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Gegen den Strom

Gekiga Hyouryuu (劇画漂流)
 

„Früher war alles besser!“ Diesen Satz werden schon viele gehört haben. Ob es allerdings stimmt, ist eine andere Frage. Sicher ist jedoch, früher war vieles anders und das zeigt uns dieser Manga anhand vieler Bilder und der Geschichte der Manga. Eine wirklich ungewöhnliche Autobiographie.

Inhalt

Als am 15. August 1945 der Zweite Weltkrieg endet, ist Hiroshi zehn Jahre alt und geht in die vierte Klasse der Grundschule. Die Zeit in der er lebt ist nicht die einfachste und viele Menschen müssen um das Überleben kämpfen, doch es ist auch eine Zeit, in der einiges Leid gelindert werden kann. Hiroshi lebt zusammen mit seinem großen Bruder, seiner kleinen Schwester und seinen Eltern in einem kleinen Haus. Außerdem hat er noch einen großen Bruder auf der Universität, daher ist es für die Familie schwer aber machbar, sich richtig über Wasser zu halten.

Hiroshis Bruder Oki und er selbst sind total vernarrt in Manga. Sie lieben besonders die Werke des Studenten Tezuka Osamu, der eine ganz andere Richtung einschlägt, als die Künstler vor ihm.
Zwar können sich die Brüder selten Manga zum Preis von 80 Yen pro Band kaufen, doch wenn, dann hüten sie diese wie einen Schatz. Zu dieser Zeit begann sich etwas zu verändern. Manche Zeitschriften ließen sich von Lesern Vier-Panel-Manga, die auf Postkarten gezeichnet waren, schicken. Das war das erste Mal, das Leser selbst die Möglichkeit hatten, Werke einzuschicken und die Chance erhielten, abgedruckt zu werden. Die Besten wurden veröffentlich, alle anderen wurden in einer Art Rangliste namentlich erwähnt.

Auch Oki zeichnet gern die Vier-Panel-Manga, was eine seiner wenigen Leidenschaften ist. Immerhin leidet der zweitälteste Sohn der Familie unter einer schweren Rippenfellentzündung. Da sie sich jedoch die Behandlung nicht leisten können, musste der Junge vor kurzem aus dem Krankenhaus wieder nach Hause. Seit dem widmet er sich eigentlich nur noch den Manga.


Und das mit Erfolg. Zwar schafft er nicht mehr als die Postkartenmanga, weil seine Gesundheit nicht mehr zulässt, aber immerhin hängt er sich hierfür total rein. Hiroshi hat unterdessen gemerkt, dass er kein Glück in dieser Region der Manga hat und beginnt sich den Story-Manga, wie sein Vorbild Tezuka, zu widmen. Als Oki jedoch wertvolle Medaillen für seine Manga gewinnt, ist der Ehrgeiz in Hiroshi geweckt. Er schließt seine Story-Manga ab und beginnt wie wild, sich wieder den Postkarten-Manga zu widmen.
Zu dieser Zeit haben sich viele Zeitschriften ein Beispiel an der "Manga Shonen" genommen und lassen ihre Leserschaft mitarbeiten. Und bei so ziemlich jedem Wettbewerb gewinnt er einen Preis. Nur an die der "Manga Shonen"-Preise, die sein Bruder gewonnen hat, kommt er nicht heran. Als er es eines Tages schließlich doch noch schafft, ändert sich sein ganzes Leben und richtet sich ab diesem Moment nur noch nach Manga.

Details

Die Autobiographie von Yoshiro Tatsumi liest sich mehr wie ein Roman, als ein Manga. Die Panel-Einteilungen sind sehr klar und einfach gehalten. Man verfolgt das Leben des jungen Hiroshi bis hin in das Alter eines gestandenen Mannes. Dabei kommt er auf den Weg der Gekiga und verfolgt beziehungsweise sucht auch weiter nach ihm. Das schlägt sich auch im Zeichenstil des Manga wieder. An und für sich kann man es als mehrfach ausgezeichnetes Nachschlagewerk zur Geschichte der Manga sehen. Der Manga ohne Glossar und Nachwort umfasst mehr als 800 Seiten, was sich natürlich im Preis widerspiegelt. Auf dem deutschen Markt findet man von dem Manga-ka unter anderem auch „Existenzen und andere Abgründe“.

Autor:
Lektor: Kathia Krüss
Grafiker: Julia Kefenhörster
Veröffentlichung:
06.12.2012
Yoshiro Tatsumi, Carlsen Manga, Seirinkogeisha


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