Ghost in the Shell Stand Alone Complex Gesamtausgabe (Blu-ray)

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Bildcopyright: 2002-2004 Shirow Masamune-Production I.G/KODANSHA

Motoko Kusanagi und ihre Sektion 9 legen sich wieder mit Schwerverbrechern an. Denn genau davon gibt es in der modernen Welt voller Cyberimplantaten und dadurch umso mehr Cyberkriminalität genug. Doch manchmal steckt hinter gewissen Geschehnissen viel mehr, als man auf den ersten Blick sieht.

Inhalt

Im Jahre 2030 ist das Leben anders, als wir es bisher kennen. Viele Menschen sind mittlerweile körperlich und teils vielleicht auch geistlich mehr Maschine als Mensch und gerade bei der Polizei oder Politikern kommt dies nicht selten vor. Da sogar das Gehirn, besser gesagt, das „Cyberbrain“, teilweise austauschbar ist und man quasi einen Menschen hacken kann, gibt es natürlich neben den ganzen Vorteilen auch massive Nachteile.

Und genau diese Nachteile machen sich viele Verbrecher zu nutzen und gehen dabei nur selten zimperlich vor. Oft genug gibt es Cyberterrorismus, Geiselnahmen, Erpressungen, Diebstahl und Mord und gerade dann, wenn ein Fall wirklich brenzlig wird, steht eine bestimmte Gruppe bereit, sich diesem anzunehmen. Der Name dieser Gruppierung lautet Sektion 9. Die meisten wissen so gut wie nichts über diese Abteilung. Wem sie untersteht, was genau ihr Einsatzgebiet ist und wo ihre Fäden verlaufen, all das ist ungewiss. Sicher ist nur, dass sie oftmals das zu tun vermögen, woran andere kläglich scheitern.
Major dieser Gruppe ist die junge Frau Motoko Kusanagi, welche selbst mittlerweile mehr Maschine als Mensch ist. Dies empfindet sie allerdings weder als Nachteil noch als besonders störend, doch sie scheint dem Mysterium des maschinellen Teils ihres Selbst manchmal ein wenig zu verfallen.
Doch wenn die Pflicht ruft, ist sie voll bei der Sache, denn es scheint für sie nichts Wichtigeres als ihre Arbeit zu geben.

Und egal, ob es sich um Geisha-Roboter handelt, die plötzlich durchdrehen, um einen Panzer, der sich selbstständig macht oder um Roboter, die Selbstmord begehen - sie lässt niemals locker. Doch irgendwann schleicht sich ganz leise der Verdacht ein, dass sich durch viele der Sektion 9-Fälle ein unheimlicher, roter Faden zieht....

Details

„Ghost in the Shell“ ist weit mehr als diese Serie, doch den meisten ist sie genau durch diese bekannt. Die Geschichte rund um Cyborgs, Kriminalität, Sektion 9 und jede Menge Material zum Hinterfragen nahm seinen Anfang 1989 als Manga-Serie aus der Feder von Masamune Shirow. Nach dem ersten Erfolg brachte er zwei weitere Manga-Ableger auf den Markt.
1995 folgte dann letztlich der erste Kinofilm, der bei uns schlicht unter „Ghost in the Shell“ bekannt ist und dem einen oder anderen vielleicht noch durch das Musik-Video der Band Wamdue Project. 2008 schien sich sogar Steven Spielberg in den Film verliebt zu haben und sicherte sich die Rechte an dem Klassiker. Allerdings hörte man bis Anfang 2015 nichts weiter darüber. Die Pläne für einen Film sollen nun aber wieder aufgenommen worden sein. Jedoch war das noch lange nicht das Ende. „Ghost in the Shell 2: Innocence“ sowie „Ghost in the Shell: Arise“ waren weitere Filme. Natürlich darf man diese Serie, ihren Nachfolger „Ghost in the Shell: Stand Alone Complex 2nd Gig“, den dazugehörigen Fernsehfilm und die Serie zu „Arise“ nicht vergessen. Doch selbst nach all diesen Werken, bei denen gerade die Fernseh- und Kino-Welt ein wenig die Farben von Kenji Kamiyama und Mamoru Oshii angenommen haben, gibt es noch immer Mysterien und Unklarheiten.

2002-2004 Shirow Masamune-Production I.G/KODANSHA

Umsetzung

Wer hätte gedacht, dass es diese Serie noch in die nächste Generation schafft? Vielleicht nicht viele, doch dankbar sollte man allemal sein. Die Blu-ray Version der Serie wurde merkbar bearbeitet, jedoch darf man keine Wunder erwarten. Ein Anime, der 2002 produziert wurde, wird nicht plötzlich wie eine Fernsehserie von letzter Woche dastehen. Und daher sind zwar die Linien und das allgemeine Aussehen wesentlich feiner, doch es fällt nun einmal etwas mehr auf, dass man früher gerade Details wie Gesichter im Hintergrund außer Acht gelassen hat, da man sie früher schlicht nicht sehen konnte. Auch die Farben sind noch etwas matt, dafür jedoch nicht künstlich über den Kontrast gestärkt worden. Wer sich dessen bewusst ist und damit durchaus leben kann, der wird seine Freude an der Serie in Full-HD mit sowohl japanischer als auch deutscher DTS HDMA 5.1 Tonspur haben, denn gerade hier merkt man ihr den Feinschliff genauer an. Wer sich gern das Original ansehen und dabei auf Untertitel zurückgreifen möchte, der kann dies tun. Sie sind in deutscher Sprache vorhanden und in weißer Schrift mit schwarzen Rändern gehalten. Dadurch lassen sie sich auf jedem Untergrund gut lesen. Auf Dubtitel wurde verzichtet. Doch auch die deutsche Synchronarbeit kann sich durchaus hören lassen. Wer sich einmal an die Stimmen gewöhnt hat, will sie nicht mehr missen.

