Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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Crayon Shin-chan

Kureyon Shin-Chan (クレヨンしんちゃん)
 

Der kleine Frechdachs Shin-chan erlebt so einiges für sein Alter und bringt damit nicht nur die Erwachsenen zur Weißglut…

Inhalt

Wir kennen das: den Traum vieler Menschen, irgendwann alles haben - einen gut bezahlten Job, einen liebevollen Ehepartner und ein großes Haus mit Garten, damit die zwei, drei wohlerzogenen Kinder und der stubenreine Schoßhund auch ja genug Platz zum spielen haben. Für viele wird dieser Traum wahr, für andere nicht. Wiederum für andere wird dieser Traum zum Alptraum. Hiroshi und Misae Nohara zählen zu letzterer Sorte. Immer wieder kommt es zu Streitereien zwischen dem Ehepaar, die meiste Zeit ist das Geld zu knapp und Schoßhund Shiro schafft eben all die Probleme, die Haustiere für gewöhnlich verursachen. Bei genauerer Betrachtung sind das allerdings noch die ganz normalen Schwierigkeiten des alltäglichen Lebens, mit denen sie auch durchaus zurechtkommen würden, wäre da nicht eine Kleinigkeit. Ihr Sohn, Shinnosuke Nohara oder kurz: Shin-chan.

Dieser ist nämlich das genaue Gegenteil von all dem, was Eltern sich wünschen. Frech, egoistisch und pervers sind nur einige Worte, die ihn recht gut beschreiben. Das ist ein Zustand unter dem jedoch nicht nur seine Eltern zu leiden haben. Auch seinen Freunden Bo, Nene, Masao und ganz besonders dem Streber Kazama macht er mit Vergnügen das Leben schwer, ebenso wie deren Eltern und selbstverständlich auch dem gesamten Schulpersonal.

Schön wär’s gewesen. Der Mangatrend befand sich auf seinem Höhepunkt, also wagte EMA das, was sich bisher fast nur Planet Manga traute – man brachte einen Manga, weit vom Mainstream entfernt, heraus. Gegenüber anderen Vertretern dieser Art hatte „Crayon Shin-chan“ allerdings einen Vorteil: der Manga hatte nämlich mit der Ausstrahlung des Anime auf RTL2 wohl genug Wind im Rücken. Aus dem absehbaren Erfolg wurde jedoch nichts. Der Manga, dessen deutsche Version, im Gegensatz zum Anime, dem Original in Sachen Namen und Schonungslosigkeit treu blieb, verkaufte sich unzureichend und wurde bereits nach acht Bänden wieder eingestellt.

Details

Vielleicht lag es an der für viele sicher ungewohnten Erzählweise. Die Handlung von „Crayon Shin-chan“ ist im Großen und Ganzen nämlich nicht vorhanden. Ein Band ist gefüllt mit zahlreichen, zumeist nur ein, zwei Seiten langen Kapiteln, die dann für gewöhnlich auch noch völlig unabhängig voneinander sind. Es geht eben nicht um die Geschichte, sondern um Gags. Eine Vorgehensweise, die man, teils noch extremer, auch von „Oh! My Mini Goddess“ und „Azumanga Daioh“ kennt und die stark an die kurzen Comicstrips, die man in Zeitungen und Zeitschriften findet, erinnert. Den meisten Mangafans war es wohl zuwider, Fans des leichten Humors können sich die hierzulande veröffentlichten Bände dennoch bedenkenlos kaufen und sich köstlich amüsieren. Die Serie wurde in Deutschland nach acht Bänden abgebrochen.
Autor:
Lektor: Laura Schubert
Grafiker: Julia Kefenhörster
Veröffentlichung:
25.01.2010
EMA, Futabasha, Yoshihito Usui


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