Yami Yori Kurai Doukoku no Acapella to Bara Yori Akai Jounetsu no Aria“ folgte. Die Becken des Schlagzeugs setzten ein, bevor die Gitarren mit einem harten Sound einstimmten, dem schnellen und kräftigen Rhythmus der Drums folgten und Asagis erste Zeilen wie die Ruhe vor dem Sturm wirken ließen, der nun über einen hinein brach. Düster und gefährlich ging es weiter, jedoch nicht ohne einen sexy Unterton. Der Song zeigt wunderschön den Reichtum an Variationen, die Asagi mit seiner Stimme beherrscht. Von dunkel und tief über verzerrt zu sehr hoch (ohne sich zu überschlagen!).

Die Trommeln des Drumsets kündigten „Hana Madoi“ an und Asagi verschwand auch kurz im hinteren Teil der Bühne, um seine Peitsche hervorzuholen, die aber unglücklicherweise einen Abstecher zu Tsunehito machte und sich dort in seinen Haaren verfing. Schnell eilte Asagi zu ihm, um ihn von seinem „Spielzeug“ zu befreien, bevor er sich damit an den Bühnenrand begab und vorsichtig neben sich mit der Peitsche schlug, nachdem er sie erst mal posierend dem Publikum vorgeführt hatte. Das Basssolo von Tsunehito am Bühnenrand führte ebenfalls zu Begeisterungsrufen, ebenso wie Ruizas Gitarrensolo, für das Asagi auch Platz auf seinem Podest machte. Allgemein schien der Konsens zu sein: Sobald er das Feld räumt, wird sich einfach der Platz selbst geschnappt, sofern keiner der anderen bereits oben ist. So fanden sich auf dem Podest vorne des Öfteren mal Ruiza, Hide-Zou oder Tsunehito wieder, die damit auch den Fans weiter hinten einen schönen Ausblick auf ihr Können gaben. Ansonsten tauschten sie ihre Plätze wild hin und her, Tsunehito und Hide-Zou auf der rechten Seite, Ruiza auf der linken, nur Asagi blieb die meiste Zeit des Konzerts über lieber in der Mitte stehen. Zwischendurch wurden auch wieder viele Hände abgeklatscht und berührt. Tsunehito, ganz das energische Energiebündel wie auch schon in München, begnügte sich diesmal nicht einfach nur am Bühnenrand auf und ab zu hüpfen, sondern hüpfte auch um Hide-Zou herum, der es ihm spontan gleich tat, sodass beide im Kreis umeinander rumhüpften, wobei sich auch Hiroki ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Nach „Sleeper“ verabschiedete sich die Band von der Bühne und ließ ihren Drummer allein zurück, damit er nun sein Solo bestreiten konnte. Schon davor begannen die „Hiroki!“- Rufe. Er trommelte immer wieder mit kurzen Pausen zwischendrin, damit die Fans ihn feiern konnten. Dann schlug er einen Rhyhtmus an, dem die Fans mit Klatschen und „Hey“-Rufen folgten, mit akzentuierten Pausen seinerseits, bei dem nur die Fans „HEY!“ riefen, bis der Rhythmus so schnell wurde, dass die Fans nicht mehr folgen konnten. Nach seiner beeindruckenden Performance erschallten sofort wieder die „Hiroki!“- Rufe, die er aber schnell unterbrach, da er etwas anderes vorhatte. Er deutete in der Luft an, wie er spielte und zeigte anschließend aufs Publikum, das klatschen sollte. Dieses jedoch klatschte sofort, was er abermals unterbrach. Er machte seine Vorführung noch mal, wobei das Publikum diesmal verstehend nickte. Hiroki gab ein Okayzeichen, rief „LET’S GO!“ und legte wieder an Drums los, wobei das Publikum sofort im passenden Rhythmus mit dem Klatschen einsetzte. Nur kurze Zeit später erklangen die Gitarren und Ruiza, Hide-Zou und Tsunehito stürmten abermals auf die Bühne, ihre Fäuste in die Höhe reckten und in die Luft schlugen, was die Besucher sofort unter „Hey“- Rufen nachmachten.
Hide-Zou schnappte sich ein Mikro und zeigte, dass nicht nur Asagi und Tsunehito in der Lage seien, Deutsch zu sprechen und fragte „Wie geht’s?!“, wechselte dann aber ins Englische zu „Everybody, are you ready?!“, „Are you ready, let’s go!“, wobei Hirokis Drums bereits die nächste Runde mit Shouten einläutete. Die nächsten zwei Intermezzos, in dem nur Hirokis Bassdrums erklangen, gehörte Ruiza, der jedoch nur auf Japanisch kommunizierte, bevor es weiter ging mit Gitarren und Shouten. Asagi betrat die Bühne und nur kurze Zeit später ging es unter extrem begeistertem Kreischen mit „Desert Warrior“ weiter, mit Jumpen und Shouten zu den orientalischen Klängen, bei dem viele Fans auch ausgelassen tanzten.






