Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Natürlich fand auch 2017 das jährliche Filmfest der Nihon Media e.V. statt. Mit über achtzig Filmproduktionen wurde dieses Jahr das Thema „Zwischen Hart und Zart – Japans Kino der verlorenen Unschuld" vom 31.05. - 04.06.2017 gewählt.

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Anime Night - Ghost in the Shell (Sondervorstellung)

 
Am 02. und 09. Juni 2017 zeigten verschiedene Kinos in Deutschland und Österreich den Kult-Anime-Film „Ghost in the Shell“ von Masamune Shirow in der Spätvorstellung. Wir waren im Mathäser in München dabei.
Wer noch nie in einer Spätvorstellung war, dem sollte gesagt sein, dass diese hier erst um 23:15 Uhr begann. An einem Freitagabend allerdings vollkommen in Ordnung, was die Jugend im Mathäser bewies. In der Vorstellung für „Ghost in the Shell“ herrschte jedoch nicht so ein Antrag. Ob das an dem Alter des Films lag? Vielleicht hatte die Jugend sich schon am neuen Hollywood-Streifen satt gesehen?

Wir haben den Film auf jeden Fall sehr genossen. Der Nostalgie-Faktor war wirklich hoch und die deutsche Synchronisation zwar ebenso alt, aber vielleicht aus diesem Grund erst richtig gut. Wer in den letzten Jahren viel Fernsehen oder Anime geschaut hat, der wird einige der Sprecher von damals sicher wieder erkennen. Batou zum Beispiel wurde von Tilo Schmitz gesprochen, der unter anderem die deutsche Stimme von Ving Rhames und auch im Animegenre kein unbeschriebenes Blatt ist. Den Außenminister des Films sollten manch ein Fan als Inspektor Megure aus „Detektiv Conan“ entlarvt haben und die Hauptfigur Motoko Kusanagi ist deutschen Animekennern als Touko aus „The Garden of Sinners“ oder als deutsche Stimme der Schauspielerin Toni Collette bekannt. Wobei man für ganz alt eingesessene Fans, die noch VHS Kassetten kennen, sagen muss, dass die DVD-Synchronisation verwendet wurde. Denn als der Film das erste Mal in Deutschland erschien, war er von Splendid Synchron aus Köln vertont worden. Für die spätere DVD wurde eine neue Synchronisation der Hermes Synchron in Berlin angefertigt. Diese wurde nun im Kino gezeigt.




Für alle, die den Anime das erste Mal erlebt haben, hier eine kurze Zusammenfassung und Erklärung:
Wir schreiben das Jahr 2029. (1995, als der Film herauskam, war das noch etwas weiter weg.) Die meisten Menschen haben den größten Teil ihrer Körper mit künstlichen Bestandteilen ersetzt und sind nun sogenannte Cyborgs. Reine, humanoide Wesen gibt es kaum noch. Sogar das Gehirn wurde modifiziert. In einer Biokapsel, der Shell, stecken nun die menschlichen Gehirnzellen - inklusive Geist (Ghost) - die den Menschen zu dem machen, was er ist. Sie enthält also seine Persönlichkeit. In dieser Welt lebt auch Motoko Kusanagi, ein weiblicher Cyborg, der für die geheime Sektion 9 arbeitet. Einer Abteilung, die für Cyberkriminalität zuständig ist. Sie wird auf den sogenannten Puppet Master angesetzt, einem Hacker, der die Sicherheitsbarrieren verschiedener Shells überwindet, um ihre Gehirne zu manipulieren. Eine actiongeladene Jagd auf den Kriminellen beginnt, bei dem sich die Frage stellt: Wo hört die Technik auf und wo fängt der Mensch hat? Und was ist der Puppet Master? Wurde er extra erschaffen?

Der Film arbeitet mit vielen Metaphern und trotz einiger, lustiger Einwürfe ist die Message des Ganzen noch heute aktuell und ernst. Die teilweise Brutalität der Action rechtfertigt die Spätvorstellung. Und wenn man den Anime bisher nicht kannte, aber Klassiker wie „Akira“ und „Patlabor“ gesehen hat und diese mochte, dann sollte man sich diesen Film wirklich zu Gemüte führen.
Mit dem aktuellen Hollywood-Streifen sollte man den Anime allerdings nicht vergleichen. Lieber beide anschauen und sich jeweils an das Beste erinnern.

Wir danken Themroc PR & Promotion für diese Sondervorstellung. Gerne mehr davon!

Autor: /  Subaru
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 13.06.2017
Bildcopyright: Themroc PR & Promotion, Masamune Shirow, Kodansha, Produkction I.G


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