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In einer Welt, in der Kriege durch den Einsatz von gewaltigen Drachen entschieden werden, gibt es nur einen einzigen Weg, diese Herren der Lüfte zu besiegen: Man muss ihnen auf den Zahn fühlen.

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Girugamesh live im Lido in Berlin 2016

 
Dies ist ihre letzte Europatournee und wir waren für euch live in Berlin dabei, um diesen unvergesslichen Abend voller Energie in eurer Erinnerung wieder aufleben zu lassen.
Umgeben von Kaffees, Kneipen und anderen Lokalen liegt in Berlin, in einer kleinen Seitenstraße, der Club Lido, vor dem bereits zur Mittagszeit einige Fans geduldig auf den Einlass warteten, der allerdings erst um kurz nach sechs Uhr begann. Inhaber eines VIP Tickets bekamen allerdings die Möglichkeit, bereits eine Stunde eher den Club betreten zu können, um dann noch ein Foto gemeinsam mit der Band machen zu dürfen. Durch die Eingangstür hindurch ging es zur rechten Seite in den großen Saal mit einer langen Bar, die sich auf der gegenüberliegenden Seite der Bühne befand. Am Rande war eine Art Treppe, auf der man durch die Polster wunderbar sitzen konnte. Obwohl der Saal bereits stark gefüllt war, hielten sich noch sehr viele Fans im überdachten Innenhof des Clubs auf, wo der Merchandise Stand aufgestellt war.





Um kurz vor sieben Uhr füllte sich der Saal komplett und es war kaum noch ein Platz zum Stehen vorhanden, denn nun waren alle gespannt auf die sechsköpfige Vorband No Need to Stay aus Jena, die pünktlich um sieben Uhr die Bühne stürmten und ihren Song „Sands of Time“ anstimmten. Sofort war die Menge begeistert und fing an, zu dem Metal Song zu tanzen und zu springen. Mit „The Undead Diner“ ging es weiter und absolut niemand war mehr zu bremsen. Die Growls, Screams und melodischen Parts schienen jeden mitzureißen, da man nur noch fliegende Haare der Menge sah, die mit Headbanging beschäftigt war. Nach einer kurzen Begrüßung des Sängers Asuka folgte der Song „The Masquerade“, der erst langsam anfing, um dann in einen ausgeprägten Metall / Rock Song überging, der, neben den Growls, sanft gesungene Parts mit einer hoffnungsvollen Melodie und ein starkes Bassspiel aufweist. Der letzte Song hieß „Made to Fornicate“, bei dem die Band noch einmal ihre ganze Energie herauszuholen schien. Auch wenn sie die Menge mehrmals animierten, schien dies nicht notwendig zu sein, was sich im Anschluss des Songs zeigte, als die Band sich bedankte und die Bühne verließ. Es dauerte keine fünf Sekunden bis komplett jeder Zuschauer in diesem Saal nach einer Zugabe schrie, was bei Vorbands nur sehr selten vorkommt. Hoch erfreut von diesen Zurufen kamen die Musiker erneut auf die Bühne und bedankten sich sichtlich berührt für die Zurufe und das Verlangen einer Zugabe. Somit spielten sie ihren Song „The Phantom“, bei dem die Growls von tiefen Gitarrenriffs begleitet werden. Der doch sehr dunkle Stil der Band wurde mit dem nächsten Titel „A Million Nights“ etwas aufgehellt. Trotz der starken Growls und der für sie typischen Untermalung von Streichern, klingt die Melodie des Refrains positiv rhythmisch. Wer eben noch still stand, wovon es allerdings niemanden zu sehen gab, musste bei dieser Melodie mit der Band und der Menge zusammen mitfeiern. Nun wurde der letzte Titel für diesen Abend angekündigt, der den Namen „Persona Obscura“ trägt, welches zu ihrem gleichnamigen Album gehört, dass vor kurzem erschien. Nach Ende dieses Rock Songs bedankten sich erneut alle Mitglieder der Band und gaben den Hinweis, an ihrem eigenen Merchandise Stand für Autogramme und Small Talks freudig auf alle Zuschauer zu warten.