Im Anschluss zückte Asagi wieder seine Flaggen und wies die Fans auf Englisch dazu an, das Selbe zu tun. Klar, dass nur „Nightship-D“ folgen konnte. Wer keine Flaggen dabei hatte, benutze auf seine Anweisung hin einfach die Hände, um seine vorgeführte Choreographie mitzumachen. Am Ende bedankte sich Asagi auf Deutsch und Japanisch. Nach „Yami no kuni no Alice“, bei dem viele Fans bereits zeigten, dass sie textsicher sind und den Refrain enthusiastisch mitsangen, folgte der neue Song „Dying Message“, der der Tour ihren Namen gab. Bereits vor dem Konzert wurde noch einmal darauf hingewiesen, dass die Konzertbesucher die Möglichkeit besaßen, ihn auf einem USB-Stick vor der Singleveröffentlichung zu kaufen – etwas, was sich durchaus lohnt. Ein beschwingter Rocksong, der zu den leichteren Liedern in ihrem Repertoire zählt und mehr als nur Ohrwurmcharakter besitzt und in dem auch gerade Gitarrenliebhaber dank eines langen Solos von Ruiza auf ihre Kosten kommen. In einem Zwischenstück versagten plötzlich die Instrumente, was zu abrupt schien, um geplant gewesen zu sein, denn an der Stelle sang Asagi normalerweise mit Klavier- und Beckenbegleitung, bevor der Rest wieder einsetzte. Doch auch sein Mikro war aus, ebenso wie die eingespielte Klavierbegleitung. Asagi ließ sich davon jedoch nicht beirren und sang einfach normal weiter, ebenso wie Hiroki nach wie vor die Becken bediente. Der Fehler wurde schnell behoben und die Band spielte normal weiter, als hätte es diese sehr kurze A-Capella-Einlage nie gegeben.
Asagi kündigte mit „Torikago goten“ die Ballade des Abends mit eingespielter Klaviereinlage an, bevor eine Gitarre erklang, die dann Asagis Stimme Platz machte. Eine schöne, schwere, pathosgeladene Ballade, voller Melancholie und Traurigkeit, die das Herz berührt.

 






Lauter Applaus ertönte nach dem Song, bevor „7th Rose“ angespielt wurde, dessen Intro „Return to Zero“ zwar an der Traurigkeit und Melancholie des vorigen Songs anschloss, dann jedoch mit der Stimmung brach und einen dunklen Rocksong entpuppte, der im Refrain, wenn Asagi höher sang, durchaus Schwermut bewies.
Der letzte Song wurde zusammen mit einem „Everybody Jump!“ angekündigt. Bei „Guardian“ wurde geheadbangt ohne Ende, mit dem Oberkörper vor und zurückgewippt und geshoutet, kurz: Noch einmal alle Register gezogen. Tsunehito kniete auch des Öfteren am Bühnenrand und spielte dort dicht bei den Fans, die praktisch nur die Hand ausstrecken mussten, um seinen Bass zu berührten – etwas, das Hide-Zou im Verlauf des Konzerts durchaus mal gemacht hat.
Während des Songs hielt Asagi auch die halbe Band im Arm, zunächst Ruiza, der sich immer noch Gitarre spielend, regelrecht an ihn kuschelte, bevor er sich Tsunehito zuwandte, der aber nur kurz bei ihm verweilte, sodass er sich doch wieder lieber Ruiza widmete. Den Fans gefiel der Fanservice natürlich sehr.

