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Wir haben uns einmal den Roman "Brüste und Eier" von Mieko Kawakami genauer angeschaut und für euch rezensiert...

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Eine fröhliche Familie

Wakakusa Monogatari   (若草物語)
 

Es gibt Geschichten, die beinahe zeitlos sind und viele Generationen auf ihrem Weg begleiten. Eine davon ist „Eine fröhliche Familie“. Nun bekommt die bekannte Geschichte einen neuen Ableger in der Manga-Bibliothek und wirkt dabei doch irgendwie so frisch wie immer.

Inhalt

Neuengland um 1860. Eine kleine Familie lebt froh und munter in einem Haus und es scheint ihnen an nichts zu fehlen. Ein liebendes Elternpaar wohnt zusammen mit ihren vier Mädchen und ihrer Haushälterin und sie scheinen mit dem, was sie haben, mehr als zufrieden zu sein - sieht man einmal von den nie endenden Wünschen einiger Kinder ab.

Leicht haben sie es beispielsweise mit Meg, ihrer ältesten Tochter, die mit ihren sechzehn Jahren schon sehr erwachsen und reif wirkt. Sie sehnt sich danach, als junge Dame angesehen zu werden und beschäftigt sich gerne mit sehr weiblichen Hobbys. Sie träumt davon, endlich ihren ersten Ball mit den jungen Herren zu besuchen und der Tag scheint für sie auch nicht mehr fern zu sein.

Jo ist die Zweitgeborene und ein Wildfang sondergleichen. Sie ist schon ein wenig stolz darauf, dass ihr Temperament dem eines Jungen gleicht und genau genommen interessiert sie auch nur wenig, was andere Menschen von ihr halten. Ihr großer Traum ist es, einmal Schriftstellerin zu werden. Von damenhaften Verhalten hält sie trotz ihres Alters von fünfzehn Jahren nicht viel, auch wenn sie sehr stolz auf ihre langen Haare ist.

Beth hingegen ist eher das Gegenteil. Die Dreizehnjährige ist schüchtern und zurückhaltend. Sie kommt nicht gut mit Fremden zurecht, ist jedoch fürsorglich und selbstlos. Von allen Mädchen ist sie wahrscheinlich diejenige, die sich am wenigsten um sich selbst kümmert und meist nicht einmal ihre Wünsche ausspricht, selbst wenn sie danach gefragt wird. Für sie ist ihre Familie das wichtigste Gut.

Amy ist mit ihren zwölf Jahren das Nesthäkchen und benimmt sich auch dementsprechend. Sie ist egoistisch, laut und taktlos. Zudem ist sie fest davon überzeugt, dass sie einmal Künstlerin werden wird und neidisch, wenn ihre Schwestern etwas bekommen. Oftmals bekommt sie sich deswegen gerade mit der temperamentvollen Jo in die Haare.

Doch für die kleine Familie ist nicht alles Sonnenschein. Zwar sind sie nicht unbedingt reich, doch sie haben mehr als viele andere. Trotz allem bleiben auch sie nicht vor Krankheit und Krieg verschont. So tritt ihr Vater bald in den Bürgerkrieg ein und die Sorge überschattet manchmal die Stimmung. Dennoch versuchen sie sich nicht unterkriegen zu lassen und langsam erwachsen zu werden.

Details

„Eine fröhliche Familie“ basiert natürlich auf dem Originalwerk namens „Little Women“ von Louisa May Alcott, das ebenfalls in den späten 1860er Jahren geschrieben wurde und teilweise als autobiographisch angesehen wird. Neben den Büchern wurde die Geschichte jedoch mehrfach neu aufgelegt, sei es in Filmen, der unglaublich erfolgreichen Anime Serie der 1980er Jahre oder aber nun als Manga. Dieser bedient sich gerade im erzählerischen Teil sehr stark der Originalvorlage. Er zählt zur „Manga-Bibliothek“, einer Reihe von Tokyopop-Manga, denen bekannte Kinderbücher zugrunde liegen.
Autor:
Lektor: Kathrin Hommel
Grafiker: Julia Kefenhörster
Veröffentlichung:
29.12.2015
nev, Louisa May Alcott, Gakken Education Publishing, Tokyopop


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