Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

Weiterlesen

Featured:
Twittern" title= Auf Facebook teilen

Hizaki im MTC in Köln

 
Es ist seine erste Solo-Tour und darüber hinaus sein Debüt-Konzert als Solokünstler: Am 25. Mai 2015 wagte sich Visual Kei-Gitarrist Hizaki das erste Mal ganz ohne Support auf die Bühne des Kölner MTC-Clubs und begeisterte ein überschaubares, doch eingeschworenes Publikum mit beeindruckenden Gitarrensoli.
Bereits Stunden vor dem Einlass versammelten sich die ersten Fans vor dem Kölner MTC, bevor Veranstalter und Künstler selbst ankamen. Unglücklicherweise war der Besitzer des Clubs noch nicht anwesend, weshalb sich die gesamte Zeitplanung nach hinten verschob. Die Signierstunde für die Besucher, die sich ein VIP-Ticket gesichert hatten, musste dadurch nach der Show ausgeführt werden; ursprünglich war diese zuvor eingeplant gewesen. Die Verzögerung tat der aufkommenden, guten Stimmung jedoch keinen Abbruch.
Gegen kurz nach sieben Uhr begann der geregelt ablaufende Einlass und rasch füllte sich die Fläche vor der Bühne. Die VIP-Besucher ergatterten die besten Plätze, später Eingelassene tummelten sich bei dem Merchandise-Stand weiter hinten in der Halle oder sicherten sich einen Platz an der Bar. Es waren weniger Leute als erwartet gekommen, was wiederum den angenehmen Nebeneffekt mit sich brachte, dass für jedermann ausreichend Platz blieb. Es entstand eine familiäre Atmosphäre ohne Gedrängel und bescherte den Fans einen entspannten Abend.
Gegen acht Uhr kündigte die Managerin nicht wie erwartet Hizaki, sondern einen anderen japanischen Musiker an, welcher dem Publikum als Opening-Act einheizen würde. Gitarrist Kenta Hayashi betrat mit einer Akustikgitarre die Bühne und bot drei Kostproben seines Könnens. Zuerst beeindruckte er die Zuhörer mit einem schnellen und emotionalen Gitarrensolo, daran anschließend überlappten elektronisch verzerrte Hintergrundgeräusche sein Spiel. Auch der letzte Song kreierte eine stimmungsvolle und rockige Atmosphäre. Einige Leute nutzten den freien, hinteren Bereich der Halle zum Tanzen und Mitfiebern.
Abschließend stellte Kenta sich und seine Musik in professionellem Englisch vor, scherzte ein wenig mit dem Publikum und wies unter anderem darauf hin, dass auch seine CDs am Merchandise-Stand erhältlich seien. Seine Promotion endete gegen knapp viertel vor neun; danach wurden die Rufe nach Hizaki, dem Hauptakt, immer lauter.
Endlich erklang Jupiters „Introduction“ aus den Lautsprechern, was die Spannung steigerte und den Fans erste Jubelrufe entlockte. Diese schwollen zu Begeisterung an, als sich Hizaki das erste Mal den Zuhörern präsentierte und in einem fließenden Übergang den ersten Song „The Birth of Venus“ einleitete.
Dieses sowie alle anderen Stücke der Bands Versailles und Jupiter unterlagen einer Neuinterpretation: Die fehlenden Gesangsteile spielte Hizaki als Melodie auf der Gitarre und komponierte sie so zu eigenständigen Instrumentalstücken um. Dadurch konnten die fehlenden Supportmember geschickt durch Playback ersetzt werden und der Anspruch eines Solo-Konzertes wurde erfüllt.