Etwas betrübt, dass die Band No Need to Stay von der Bühne gegangen war, aber freudig Girugamesh erwartend, konnte man nun circa eine halbe Stunde lang den Bühnenumbau beobachten, während andere Zuschauer die Gelegenheit nutzten, sich im Innenhof etwas abzukühlen. Um kurz vor acht Uhr war der Saal erneut komplett gefüllt und obwohl alle versuchten, sich so weit wie möglich nach vorne zu drängeln, war bis in die hinterste Ecke jeder Stehplatz belegt. Durch die halbe Stunde ausgeruht, waren jetzt alle dazu bereit weiter zu feiern und riefen lautstark nach der Band Girugamesh, bis plötzlich das Licht ausging und das vom neuen Album „Chimera“ stammende Intro begann. Es war nur noch das laute Schreien und Jubeln der Fans zu hören, neben dem von tiefen Bässen begleitete Intro. Nacheinander betraten Schlagzeuger Ryo, Gitarrist Nii und Bassist ShuU die Bühne, nur Säger Satoshi ließ sich noch ein wenig Zeit, der dann aber zu Beginn des ersten Songs „Wither Mind“ die Bühne betrat und hochmotiviert diesen Titel mit Growls, fließenden Gesangseinlagen und Headbanging performte. Direkt weiter ging es mit dem Titel „Go ahead“, der sich erst nach einer langsamen Ballade anhört, dann aber durch weitere Growls in der Bridge zu einem wilden Rock Song wird. In der Mitte der Menschenmasse bildete sich ein Kreis aus Zuschauern, die alle mit Moshen beschäftigt waren, alle anderen sangen die Songs komplett mit, wenn sie nicht doch gerade mit Headbanging beschäftigt waren. Genau so zog es sich auch durch den nächsten Song „ULTIMATE 4“, bis Sänger Satoshi eine kurze Pause nutzte, um die Fans mit einem „Hello Germany!“ zu begrüßen und zu sagen, wie froh er sei, nach zwei Jahren wieder in Deutschland sein zu können. Direkt weiter ging es mit dem Lied „ROCKER’S“, bei dem der Zuschauerkreis in der Mitte nun im Kreis sprang, während andere Fans weiterhin Satoshi beim Singen unterstützten, der auf der Bühne ebenso wild hin und her sprang. Nach dem Funk / Rock Song „INCOMPLETE“, der komplett zum Klatschen animiert, folgten die Rock Songs „VOLTAGE“ und „Slip Out“, bis die Uptempo Rock Ballade „Puzzle“ gespielt wurde, bei der die Menge etwas ruhiger wurde und in verträumte Gesichter geblickt werden konnte.





Das Träumen sollte aber nicht weiter unterstützt werden, denn nun folgte der aggressive Rock Song „FREESIA“, bei dem die Band die Menge aufforderte, laut wiederholt „Hey!“ zu rufen. Mit weiteren Animationen seitens der Band flippte die Menge komplett aus und alle sprangen und feierten weiter, während Schlagzeuger Ryo gegen Ende des Songs ein aufwendiges Schlagzeugsolo spielte. Im Anschluss bedankte sich Satoshi erneut, bis er auf einmal mit einer Länderflagge beworfen wurde und laut anfing zu lachen. Mit der Frage, ob alle die Show genießen würden und einer kurzen Ansprache auf Japanisch, wie sehr ihm dieser Abend gefiele, ging es über zu den Songs „Owari to Mirai“ und „Drain“ bei dem Ryo hinter seinem Schlagzeug aufstand, im Stehen spielte und wie wild tanzte. Die Stimmung schien besser nicht sein zu können, da noch nicht einmal das Personal des Clubs still stehen konnte. Bei dem darauffolgenden Titel „Dirty Story“ übernahmen die Fans einige Gesangsparts, während Satoshi sie immer weiter zum Singen animierte. Auf einmal rannte der Gitarrist Nii auf die andere Seite der Bühne zu dem Bassisten ShuU, um in sein Mikrofon zu singen, der ihn aber spaßeshalber wegdrängte. Ein weiteres kurzes Schlagzeugsolo folgte, bei dem Bassist ShuU sich an den Bühnenrand stellte und sich mit einem zusätzlichen Basssolo von der Fanmenge feiern ließ. Die Stimmung in dem Saal nahm nicht ab und zog sich ebenso durch die nächsten Songs „Driving Time“, „Horizon“ und „Another Way“. Mittlerweile war es so heiß im Club, dass ein Mädchen aus der ersten Reihe über die Bühne aus der Menge gezogen werden musste, da keine Absperrung vorhanden war. Dies schien die Bandmitglieder doch ein wenig zu sorgen, da Satoshi nun die Zuschauer fragte, ob es ihnen gut ginge. Doch Zeit zum Ausruhen blieb keine, denn mit dem nächsten Song „Evolution“, ein schneller Punk Rock Song, war nicht ans Stillstehen zu denken. Ryu sprang immer wieder hinter seinem Schlagzeug auf und tanzte wild, stellte sich zwischendurch auf seinen Stuhl und filmte die Menschenmenge. Satoshi hingegen hatte dann doch etwas Mitleid und kippte den Fans Wasser aus seiner Trinkflasche entgegen. Hörbar außer Atem warf Satoshi nach dem Song weitere Wasserflaschen in die Menge. Die Fans kreischten laut, bis Ryu den Zeigefinger an den Mund hielt und die Fans damit um Ruhe bat. Nach wenigen Sekunden der Ruhe wurde das Licht noch dunkler gedreht und Satoshi verkündete, dass dies der letzte Song sei, worauf die passende Uptempo Rock Ballade „END“ angespielt wurde und die Band ihre kompletten Gefühle in Melodie und Performance legte. Satoshi sang diesen Titel mit so viel Schmerz und Gefühl, dass einigen Fans Tränen über das Gesicht liefen. Schnell verließ Girugamesh die Bühne und die Menge fing sofort an, nach einer Zugabe zu rufen.





