Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Während der Frankfurter Buchmesse 2017 haben wir ein ausführliches Interview mit zwei Mitgliedern des Teams hinter der Deutschen Cosplay-Meisterschaft (DCM), Yasmin Hofmann Estevez und Björn Sandner, führen können. Was ist die DCM und was hebt sie von anderen Wettbewerben ab? Erfahrt es hier!

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Preview zu "We are X"

 
Eine Band, die durch Höhen und Tiefen ging und das Verständnis des heimischen Musikmarktes auf den Kopf stellte – daraus ließe sich doch sicher gut ein Film machen?! Genau das wurde mit „We are X“ auch realisiert, welcher ab Oktober in die deutschen Kinos kommt. animePRO durfte sich den Film bereits vorab anschauen – hier unser Bericht dazu!
Bereits in den späten Neunzigern und frühen Zweitausendern kristallisierte sich langsam, aber stetig zunehmend die erste Generation der westlichen X-Fans heraus. Dank des immer populärer gewordenen Internets gelang es den Fans, eine Vernetzung untereinander sowie die erhöhte Einholung von Informationen herzustellen. Dass X zu dem Zeitpunkt schon längst getrennt waren, spielte eine untergeordnete Rolle.

2016, neun Jahre nach der Wiedervereinigung, erschien in den USA die Dokumentation „We are X“ von Stephen Kijak und bahnt sich seither ihren Weg über den Globus. In vielen Ländern – Osten wie Westen – ist er bereits in den Kinos ausgestrahlt worden und nun steht er endlich den deutschen Kinos bevor: Ab dem 12. Oktober wird er auch hierzulande gezeigt werden, im Originalton mit deutschen Untertiteln.

Für diejenigen unter euch, die bisher weder etwas von der Band X Japan noch von der Doku „We are X“ gehört haben, eine kurze Zusammenfassung: 1982 gründeten die Schulfreunde Yoshiki Hayashi und Toshi Deyama als Halbwüchsige die Metalband X. Metal war zu dem Zeitpunkt in Japan noch nicht so populär wie im Westen, was das ganze Unterfangen natürlich sehr abenteuerlich gestaltete. Einige Jahre zuvor verlor Yoshiki seinen Vater durch Selbstmord, was bei ihm zu einem schweren Trauma führte, welches wiederum Antrieb für sein Dasein als Drummer der Band war.
Im Laufe der Achtziger Jahre gelang X eine regelrechte Revolution in ihrem Lande, denn mit ihrem musikalischen Gemisch aus diversen Rockstilen wie auch klassischer Musik und den extravaganten Bühnenoutfits mischten sie die heimische Musikszene völlig neu auf.
Anfang der Neunziger trennten sie sich aufgrund interner Differenzen von ihrem Bassisten, kurz darauf versuchten sie – mit neuem Bassisten – in den USA Fuß zu fassen, scheiterten aber an der sprachlichen Barriere. In der Folgezeit kriselte es zwischen Bandleader Yoshiki und Sänger Toshi, was letzteren zunehmend in die Arme eines Kultes trieb. Dieser unterzog Toshi eine solch erfolgreiche Gehirnwäsche, dass jener sich 1997 dazu entschloss, X Japan zu verlassen, was zur Bandauflösung führte. Wenige Monate darauf starb Gitarrist hide unter bis heute nicht ganz geklärten Umständen, was für Yoshiki ein weiteres Trauma bedeutete. 2007 kam es dann durch Toshis Rückkehr unerwartet zu einer Wiedervereinigung von X Japan.


Dass die Bandgeschichte genügend Stoff für eine Dokumentation bietet, dürfte auf der Hand liegen. Allerdings sollte hier gesagt werden, dass der Fokus des Films auf Yoshiki liegt. Das wird manche jetzt weniger überraschen und andere werden es für logisch halten, den Bandleader in den Fokus der Erzählung einer Bandbiografie zu setzen, nur führt das auch dazu, dass zahlreiche Aspekte dadurch übergangen werden.
Ein weiterer Punkt, der nicht unerwähnt bleiben soll, ist der Hintergrund der Entstehung: Regisseur Stephen Kijak hatte, nach eigener Aussage, bis kurz vor Planung des Films selbst noch nie etwas über X Japan gehört, trotzdem bekam er viel Handlungsfreiheit. Das führte jedoch zwangsläufig dazu, dass der Film von jemandem kreiert wurde, dem eine jahrelange Auseinandersetzung mit der Band fehlte. Ergo ist die Erzählweise von jemandem mit wenig Hintergrundwissen, für Leute mit wenig Hintergrundwissen.


Für wen ist „We are X“ denn nun geeignet, an was für ein Publikum richtet sich der Film? Grundsätzlich natürlich an die Fans der Band, ebenso aber auch an jene, die, ähnlich wie zuvor der Regisseur, völlig unbefleckt an das Thema X Japan herangehen. Fans, die zu den eingangs erwähnten zählen, sollten sich nur bewusst darüber sein, dass sie vieles, was in „We are X“ thematisiert wird, bereits gut kennen werden.
Einen herzlichen Dank an Noise Film PR, die uns den Film bereits zur Vorabschau zur Verfügung gestellt haben!
Autor:
Lektor: Roberto Czumbil /  RobbPlus
Grafiker: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 22.08.2017
Bildcopyright: Passion Pictures, X Japan


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