Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Vom 6. bis 8. September fand im Kongress Palais Kassel die größte ehrenamtlich organisierte Convention im deutschsprachigen Raum statt: Die Connichi ist ein jährliches Highlight für alle Freunde japanischer Popkultur.

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Ikigami

Ikigami (イキガミ)
 

Du stirbst zwischen deinem 18. und 25. Lebensjahr. Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Doch die Möglichkeit besteht dank einer Injektion, die du bei der Einschulung bekommen hast. Stirbst du oder darfst du leben? Die Gewissheit bekommst du, wenn du dein Ikigami erhältst...

Inhalt

Das „Gesetz für Fortschritt und Wohlstand“ ist das Wichtigste in Japan und wird von den Menschen bereits mit Beginn ihrer Schulzeit verinnerlichen. Nach der Einschulung erhalten sie eine Impfung gegen Infektionskrankheiten. In 0,01% der Spritzen befindet sich jedoch eine Kapsel, die sich am Herz festsetzt. Im Alter zwischen 18 und 25 Jahren tritt dann der Tod ein. Da die Menschen nicht wissen, ob sie bald sterben werden oder nicht, leben sie bewusster und intensiver, die Strafdelikte und die Selbstmordrate gingen zurück, das BIP und die Geburtenrate steigen. Hinterfragungen des Systems werden allerdings nicht geduldet.
24 Stunden vor seinem Tod erhält der unglückliche Auserwählte sein Ikigami, seine Sterbeurkunde. Anschließend kann er Abschied nehmen, seine Dinge ordnen und dann sterben. Die Hinterbliebenen bekommen eine Rente, sofern er keine Verbrechen begangen hat.

Fujimoto hat die 25 unsicheren Jahre seines Lebens unbeschadet überstanden – wenngleich er sich vorher eigentlich nie Gedanken ob eines möglichen bevorstehenden Todes gemacht hat. Nun arbeitet er in einer Behörde als Beamter, seine Aufgabe ist es, die Ikigami an die Todgeweihten persönlich auszuhändigen und wenn das nicht möglich ist, andere Wege einzuleiten, damit sie diese noch erhalten. Dabei begegnet er den unterschiedlichsten Menschen, deren Schicksal unausweichlich und oft umso tragischer ist... So wie Josuke Kamoi, der in der Schule gemobbt und misshandelt wurde. Als er sein Ikigami erhält, kann er es nicht fassen, dass ausgerechnet er sterben soll, während seine Peiniger leben dürfen. Er sinnt auf Rache...
Ein anderes Mal muss er einem Musiker namens Tanabe das Ikigami überreichen, der seinen besten Freund verraten hat, um im Business Fuß zu fassen – nur um dann selbst als Staffage eines anderen zu enden. Sein ehemals bester Freund erleidet einen Unfall und fällt ins Koma, obwohl Tanabe nur für ihn spielen wollte...

Details

Ein perfides Gesetz sorgt für willige, fleißige Arbeiter, ein gewolltes Spiel mit Leben und Tod, das die Umstände, die Persönlichkeit und die Lebensplanung völlig außer Acht lässt. Gekonnt werden verschiedene Einzelschicksale skizziert und auch die eigentliche Hauptfigur Fujimoto beginnt im Anbetracht dessen das System zu hinterfragen. Noch nicht laut – denn das könnte ihn sein eigenes Leben kosten.
Motoro Mase gewann 1998 mit seiner Kurzgeschichte „Area“ den Nachwuchspreis des Shogakukan-Verlages. Auf Deutsch ist neben „Ikigami“ bei Carlsen auch noch der vierbändige Psycho-Thriller „Heads“ erschienen.
Autor:
Lektor: Elsa Philipp
Grafiker: Julia Kefenhörster
Veröffentlichung:
07.03.2013
Motoro Mase, Shogakukan, Carlsen


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