Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Am 10. September ist "Welttag der Suizid-Prävention". Aus diesem Anlass veröffentlichte Egmont Manga jüngst den Einzelband "My broken Mariko" von Waka Hirako. Wir möchten euch dieses besondere Werk nicht vorenthalten und stellen es hiermit vor...!

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17. Internationaler Comic Salon Erlangen (Freitag)

 
Alle zwei Jahre wiederkehrend lebt die Stadt Erlangen vier Tage unter den Bannern des Internationalen Comic Salon Erlangen. So auch dieses Jahr.
Wo fängt man an bei einem Comic Salon, der die ganze Stadt mit einbezieht und an unzähligen Ecken schöne Ausstellungen, Veranstaltungen und Aktionen aufweist? Am besten wohl mittendrin.
So stürzten wir uns am Freitag, den 27. Mai 2016 einfach mal in den Trubel der Rathaushalle, um einen Überblick über die Stände der Künstler und Händler zu erhalten. Gar nicht so einfach, denn überall wurden Schlag auf Schlag Autogrammstunden abgehalten, die wiederholt über Lautsprecher angekündigt wurden und die Leute scharenweise anlockten. Auch wir wurden von diesem bunten Trubel mitgerissen und ergatterten ein Autogramm von Yuuki Kodama, der als japanischer Stargast bei Tokyopop zugegen war. Er war vielleicht neben Kan Takahama („Stille Wasser“; Carlsen Verlag) der einzige Japaner, der bei den Ständen rund um Anime und Manga signierte, jedoch bestimmt nicht der einzige Zeichner. Denn die deutschen Mangaka ließen sich ebenfalls nicht lumpen und Kami (Schwarzer Turm), Sophie Schönhammer und Anna Backhausen (Tokyopop), Martina Peters (Carlsen Verlag) und Inga Steinmetz (Carlsen Verlag) gaben sich die Ehre. Das nicht nur beim Signieren und in Panels. Eine eigene Ausstellung von Kami und Inga Steinmetz konnte man in der Apothekerstraße bewundern.









Im NG Hotel neben dem Rathaus waren Konferenzräume für Panels angemietet worden. Für Anime und Manga Fans waren hier freitags vor allem die Themen „25 Jahre Manga in Deutschland“ und „Boys Love zwischen Stereotyp und Subversion“ interessant. Letzteres war sehr gut besucht und hätte eindeutig noch mehr Zeit für Gespräche benötigt. Leider gab es noch andere Anwärter auf den Raum. Dennoch füllten Christian Allmann (Treasure Hunt), Kami (Get Your Man) und Martina Peters (TEN) mit ihrem Moderator Michel Decomain (Demon King Camio) die Stunde gut und brachten interessante Fragen und Unterschiede auf. So konnten die alten Hasen ebenso mitreden, wie die Jüngsten, als es darum ging, was den Erfolg dieses Genres ausmacht, wie welche Bezeichnungen in Deutschland heutzutage verwendet werden und wie sich das Bild dieser Manga zu tatsächlichen Schwulen verhält. Dabei lernten nicht nur die Zuschauer neue Ansichten kennen. Die Zeichner wurden mit Erklärungen wie: „Yaoi ist der heutige Oberbegriff und markiert nicht mehr nur den Geschlechtsverkehr im Manga. Will man das ausdrücken steht „Lemon“ dabei. Und „Boys Love“ wird kaum verwendet.“ von der heutigen Schülergeneration überrascht. Alles in allem ein wirklich interessantes Panel, welches einen nicht nur einmal schmunzeln ließ.









Etwas schade, da sie ziemlich versteckt gehalten wurden, waren einige Plätze für Künstler, die nicht unter dem Mantel eines Verlags standen. Wir fanden sie dennoch, in dem wir einem einzelnen Schild auf der oberen Etage folgten. Ein paar mehr Hinweise wären für diese Räumlichkeiten in zwei Jahren wünschenswert. Die Künstler ließen sich ihre gute Laune allerdings nicht nehmen. Sie zeichneten eifrig in Conhons, verkauften und boten ihre selbst gezeichneten, gebastelten und gedruckten Charaktere, Fanarts und Waren an.

Dahingegen war die Ausstellung im Großen Saal, die unter anderen dem japanischen Künstler Jirō Taniguchi mit dem Titel „Der träumende Mann“ gewidmet war, kaum zu übersehen. Genaue Abbildungen der Wirklichkeit und der fotographische Blick machen Taniguchi aus. Er ist ein Psychologe der Banalität und zeigt den Lesern und Betrachtern, wie großartig diese Banalität ist. Viele seiner Werke, wie zum Beispiel „Der Gourmet“ und „Der Kartograph“, sind beim Carlsen Verlag erschienen.









Außerhalb des Rathauses gab es für Japanfans am Freitag ebenfalls etwas und zwar in den Manhatten-Kinos, die unter dem Namen „Anime – Open House II“ von 13:30 Uhr bis 18:00 Uhr Animes wie „Punch Line“ (Episode 1+2), „Tokyo Ghoul“ (Episode 1+2) und den „Psycho Pass“ Movie zeigten. Und das bei freiem Eintritt!
Teil I und III der Veranstaltung waren am Donnerstag beziehungsweise Samstag des Comic Salons zu sehen. Hier gab es zum Beispiel die ersten beiden Episoden von „Love, Chunibyo & Other Delusions!“ oder „Magic Kaito“. Das „Open House Kids“ rundete am Sonntag die Reihe unter anderem mit „One Week Friends“ ab.

Den Abschluss des Freitags machte die „Max und Moritz Gala“, die viele herausragende Künstler auszeichnete. „Ein Sommer am See“ von Mariko Tamaki und Jillian Tamaki erhielt den „Max und Moritz Preis“ in der Kategorie bester internationaler Comic. Den Publikumspreis gewann Mikiko Ponczeck mit ihrem Werk „Crash’n’Burn“ (Tokyopop). Als bester deutschsprachiger Comic wurde „Madgermanes“ von Brigit Weyhe ausgezeichnet, während die beste deutschsprachige Comickünstlerin Barbara Yelin wurde.





Erneut bot der Comic Salon eine rundum gelungene und vielseitige Veranstaltung mit herausragenden Künstlern und jeder Menge Lese- und Anschaumaterial an.
Schade für uns war allerdings, dass viele Händler erst am Wochenende eröffneten und nicht alle Panels an einem Tag sein können. Aber das kann man in zwei Jahren diesmal mit einplanen.
Erlangen ist auf jeden Fall immer einen Blick wert, wenn es wieder heißt: Der „Internationaler Comic Salon“ infiziert die Gefilde mit den verschiedensten Sprachen und Zeichnungen im Comic- und natürlich Manga-Bereich.

Autor: /  Subaru
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Denise Augustin /  Sunny-Ray
Datum d. Artikels: 06.06.2016
Bildcopyright: animePRO / Bettina Spallek / Comic Salon Erlangen


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