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Mit "Carrier of the Mask" hat Vinny-Vieh aka Anna Hörner einen äußerst ungewöhnlichen Manga erschaffen. Wir haben es uns nicht nehmen lassen und der Künstlerin ein paar Fragen zu ihrer Arbeit gestellt...!

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Kazé Anime Nights 2018: Lu over the Wall

 
Am 25. September 2018 zeigte der Mathäser Filmpalast in München im Auftrag von Kazé Deutschland den Animefilm „Lu over the Wall“. Auch wir waren vor Ort und konnten die Show aus Hinashi genießen.
Bereits der deutsche Trailer ließ erahnen, dass dieses Fantasy-Abenteuer verrückte Elemente aufweisen würde, doch wie das Ganze zusammenhing und dass viel mehr hinter der Freundschaft von Kai und Lu steckt, wurde nicht verraten. Gut so, denn so konnten sich die Zuschauer von Lus Charme überraschen lassen.

Kai Ashimoto ist Mittelschüler im Fischerdorf Hinashi und lebt somit nicht direkt hinterm Mond, aber doch – so fühlt es sich zumindest für ihn an - am Ende der Welt beziehungsweise im Schatten eines großen Felsen, um den sich eine Legende rankt. Das alles interessiert Kai jedoch nicht. Er kommt nicht damit klar, dass seine Mutter ihn und seinen Vater verlassen hat, hält eben jenes männliche Elternteil für unfähig und sieht für sich selbst keine Zukunft. Das Einzige, was ihm Freude bereitet, ist seine Musik, die er im Internet hochlädt. So werden seine beiden Schulkameraden Yuuho und Kunio auf Kai aufmerksam und laden ihn ein, in ihrer Band mitzumachen. Kai ist dafür erst einmal gar nicht zu begeistern, wird aber hellhörig, als die beiden preisgeben, dass sie heimlich auf der Meerjungfraueninsel jenseits des großen Felsen proben. Denn er selbst hat vor kurzem eine Meerjungfrau getroffen. Da die süßen Dinger auf Musik reagieren, nutzt Kai also die Bandprobe, um das Meerjungfrauenmädchen Lu wieder anzulocken. So schließen die drei schließlich Freundschaft mit der musikbegeisterten Lu, sind sich jedoch einig, dass sie deren Existenz zunächst geheim halten müssen. Denn im Dorf werden Meerjungfrauen als böse Lebewesen angesehen, die Menschen fressen und Unheil bringen. Wird Lu dem Dorf Hinashi wirklich schaden? Und wie lange können die drei Schüler ihr Geheimnis bewahren?






Trotz der vielen Fantasy-Elemente, die natürlich mit Lu und ihrer Magie sowie mit ihrer Familie aufkommen, kann man der Geschichte viele Facetten zuweisen. Neben dem Coming-of-Age-Aspekt der drei Schüler, gibt es da ebenfalls das Thema der Rassen Mensch und Meereslebewesen. So unterschiedlich sie sein mögen, so ähnlich sind sie sich doch. Was ihnen natürlich nicht in den Kopf geht. Gerade am Beispiel von Lus und Yuuhos Vaterliebe, wenn es um ihre Töchter geht, merkt man diese Ähnlichkeit. Die Musik, die alle verbindet, ist zudem ein wichtiges Thema. Stoppt sie, ist auch die Verbindung unterbrochen. Wie es ebenso ist, wenn man plötzlich genauer hinsieht und erkennt, dass man nicht seinesgleichen vor sich hat.

Dass nicht alle Meereslebewesen direkt Meerjungfrauen sind, jedoch immer nur davon – oder dem Meermann – gesprochen wird, liegt an der deutschen Variante. Denn eigentlich geht es im Film um die „Ningyo“, fischähnliche Wesen, die gerne mit Meerjungfrauen verglichen werden, aber eigentlich Yokai aus der japanischen Mythologie sind. Sie haben oft menschliche Züge oder Körperteile, daher werden sich einfachheitshalber im Deutschen lediglich mit Meerjungfrauen übersetzt. Also nicht über Lus Vater und ihre Geschwister wundern.




Was den Zeichenstil beziehungsweise die Animationen des Films angeht, so haben sich die Macher hier sehr viel Freiraum genommen. Gerade das bringt viel Leben und Spaß in die Geschichte.
Wie das Meer immer in Bewegung ist, so wurden die Figuren ebenso sehr beweglich zum Leben erweckt. Sei es beim Tanzen, wo alle mal gerne herumspringen, als gäbe es keine Knochen oder Gelenke, oder bei den Gesichtszügen, die gerne mal einen Schnabelmund aufweisen und wirklich zum herzlich Lachen anregen.
Mit solchen übertriebenen Aktionen muss man als Zuschauer umgehen und sie der Freiheit des Fantasy-Genres zuschreiben können, um den Film zu genießen. Bei den lustigen Elementen fällt das nicht schwer, denn neben Kais wirklich schnell wechselnden Gefühlen und den kleinen Dramen, überwiegt der Spaß. Und den Zuschauer im Mathäser war sehr oft zum Lachen zumute. Nicht nur auf Grund von der kleinen Lu.
Man muss sich bei diesem Film auf etwas einlassen und es annehmen, sonst ist man vermutlich verwirrt oder überfordert, da die Aufmachung nicht Standard ist. Sie hat ihren eigenen Charme, den man akzeptieren muss. Viel Spaß macht die Geschichte auf jeden Fall und die Musik lädt nicht nur die Charaktere zum Mittanzen und Party machen ein.

Wir danken Kazé, Themroc PR & Promotion und dem Mathäser Filmpalast auf jeden Fall für den lustigen Abend und dafür, dass wir den Film auf der großen Leinwand erleben durften.

Autor: /  Subaru
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Denise Augustin /  Sunny-Ray
Datum d. Artikels: 03.10.2018
Bildcopyright: Kazé Anime / ©2017 Lu Film Partners


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