Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Seit dem 15. Februar ist der Debütroman "Jeder geht für sich allein" von Chisako Wakatake auf dem deutschen Buchmarkt erhältlich. Wir haben ihn uns einmal angeschaut und stellen euch den Titel hiermit vor.

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Unterm Wolkenhimmel

Donten ni Warau (曇天に笑う)
 

Während der Meiji-Zeit befand sich ganz Japan im Wandel. Die westliche Moderne hielt Einzug in das so traditionsbewusste Land und Gesetze wurden neu umgeschrieben. Mit den Änderungen kam viel Zustimmung, aber auch jede Menge Ablehnung. Diejenigen, die sich gegen das Gesetz auflehnen, haben jedoch drei unnachgiebige Gegner...

Inhalt

Gerade am Anfang der Meiji Zeit – im Jahr 1878 – hat es die japanische Regierung nicht einfach. Sie ist bestrebt, das traditionelle Japan zu modernisieren und dem Westen die Tore zu öffnen. Das Volk scheint begeistert, immerhin gibt es nun prunkvolle Gebäude, Eisenbahnen und prächtige Gewänder. Doch natürlich ist das nicht alles.
Um Japan wirklich moderner und in der Welt angesehener zu machen, müssen sie noch ganz andere Gesetze verabschieden. Unter anderem eines, dass das Tragen von Waffen in der Öffentlichkeit verbietet. Genau dieses Gesetz ist Schuld daran, dass die Samurai immer mehr vom Aussterben bedroht sind. Während sich manche dank ihrer hohen gesellschaftlichen Stellung einen guten Job angeln und sich an das neue Gefüge anpassen, sehen andere nicht ein, warum sie von ihrem Geburtsrecht keinen Gebrauch mehr machen dürfen und werden somit zu Verbrechern. Bald schon waren die Gefängnisse Japans überlaufen und Ausbrüche waren jeden Tag zu sehen. Daher beschloss man, ein „ultimatives“ Gefängnis für die Schlimmsten unter ihnen zu bauen. Es wurde mitten in den Biwa-See gebaut, damit niemand fliehen kann und die Methoden sollen sehr hart sein.

Um die Gefangenen dorthin zu bringen, bedarf es Fährmänner. Ausgewählt wurden hierfür die drei Brüder der Kumo-Familie. Leider bleibt es meist nicht dabei, die Gefangenen nur über das Wasser zu bringen. Oftmals entfliehen die Schwerverbrecher mit verzweifelten Taten kurz bevor sie hinübergefahren werden können. Dann ist es an ihnen, der Polizei zu helfen und sie wieder einzufangen. Der jüngste ist sehr optimistisch, der älteste unfassbar stark und der mittlere Bruder sieht in ihm jemanden, den er unbedingt einholen muss.

Damit ist es noch lange nicht getan. Über ihrer kleinen Stadt hängen schon seit langer Zeit dicke Wolken und es geht das Gerücht von einer riesigen Monsterschlange um, die sich als ihren Wirt einen Menschen sucht. Wenn der Dämon vollkommen erwacht, wird er mit Sicherheit nicht nur die gesamte Stadt dem Erdboden gleichmachen. Könnte da etwas Wahres dran sein oder ist es nur ein Ammenmärchen?
Auch eine ganz besondere junge Dame scheint schicksalhaft an ihre Vergangenheit gebunden zu sein – dabei ist sie eigentlich nicht einmal ein Mensch...

Details

„Unterm Wolkenhimmel“ ist ein Werk, wie man es leider viel zu selten zu Gesicht bekommt. Das altjapanische Setting wird gepaart mit Legenden, dem Wandel der Zeit, ein wenig Fantasy und lustigen, wie tragischen Geschichten. Dabei werden unterschiedliche Handlungsstränge wiederholt in den Vordergrund gedrängt. Die Vergangenheit der jungen Lehrerin, die Familiengeschichte der Kumos und ihre Arbeit, der Fluch und die Vergangenheit der beiden älteren Brüder. Trotz allem ergibt alles ein Ganzes und macht die Geschichte sehr spannend. Ein weiterer Punkt sind die sehr unterschiedlichen Charaktere, die von schräg bis bitterernst reichen und so diesem ungewöhnlichen Mix die Würze verleihen. Nicht zuletzt sollte man noch den sehr feinen und unglaublich detaillierten Zeichenstil erwähnen, der gerade in diesen Genre selten zu sehen ist.
Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Grafiker: Denise Augustin
Veröffentlichung:
17.07.2016
Mag Garden, Kazé, Karakarakemuri


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