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2013 rief der Halbamerikaner, Halbjapaner Samuel Kaylor das Musikprojekt „Home Sessions“ ins Leben. Was genau es damit auf sich hat könnt ihr in unserem Interview mit dem sympathischen Künstler erfahren.

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Interview mit Samuel Kaylor

 
2013 rief der Halbamerikaner, Halbjapaner Samuel Kaylor die „Home Sessions“ ins Leben. Jeden ersten und dritten Samstag gibt es ein Originalstück, die Samstage dazwischen Cover. Eurie verwandelt so Taylor Swifts „Look What You Made Me Do“ von einer Uptemponummer in einen epischen Akustiksong mit voluminöser Stimme, Handclaps und warmer Gitarre. Japanische Künstler wie Mr. Children, ONE OK ROCK oder RADWIMPS werden ebenfalls gecovert.
Auch Samuel selbst kommt zum Zug – so coverte er munter von Justin Bieber bis, zusammen mit der Sängerin Miki, P!nk. „What About Us“ klingt dabei ohne seine gewollten Dancebeats in dieser Variante definitiv deutlich emotionaler. Wer auf handwerklich hervorragende Musikstücke steht, wird also bei den „Home Sessions“ definitiv fündig. AnimePRO durfte Samuel ein paar Fragen stellen.

Hi Samuel! Erzähl uns doch ein bisschen über das Konzept der „Home Sessions“.
Ich wuchs in einem Umfeld voller Musiker und Musik auf. Die Liebe zur Musik war für mich natürlich und ich war Teil vieler Bands, während ich aufwuchs. Als ich 18 war, zog ich nach Amerika, um für eine Produktionsfirma zu arbeiten, zu der ein Plattenlabel gehörte. Über die Jahre lernte ich die Musikproduktion und das Drehen von Videos, während ich in Amerika lebte und arbeitete. Als ich zurück nach Japan zog, arbeitete ich weiterhin im Videobereich, war aber nicht mehr mit Musik involviert. Ungefähr ein Jahr später wurde mir klar, dass ich viele Freunde hatte, die Singer/Songwriter sind. Ihre Geschichten von ihren Problemen und Erfahrungen zu hören, zündete ein Feuer in meinem Herzen an. Ich wollte ihnen, meinen Freunden, einen sicheren Ort geben, damit sie die Musik ihres Herzens wiedergeben konnten, ohne sich über Logistik oder Politik Sorgen zu machen. Ich wollte einfach ein Zuhause kreieren, einen freien Ort für sie. Ich hatte einen Traum von einer Community für Künstler und Musiker mit einem Ziel: Liebe. YouTube war damals sehr beliebt für Musiker, daher entschied ich mich, den YouTube-Kanal zu gründen, um meinen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Dieser Kanal wurde „Home Sessions“. Die Pfeiler sind:

1. Zuhause. Gestalte ein Zuhause für Künstler, um sich auszudrücken und ihre Musik zu schaffen.
2. Community. Kultiviere eine Community aus Freunden fürs Leben. Zusammenstehend und immer an das Beste glaubend.
3. Ausstattung. Inspiriere und ermutige das Erreichen eines höheren Levels der Exzellenz jeder Kreation.

Hast du ein Team?
Momentan mache ich alles alleine. Von der Aufnahme bis zum Mixen, vom Filmen bis zum Schneiden. Manchmal hilft mir meine jüngere Schwester bei einigen Sequenzen. Sie lernt schnell und hat ein künstlerisches Auge, das vielen fehlt. Ich hoffe, meine Produktion zu erweitern. In der nahen Zukunft hätte ich gerne einen Praktikanten, um Produktion und Regie zu lehren.

Wie kommst du mit den verschiedenen Künstlern in Kontakt?
Es gibt verschiedene Wege. Der am meisten genutzte ist die Bewerbung über unser Bewerbungsformular auf unserem Kanal. Dann melde ich mich bei den Musikern, um sie zu treffen. Ich kriege auch viele Empfehlungen über verschiedene Label und Künstler, mit denen ich in der Vergangenheit gearbeitet habe. Und manchmal stolperte ich über Künstler auf Twitter oder Instagram und spreche sie an, um zu sehen, ob sie Interesse haben.

Japanische Musik ist von vielen Menschen geliebt, die eigentlich kein – oder nicht viel - Japanisch sprechen. Woran denkst du, liegt das?
Keine Ahnung (lacht). Ich bin mehr ein Fan amerikanischer und britischer Musik, aber ich mag auch japanische. Speziell in Liebesliedern gibt es keine dominierende „romantische Sprache“ in Japan, daher ist es sehr inspirierend, Japanern dabei zuzuhören, wie sie ihre Liebe ausdrücken.

In Deutschland gibt es viele Förderungen für Singer/Songwriter und viele Clubs, in denen man potentiell auftreten könnte Wie sieht es in Japan aus?
Was Möglichkeiten betrifft, denke ich, dass es nicht genug gibt. Aber die Community wächst. In den letzten zwei Jahren habe ich einen großen Sprung bei Singer/Songwriter beobachten können. Als Produzent ist es für mich sehr spannend, zu sehen, wie sich die Künstler entwickeln und die Menschen um sie herum inspirieren, ihren Traum zu folgen.

So wie dich! Du hast bereits ein Disney- und ein Weihnachtsspecial realisiert – hast du weitere für die Zukunft geplant?
Ja! Ich liebe es, Serien zu machen. Es ist immer ein großer Spaß, Menschen mit demselben Interesse an einen Ort zu bringen. Bislang haben wir Weihnachten, Disney und ganz neu, die Ghibli-Serie. Dieses Jahr plane ich, mehr Interviews und Talkshows mit Künstlern und Musikern zu machen, damit ihre Fans und Follower etwas mehr über ihre Leben erfahren.

Danke Samuel!
Wir danken nicht nur Samuel sondern auch Simone Bauer, die uns dieses Interview ermöglichte.
Wenn ihr mehr von Samuel hören wollt, dann schaut doch auf seinem YouTube Kanal vorbei.

Lektor: Roberto Czumbil /  RobbPlus
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 14.02.2018
Bildcopyright: Samuel Kaylor


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