Direkt daran anschließend bot der Künstler eine Kostprobe verwirrend schnellen Gitarrenspiels: Zwar zeichnet sich „Desert Apple“ eigentlich durch eine stimmige Kombination aus Gitarre und Bass aus, doch büßte der Song trotz fehlender Bassgitarre nichts von seiner Ausdrucksstärke ein.
Nach einem gelungenen Auftakt ergriff Hizaki das erste Mal das Mikrofon und begrüßte die Zuhörer mit einem lange perfektionierten und demnach erfolgreichen „Guten Abend“. Er dankte dem Publikum und kündigte nach einem „Let’s enjoy!“ als nächsten Song das Versailles‘ Instrumental „Silent Knight“ an. Viele Fans hatten Stücke aus Zeiten dieser Band bereits mit Aufregung erwartet und kamen nun voll auf ihre Kosten.
Als viertes folgte das älteste Stück des Abends: „Race Wish“ von HIZAKI Grace Project. Auch hier lieferte der Musiker den Fans eine fesselnde Kostprobe seiner rasanten Gitarrenkünste und unterband knappe fünf Minuten das Durchatmen.
Die nächsten drei Songs schlug Hizaki etwas ruhigere Töne an: Besonders die Ballade „Prayer“ schuf eine nachdenkliche Atmosphäre. Diese entstand 2011 als Reaktion auf die japanische Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe und sollte den Leuten, die Angehörige verloren hatten, Ermutigung und Hoffnung bringen. Passend zur Stimmung ließ jemand Seifenblasen über den Zuschauerraum schweben und die emotionalen Klänge begleiten. Am Ende des Stückes wurde die respektvolle Stille nur von verhaltenem Applaus durchbrochen.
Nun bereitete sich Hizaki auf sein derzeit aktuellstes Instrumentalstück „Church Candle“ vor. Dieses zeichnet sich neben der eingängigen Melodie der Gitarre durch ein Symphonieorchester im Hintergrund aus. Es gelang erstaunlich gut, den imposanten Charakter des Songs trotz Playback-Einspielung und der deutlich dominierenden E-Gitarre zu wahren.
Anschließend wurde die Stimmung noch einmal durch melancholische Töne gedämpft: Bei „Serenade“ gedachten viele Fans dem 2009 verstorbenen Versailles-Gitarristen Jasmine You, dem das Stück gewidmet ist. Auch hier herrschten Zurückhaltung und bedrücktes Schweigen, welche sich bis zum von einem Piano begleiteten Ausklang des Stückes hielten und auch nach dem Abschluss nur langsam abebbten.
Das wurden jedoch rasch aufgelöst, als sich Hizaki mit den nächsten zwei Songs härteren Elementen zuwandte: Als achter Titel des Abends wartete der Künstler mit einer Eigeninterpretation von „Sound in Gate“ auf. Ursprünglich beruht das Stück auf programmierten Orchesterinstrumenten, doch Hizaki unterlegte die Einspielung mit gekonnten Gitarrenriffs und sorgte bei so manchem Fan für verblüffte Blicke.
Der Übergang in „Darkness“ gelang fließend und unproblematisch: Nummer neun des Abends sollte eine der wenigen, härteren Nummern mit Headbang-Faktor bleiben. Die Ausdruckskraft übertrug sich sofort auf das Publikum und heizte die Stimmung in der Halle merklich ein.
Besonders bei diesen beiden Songs zeigte Hizaki erstaunlich viel Fannähe und lehnte sich weit ins Publikum. Die Zuhörer konnten den Künstler und sein Instrument anfassen, hielten sich jedoch in vernünftigem Maße zurück. Die Aufforderung eines Fans, Stagediving zu machen, quittierte Hizaki jedoch nur mit einem Grinsen: Aufgrund der Gitarre und des Kostüms sei dies nicht möglich.
Als zehnten Titel wählte Hizaki den Titelsong des Jupiter-Albums „The History of Genesis“. Dieser stellt mit einer Länge von insgesamt acht Minuten eine anspruchsvolle Herausforderung dar, die der Gitarrist jedoch erfolgreich zu meistern wusste. Rhythmische Melodien wechselten sich mit Instrumentalteilen ab und bildeten einen abwechslungsreichen, symphonischen Song.
Es folgte eine weitere Mikrofonpause, in der Hizaki dem Publikum mit einem „Ich liebe euch!“ schmeichelte und lebhafte Zustimmung aufbrandete. Dennoch erntete er auch ein wenig Enttäuschung, als der letzte Song des Abends angekündigt wurde: „Sympathia“ aus Versailles-Zeiten.
Die Fans schwelgten noch einmal in melodischen Klängen und bildeten eine Menge aus hin und her schwingenden Armen, bis das Stück zu seinem Ende kam und in ruhiger Manier ausklang. Dem respektvollen Applaus folgten Jubelrufe, als sich der Musiker tief verbeugte, seine Gitarre ablegte und sich mit sichtbarer Freude ausgiebig von dem Publikum verabschiedete.
Kaum im Backstage-Bereich verschwunden, wurden die ersten Zugaberufe laut. Nach etwa fünf Minuten kehrte Hizaki auf die Bühne zurück und ergriff erneut sein Instrument. Als allerletzten Song präsentierte er „Race Wish“ ein zweites Mal und ließ die Fans noch einmal an seinem leidenschaftlichen Gitarrenspiel teilhaben.
Der Abend war hiernach jedoch noch nicht beendet: Eine Weile später wurde die versprochene Signierstunde für die Besitzer eines VIP-Tickets abgehalten. Diese lief geregelt und ohne Zwischenfälle ab. Die Fans hatten noch einmal die Gelegenheit, persönlich einige Worte an Hizaki zu richten und sich von ihm zu verabschieden. Somit fand der Abend einen stimmungsvollen Ausklang und Hizaki wird bestimmt überwiegend positive Erinnerungen an sein erstes Solo-Konzert mitnehmen.





Viele Fans haben sich vor dem Konzert die berechtigte Frage gestellt, ob es Hizaki gelingen würde, als Solokünstler ohne Supportmember eine beeindruckende Show bieten zu können. Dies ist ihm durchaus gelungen: Besonders durch Fannähe sicherte er sich die Begeisterung des Publikums und ließ dieses auffällig häufig an seinen Gitarrenkünsten teilhaben.
Fotografieren und Filmen war die ganze Show über erlaubt, was der Promotion dienen sollte. Dadurch entstand manchmal allerdings der etwas ärgerliche Nebeneffekt, dass die Leute in den hinteren Reihen den Künstler nur durch das Objektiv ihres Vordermannes sehen konnten.

Setlist
1. Introduction
2. The Birth of Venus
3. Desert Apple
4. Silent Knight
5. Race Wish
6. Prayer
7. Church Candle
8. Serenade
9. Sound in Gate
10. Darkness
11. The History of Genesis
12. Sympathia

Encore

13. Race Wish


Wir waren nicht nur bei Hizakis einzigem Deutschlandkonzert dabei, sondern hatten auch die Gelegenheit, im Vorfeld der Tour ein E-Mail-Interview mit ihm führen zu dürfen. Lest hier zudem, was er uns kurz vor der Show in einem Interview zu sagen hatte.
Autor:
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 11.06.2015
Bildcopyright: Hizaki / animePRO


X