Michiko & Hatchin Vol. 1

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Bildcopyright: manglobe, Caliente latino, Anime Virtual

Michiko ist eine Gesetzlose, eine auf der Flucht befindliche Kriminelle. Und doch ist sie die Einzige, die der jungen Hatchin neue Hoffnung geben kann, ihren angeblich toten Vater wiederzufinden. "Michiko & Hatchin Vol. 1" leitet für beide Chaoten eine verrückte, gefährliche und abenteuerliche Suche in den Favelas ein…

Inhalt

Alles beginnt mit einem Ausbruch: Als die schöne, aber gefährliche Michiko Malandro aus dem Diamandra Zuchthaus ausbricht und sich auf eine lange und abenteuerliche Suche begibt, ahnt die junge Hana Morenos noch nicht, dass sie dieser merkwürdigen Frau begegnen wird und ihr bisheriges und sehr trostlosen Leben in der Familie Belenbauza Yamada bald vorüber sein wird.

Obwohl die von ihrer vierköpfigen Pflegefamilie wie eine Sklavin behandelte und aufs schlimmste gequälte Hana schon seit Jahren darauf wartet, dass jemand kommt um sie zu holen, ist sie anfangs etwas skeptisch, als dieser jemand ausgerechnet Michiko sein soll, die das Gesetz nach belieben streckt und für die Regeln anscheinend nur belanglose Nebensächlichkeiten darstellen.

Sie klärt sie schließlich darüber auf, dass ihr richtiger Vater Hiroshi Morenos heißt und angeblich bei einem Busunglück vor zwölf Jahren ums Leben gekommen ist. Da Hana, die genau wie Michiko, ein recht auffälliges Bauchtattoo besitzt, aber erst neun Jahre alt ist, dürfte klar sein, dass Hiroshi nicht - wie von den Medien behauptet - tot sein kann.
Während Hana ihren verhassten Namen aufgibt, da sie fortan von Michiko nur Hatchin gerufen wird, brechen die Beiden auf um Hiroshi zu finden. Michiko, die dem Mädchen verspricht, immer auf sie aufzupassen, versteht es aber vortrefflich Ärger zu machen, sodass die Beiden nach wie vor auf der Flucht sind: Vor der Polizei, vor Hatchins geldgierigem Pflegevater und vor allerhand Problemen…

Als sie bei ihren Nachforschungen in den Favelas auf eine alte Wahrsagerin stoßen, die ihnen die ersten Hinweise auf Hiroshis Aufenthaltsort nennen kann, erfahren die Beiden aber auch von Hatchins Tod, obgleich das junge Mädchen dieser Prophezeiung wenig Aufmerksamkeit beimisst. Wichtiger findet Hatchin die Tatsache, dass sich Michiko ständig in Läden selbstbedient und ihr Sachen "schenkt", die ihr rechtmäßig nicht gehören. Um die von Michiko gestohlenen Sachen zu bezahlen beginnt Hatchin in einem Restaurant zu arbeiten, während die abgebrühte Frau weiterhin nach Hinweisen auf Hiroshi sucht und auf die GoGo-Tänzerin Pepe Lima trifft. Nicht ohne Folgen…

Details

Das Setting dieses quietsche-bunten Anime erinnert fiktiv an die Armenviertel Brasiliens, der sogenannten Favelas. Ein unverkennbarer Retro-Stil und das Ambiente weisen zusätzlich deutliche Spuren von Filmklassikern wie "City of Gold" und "Desperado" auf. Und doch bietet dieser Road-Movie-Anime bei weitem mehr, als man anfangs denkt.
Das ausgefallene Charakterdesign ist geprägt durch das brasilianische Modelabel Colcci und zeigt sich vielschichtig und authentisch. Der passende Soundtrack des Südamerikaners Alexandre Kassin, sowie das beeindruckende Regie-Debüt Sayo Yamamotos machen diese Produktion aus dem Jahr 2008 sehenswert.
In 22 Episoden beschreibt die Handlung ab diesem ersten Volume, wie Michiko und Hatchin auf die Suche nach Hiroshi Morenos gehen, der sowohl für die hitzige Gesetzesbrecherin, wie auch für die neunjährige Hatchin eine wichtige Rolle spielt. Aber auch "Jambo" Atsuko, eine anscheinend alte Freundin aus Michikos Kindheit, wird noch an Bedeutung gewinnen.