Anschließend bedankte sich Asagi mehrmals überschwänglich, ebenso wie die anderen Bandmitglieder, die Plektren ins Publikum warfen, Hände schüttelten und sich nur langsam von der Bühne bewegten. Die Zugaberufe ließen nicht lange auf sich warten und die Band sich nicht lange bitten, bevor sie wieder zurückkam. Hide-Zou fragte abermals „Wie geht’s?“, bevor er auf Japanisch weiterredete und zwischendurch immer wieder „Are you ready?!“ fragte. Asagi betrat wie gehabt als letzter die Bühne. „Ich liebe euch!“, sagte er, bevor er den „Last Song!“ ankündigte... „Eden“. In der Q&A Session vor dem Konzert wurde sich dieser Song von den Fans gewünscht und sofort machte die Band ihn unter lauten Begeisterungsstürmen wahr. Ein rockiger Song mit mittlerem Tempo, bei dem Asagi auch häufig mit seiner Stimme in höhere Sphären abdriftet. Die Instrumente, bis auf eine Gitarre, verstummten, als Asagi die erste Zeile des Refrains sang, den die Fans sofort aufnahmen und ihn lautstark und sehr textsicher fortsetzten, während Asagi schwieg und ihnen das Mikro hinhielt. Bei der zweiten Runde verstummte schließlich auch die Gitarre. Jede neue Runde wurde von Asagi und der Gitarre angestimmt, während die Bandmitglieder bewegt und völlig ruhig dastanden und den Augenblick lächelnd genossen. Vor der vierten Runde bedankte sich Asagi schließlich bei den Fans, sang diese mit ihnen zusammen und bedankte sich abermals, bevor der Song weiterging.

Die Instrumente wurden wieder abgelegt und sich von den Fans ausführlich verabschiedet. Als sie nach langer Zeit die Bühne verließen, setzten die Encore (Zugabe)rufe sofort wieder ein – was Wirkung zeigte. Abermals betrat D die Bühne, Ruiza bedankte sich bei den Fans, ebenso wie Asagi. Der wirklich allerletzte Song war der fröhliche und muntere Song „Day by Day“, der, wie auch schon in München, einen perfekten Abschluss bildete. Als die letzten Töne verklungen waren, war das Konzert zu beiderseitigem Bedauern zu Ende. Lange blieben die Bandmitglieder auf der Bühne, schienen nicht weg zu wollen, im Gegenteil. Es wurde gewunken, Hände geschüttelt, jeder einzelne Zentimeter am Bühnenrand abgelaufen, um sich bei noch mehr Fans für die tolle Zeit zu bedanken. Tsunehito schloss sie auch schon fast in seine Arme. Normalerweise ist Hiroki derjenige, der als letztes seine Sticks ins Publikum wirft und die Bühne verlässt, diesmal war es der rothaarige Bassist, der sich kaum von seinen Fans trennen konnte.


Rock, Metall, Gothik, wunderschöne Songs mit viel Variationsreichtum, dafür sind D bekannt und das haben sie auch im Knust wieder einmal eindrucksvoll gezeigt. Anscheinend lieben sie auch Hamburg, da sie wesentlich lockerer und noch energischer auf der Bühne waren als noch zu Beginn ihrer Tour in München. Eines ist jedoch sicher, Fannähe ist für sie ein sehr wichtiger Faktor. Es wird geschäkert, geflirtet, gespielt und angetrieben, während sie ihre bezaubernden Songs performen und den Zuschauer ohne sein Wissen mit in ihre Welt nehmen.

Setlist

Intro
1. Der König der Dunkelheit
2. In the name of justice
3. Huang di~yami ni umareta mukui
~ MC ~
4. Yami Yori Kurai Doukoku no Acapella to Bara Yori Akai Jounetsu no Aria
5. Hana madoi
6. Sleeper
7. ~ Hiroki's solo ~
8. Desert warrior
9. Night ship "D"
10. Yami no kuni no Alice
11. Dying Message
12. Torikago goten ~L'Oiseau bleu~
13. 7th Rose ~Return to Zero~
14. 7th Rose
15. Guardian

< ENCORE 1>
16. EDEN
< ENCORE 2>
17. Day by Day
Autor: /  TonaradossTharayn
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 12.05.2012
Bildcopyright: D


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