Packung

Die Gesamtausgabe kommt im Mantel eines schicken, wenn auch zumindest auf der Vorderseite recht schlichten Schubers an. Während man auf dem Cover nur Kusanagi sieht, ist auf dem Rücken schon mehr zu entdecken. Neben dem Text, einigen Screenshots und technischen wie rechtlichen Details findet man eine kleine Staff-Liste. Der Schuber ist jedoch leider etwas dünn und wirkt nicht unbedingt stabil, man sollte also ein wenig darauf aufpassen. Das FSK-Symbol wurde nur als Sticker gewählt, somit kann man es von der Außenseite ablösen.
Die eigentliche Hülle lässt sich insgesamt drei Mal aufklappen und bietet so jeder der vier Scheiben eine eigene „Seite“. Verziert wurde er mit ganzseitigen Artworks, bei dem auf einem leider das FSK-Logo aufgedruckt werden musste. Dieselben vier Artworks finden sich auch auf den Blu-rays wieder. Leider gibt es keine richtige Halterung für das Booklet, wodurch dieses einfach nur hineingelegt wurde.

2002-2004 Shirow Masamune-Production I.G/KODANSHA

Extras

Wie alle Anime entstand auch „Ghost in the Shell: Stand alone Complex“ nicht allein und das zeigen gerade die Interviews sehr deutlich, die sich über die Blu-rays verteilen. Dabei wird danach gefragt, was die Mitwirkenden über das Werk denken, über ihre Arbeit daran und vor allem, was für Gedanken ihnen bei ihrer Arbeit durch den Kopf gingen. So tiefgründig wie das Werk selbst, sind dabei oftmals die Antworten derjenigen, die es mit erschaffen haben und daher definitiv einen Blick wert. Rede und Antwort stehen hierbei:
Motoko Kusanagis Synchronsprecherin Atsuko Tanaka, Daisuke Aramakis Synchronsprecher Osami Saka, die bekannte und für die Musik zuständige Yoko Kanno, Batous Synchronsprecher Akio Otsuka, Tonregisseur Kazuhiro Wakabayashi, Togusas Synchronsprecher Koichi Yamadera, Synchronsprecherin der Tachikomas Sakiko Tamagawa, die Herren vom mechanischen Desgin Kenzi Teraoka und Sinobu Tsuneki, Makoto Endo und Tanaka Koji über die digitale Arbeit, die Drehbuchautoren Junichi Fujisaku, Nobutoshi Terado, Yoshiki Sakurai, Dai Sato und Shotaro Suga, aber auch Regisseur Kenji Kamiyama meldet sich selbst zu Wort.

Ob man es als Extra oder als Standard sehen möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Allerdings dürften sich viele über die Miniepisoden „Der Alltag der Tachikoma“ nach jeder Episode freuen.
Fans von Blank Openings und Blank Endings werden ebenfalls bedient.

Allerdings gibt es auch etwas Handfestes, nämlich ein Booklet, welches leider nur lose im Schuber hängt. Verfasst wurde dieses von Jonathan Clements, dem Koautoren von „Anime Encyclopedia“ und „Drama Encyclopedia“. Er bietet hier nicht nur einen kleinen Einblick in die Geschehnisse der Serie, sondern auch über den Autoren, die Entwicklung, die Wirkung des Werkes in seiner Zeit und Einflüsse, beziehungsweise Elemente, die aus anderen Werken bezogen wurden. Wer sich also etwas mehr damit beschäftigen möchte, bekommt hier einen kurzen, aber inhaltsreichen Mix an Informationen. Somit sollte eigentlich für wissbegierige Fans aller Sparten genug vorhanden sein.

Fazit!

Wer den Klassiker noch nicht kennt oder ihn sich bisher nicht zugelegt hat, der hat nun die Gelegenheit dazu. „Ghost in the Shell: Stand Alone Complex“ gibt sich in neuem Gewand, dass natürlich nicht alles komplett neu machen, aber sich durchaus sehen lassen kann. Daneben finden sich noch eine ganze Reihe Extras, die vor allem Hintergrundinformationen zu Serie bieten, die man vielleicht noch nicht wusste und auch ein wenig Einblick in die Produktion verschaffen. Wer also Fan der Serie ist oder diejenigen, die sich im Sci-Fi-Genre heimisch fühlen, dürfen hier einen kleinen Schatz für sich entdecken.

Inhalt
2
Bild
3
Ton
2
Synchronisation
2
Untertitel
2
DVD-Menü
6
Extras
3
Preis-/Leistungsverhältnis
4
Gesamt
4

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