manglobe, Caliente latino, Anime Virtual

Umsetzung

Klar und deutlich sieht man der manglobe-Produktion (u.a. auch "Samurai Champloo") ihr junges Alter an, denn Kontraste, Farben und Lichteffekte sind super in Szene gesetzt. Das serienspezifische Design spiegelt die Vielfalt der an Brasilien erinnernden Kultur im Anime wieder und man kann eindeutig das Flair von Exotik und Temperament finden.
Neben den passenden Synchronsprechern, die sowohl Michikos etwas angeraute Raucherstimme und Hatchins kindliche, aber souveräne Persönlichkeit verdeutlichen, sind auch die Nebencharaktere glaubwürdig besetzt. Der feurige Soundtrack tut sein übriges. Fehler in Vertonung oder Bild findet man nicht.
Zwar gibt es in der dritten Episode einen gravierenden Menüfehler, weshalb die Hälfe der Folge quasi fehlt und was dazu führte, dass die DVD noch einmal vom Markt genommen werden musste, aber für Entschädigung seitens Anime Virtual ist gesorgt.
Die Untertitel wurden in gelber Schrift mit schwarzer Umrahmung am unteren Bildschirmrand eingepflegt und erscheinen das eine oder andere Mal auch während des Abspielens um die Episoden-Titel oder um andere Texte zu übersetzten.

manglobe, Caliente latino, Anime Virtual

Packung

Die DVD wird in einer handelsüblichen Amaraybox geliefert und durch ein orange-gelb gehaltenes Cover interessant gestaltet. Michiko und Hatchin finden sich darauf in dynamischer Szenerie, sowie das einprägsame Logo der Serie und die FSK-Freigabe direkt daneben, die auf dem Wendecover jedoch nicht mehr erscheint.
Auf der Rückseite befinden sich einige Screenshots in unterschiedlichen Größen, sowie ein einleitender Inhaltstext zur Serie. Die technischen Details und der Hinweis auf einige Extras runden das ganze Design ab.
Im Inneren der Hüllen wurden neben der DVD selbst ein kleines Booklet mit sechs Seiten, sowie zwei hochwertige Postkarten mit Screenshotillustrationen beigefügt.

manglobe, Caliente latino, Anime Virtual

Extras

Als Printextra liegen dieser DVD zwei Postkarten mit Michiko und Hatchin bei, sowie ein informatives Booklet mit Charakterbeschreibungen, Inhaltsschwerpunkten und Hintergrundinfos zur Produktion.
Als besondere Leckerbissen in digitaler Form kommt nach in den Genuss eines ca. siebenminütigen Interviews mit Yoko Maki, die Michiko ihre japanische Synchronstimme verleiht, sowie Suzuka Ohgo, die Hatchins Stimme vertont. Beide Frauen beantworten einige Fragen zu ihren Rollen, der Serie und ihrer Arbeitsweise.
Auch ein Making Of, das neben einem Interviewteil auch noch über das textless Opening und Ending verfügt, beleuchtet in knapp 17 Minuten einige interessante Facts zur Serie, die sich vorrangig an Frauen richten soll und die im japanischen Fernsehen zu einer eher untypischen Sendezeit erstausgestrahlt wurde.

Fazit!

Studio manglobe erreichte mit "Samurai Champloo" bereits schon einmal einen Anime, der seinesgleichen suchte. Neben einer irrwitzigen und doch spannenden Handlung um sympathische Antihelden, besticht diese sich nun eher an weibliche Animefans der etwas älteren Fraktion richtende Serie durch feurig-südländisches Temperament und viel nackter Haut. Action und skurrilen Humor findet man auch nicht zu knapp, wenn Michiko Ärger stiftet und Hatchin die Tricks derer durchschaut, die der exotischen Schönheit einmal mehr das Geld aus dem Kreuz leiern! Volume 1 verspricht bereits jetzt eine Ausnahmeserie, nicht zuletzt durch die Aufmachung und die kleinen Extras!

Inhalt
4
Bild
2
Ton
6
Synchronisation
2
Untertitel
2
DVD-Menü
4
Extras
2
Preis-/Leistungsverhältnis
8
Gesamt
8

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