Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Am 10. September ist "Welttag der Suizid-Prävention". Aus diesem Anlass veröffentlichte Egmont Manga jüngst den Einzelband "My broken Mariko" von Waka Hirako. Wir möchten euch dieses besondere Werk nicht vorenthalten und stellen es hiermit vor...!

Weiterlesen

Datenbank: 123 | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z

Tokyo Godfathers

Tōkyō goddofāzāzu (東京ゴッドファーザーズ)
 

Stille Nacht, heilige Nacht? Weit gefehlt! Ein kleines Baby mischt in der Weihnachtsnacht drei ungleiche Aussteiger gehörig auf und sorgt dafür, dass dieses Weihnachten für sie zum größten Abenteuer ihres Lebens wird.

Inhalt

Am Heiligabend finden drei Obdachlose in den Straßen Tokyos einen ausgesetzten Säugling. Das kleine Mädchen liegt unter Mülltüten versteckt und hat neben einem Schlüssel für ein Schließfach einen kleinen Zettel dabei, auf dem schlicht vermerkt ist: Kümmern sie sich um dieses Kind.

Ex Drag Queen Hana, die schon lange eine wirkliche Mutter sein möchte, sieht in dem Säugling ein Geschenk Gottes und tauft es kurzerhand auf den Namen Kiyoko – „heiliges Kind“. Sehr passend für das Weihnachtswunder, als das es sich schon bald entpuppen wird. Hanas Gefährten, der Alkoholiker Gin sowie Ausreißerin Miyuki, sehen die Sache jedoch ganz anders. Als Obdachloser kann man nun einmal kein Kind großziehen. Hana hat sich aber festgebissen und sieht nicht ein, sein Findelkind der Polizei zu übergeben, damit das kleine Mädchen wie er von einer Familie zur nächsten weitergereicht wird. Allerdings kann es auch nicht bei dem Dreiergespann bleiben, immerhin können sie mehr schlecht als recht gerade für sich selber sorgen und es ist bitterkalt um diese Jahreszeit. Also fassen sie einen abenteuerlichen Plan: Sie wollen versuchen, der wirklichen Mutter ihr Kind zurückzubringen und ihr auf diesem Weg auch gleich den Marsch blasen. Wenn die Mutter gute Gründe vorweisen kann, dann will Hana ihr das Baby zurückgeben. Ihr erster Anhaltspunkt ist der Schlüssel für das Schließfach, in dem die schräge Truppe eine Tasche mit allerlei persönlichen Dingen der mutmaßlichen Mutter findet. Von hier aus geht die Jagd quer durch Tokyo und beschert den Dreien nicht nur Einblicke in das Leben einer jungen Frau, sondern auch in ihr eigenes Leben, von dem sie glaubten, dass sie es längst hinter sich gelassen hätten. Und so stolpern sie von einer schicksalhaften Begegnung in die nächste. Wird es ihnen am Ende gelingen, das heilige Kind seinen Eltern zurückzubringen?

Details

Regisseur Satoshi Kon („Perfect Blue“) verstarb im August 2010 an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Er hinterließ der Animewelt ein breites Spektrum an Filmen, von denen „Tokyo Godfathers“ mit Sicherheit einer der herausragendsten ist. Das Lehrstück über Moral, Familie und Normen überzeugt mit einer gehörigen Portion Lebensfreude und Humor. Die Story scheint auf den ersten Blick simpel zu sein, doch in gewohnter Kon-Manier ergeben sich bald unerwartete Wendungen und nichts ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Ein anrührender Film, der jedoch nie ins Kitschige abdriftet und in allen Punkten zu überzeugen weiß.
Autor:
Lektor: Regina Liebersbach
Grafiker: Andreas Williger
Veröffentlichung:
26.05.2011
Madhouse Studios, Satoshi Kon, Sony Pictures Home Entertainment


X