Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Was, wenn man imaginäre Welten aus Fantasy-Games im realen Leben erforschen könnte? Shimizu Daisuke hat sich auf den Weg gemacht und zahlreiche Photographien von den verschiedensten Orten eingefangen, die magisch wirken…

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Tokyo Home

 

Dass Eltern getrennt leben, kommt ja heutzutage leider mehr als oft vor. Auch, dass man sich mit dem Elternteil, bei welchem man wohnt, verkracht, ist nichts Ungewöhnliches. Doch wenn man dann urplötzlich als französisches Mädchen bei seinem Vater in Japan leben möchte, dann wird die Sache komplizierter…

Inhalt

17 Jahre alt, 1,67 Meter groß, 56 Kilo schwer und eigentlich nicht unterzukriegen – doch gerade ist Julie Wallon wirklich zum Heulen zumute. Sie sitzt mutterseelenallein an einem unglaublich großen Flughafen – Narita. Ihr Vater ist wie immer unpünktlich. Doch davon lässt sie sich nicht aufhalten. Zwar hatte sie seit der Trennung ihrer Eltern nicht mehr viel Kontakt zu ihm, außer ab und zu bei Telefonaten oder E-Mails. Dass er nie pünktlich ist, weiß sie auch, doch irgendwie ist es schon unangenehm. Sie sitzt hier an diesem riesigen Ort, zwischen all den Menschenmassen und versteht kein Wort, das gesprochen wird. Und langsam wird es spät, selbst ihr Videospiel und die Erkenntnis, dass sowohl Mütter als auch Kinder in Japan sich kaum vom Rest der Welt unterscheiden, hilft ihr da nicht weiter. Denn sie beginnt sich Sorgen zu machen. Nicht nur hat sie nun ihren Vater mehrfach angerufen, ohne wirklich eine Antwort zu bekommen, noch weiß sie, wie sie zu ihm gelangen könnte.

Als sie zu weinen anfängt, stehen plötzlich zwei Polizisten vor ihr. Während einer von beiden direkt abdampft, um wütend ein Pärchen zurechtzuweisen, versucht der andere, freundlich und mit allen Mitteln Julie den Weg „nach Hause“ zu beschreiben. Allerdings ist sein Französisch eher schlecht und ihr Englisch ist auch nicht gerade gut. Sie versteht kein Wort und versucht, nur schnell das Weite zu suchen.

Wenig später trifft sie aber erneut auf die netten Herren, die ihr kurzerhand eine Fahrkarte an einem Automaten lösen und sie in den richtigen Zug schieben. Es gibt doch nette Menschen.

Doch angenehm soll die Fahrt dennoch nicht werden. Je mehr Menschen einsteigen, desto stickiger und enger wird es. Da bemerkt das Mädchen, dass weiter vorne ein beinahe leerer Wagon ist. Liegt wohl an der Frau im Cosplay/Wrestling Kostüm. Das stört Julie jedoch nicht und als diese niest, wünscht sie ihr sogar Gesundheit. Erstaunlicherweise versteht die Wrestlerin sie sogar und ist auch noch freundlicher als gedacht. Dank ihrer Hilfe findet sie auch das Haus ihres Vaters und ist ein bisschen beruhigter.

Dieser hatte das Datum komplett verwechselt, scheint sich jedoch nicht viel daraus zu machen. Doch seine Tochter hat eine Überraschung für ihn: Kurzerhand erzählt sie ihm, dass sie sich mit ihrer Mutter zerstritten hat und nicht wieder nach Frankreich gehen wird. Sie möchte die paar Monate bis zu ihrer Volljährigkeit bei ihm wohnen. Er ist davon jedoch nicht begeistert. Nur wenn sie an einer internationalen Schule die Japanisch-Prüfung besteht, darf sie bleiben.

Details


In „Tokyo Home“ bekommen wir nun also den Werdegang der Möchtegern-Japanerin mit. Während es sich anfangs noch sehr auf Japan bezieht, merkt man doch schnell, dass sich das meiste allerdings eher bei ihr Zuhause oder in der internationalen Schule abspielt, von Japan selbst bekommt man also nicht ganz so viel mit, wie man vielleicht denken sollte. Dabei werden alle möglichen Themen behandelt: Streit, Eifersucht, Liebe, Geheimnisse und was man als junger Mensch eben alles in einem fremden Land erleben kann. Wer Manga-Zeichnungen sucht, ist hier jedoch fehl am Platz, lediglich die Panel-Aufteilung des Comics erinnert daran. Auch ein paar interessante Informationen zum Land finden sich am Ende jedes Kapitels.
Autor:
Lektor: Jennifer Baronick
Grafiker: Nathalie Schöps
Veröffentlichung:
16.04.2012
Tokyopop, Kana, Cyrielle


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