Mit den Füßen auf den Boden stampfend und in die Hände klatschend forderten sie die Band auf, erneut die Bühne zu betreten. Schon erschienen Nii, ShuU und Ryu und klatschen am Bühnenrand in die Hände der Fans. Nii, der ein kurzes Gitarrensolo spielte, sprach im Anschluss auf Japanisch eine kurze Dankesrede. Zum Schluss erschien Sänger Satoshi, der eine Videokamera in der Hand hielt, um die Menge zu filmen, was er sogar anfangs während der Performance der ersten Zugabe „ZECCHOU BANG!!“ machte. Mit einer kurzen Animation für eine kleine Choreographie und der Aufforderung, im Kreis zu springen, ging es weiter mit dem Lied „Gravitation“. Immer noch tanzten alle wie verrückt und sprangen wild durcheinander. Satoshi, der sich erneut auf Japanisch bei allen völlig außer Atem bedankte, bestätigte nun den absolut letzten Song für den Abend und für alle Zeit. Mit dem Lied „Break Down“ sollte das Konzert zu Ende gehen. Die Band und alle Zuschauer holten noch einmal alle Kraft und Energie heraus, die sie hatten. Mit Tränen in den Augen tanzten alle noch ein letztes Mal zusammen und fingen erneut an zu moshen, bis ein Zuschauer aus der Mitte des Raumes zum Bodysurfen hochgehoben wurde und über die Köpfe der Fans auf Händen getragen wurde. Kaum endete das Lied bedankte sich jedes einzelne Bandmitglied noch einmal einzeln auf Deutsch und Japanisch. Nachdem sie ein paar Plektren in die Menge geworfen hatten, gingen sie von der Bühne, wobei Ryu seine Finger dabei zu einem Herz formte und in das Mikrofon auf Deutsch sagte: „Ich liebe Dich!“. Nur selten bekommt man eine solche Show mit einer so guter Qualität und atemberaubender Energie zu sehen, bei der wirklich bis zum hintersten Stehplatz mitagiert wird.


Setlist

No Need to Stay

1. Sands of Time
2. The Undead Diner
3. The Masquerade
4. Made to Fornicate

Encore:

5. The Phantom
6. A Million Nights
7. Persona Obscura

Girugamesh

1. Chimera
2. Wither Mind
3. Go ahead
4. ULTIMATE 4
5. ROCKER'S
6. INCOMPLETE
7. VOLTAGE
8. Slip Out
9. Puzzle
10. FREESIA
11. OWARI TO MIRAI
12. Drain
13. Dirty Story
14. Driving Time
15. Horizon
16. Another way
17. Evolution
18. END

Encore:

19. ZECCHOU BANG!!
20. gravitation
21. Break Down
Autor:
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 10.06.2016
Bildcopyright: No Need to Stay / Girugamesh


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