Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Im Rahmen der KAZÉ Anime Night präsentierte Anime on Demand von 29. - 31.05.2020 den ersten Kino-Ableger der Erfolgsreihe "DanMachi" erstmals in Deutschland. Wir haben ihn uns für euch einmal angeschaut - vom heimischen Sofa aus.

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Heavy Rain

 
Das Leben nimmt manchmal Veränderungen vor, die einem Menschen alles schwer machen können. Wer nun aber denkt, er würde gern einmal in der Haut eines anderen stecken, der sollte sich einmal in „Heavy Rain“ versuchen und wird feststellen, dass dieser Wunsch nicht immer zutrifft und man vielleicht doch ein wenig über sein eigenes Leben froh sein sollte…
Inhalt Ethan Mars ist ein ziemlich erfolgreicher Architekt. Er ist glücklich: ein großes Haus, eine liebevolle Frau und zwei kerngesunde Kinder. Ihm fehlt es an nichts. Sein Ältester feiert gerade seinen Geburtstag und alles ist hell und idyllisch. Die kleine Familie beschließt nach dem Essen noch einkaufen zu gehen. Während der Jüngere mit seiner Mutter einkaufen geht, besteht der Ältere bei seinem Vater auf einen Ballon. Dieser gibt nach, jedoch ist sein Sohn plötzlich verschwunden. Als er ihn panisch sucht und erst wieder vor dem Kaufhaus findet, passiert das Unglück. Der Junge wird angefahren und kommt ums Leben. Ethan gibt sich die Schuld an dem Tod des Sohnes, obwohl er versucht hatte, sich vor ihn zu werfen. Er und seine Frau trennen sich. Alles wird grau und der Mann verfällt in schwere Depressionen. Sein Sohn Shaun lebt bei ihm und er versucht ihm ein guter Vater zu sein. Eines Mittags jedoch verschwindet Shaun und alles deutet daraufhin, dass er dem gefürchteten Origami-Killer in die Hände gefallen ist. Dieser schnappt sich Jungen, die dann drei bis fünf Tage später in Regenwasser ertränkt aufgefunden werden, mit einer Origami-Figur in der Hand. Aus Angst auch noch seinen zweiten Sohn zu verlieren, setzt er alles daran, diesen zu finden. Doch was soll ein einfacher Mensch ausrichten?
Auch Norman Jayden ist daran interessiert, den Killer zu finden. Er ist ein FBI-Profiler mit einer ungewöhnlichen Ausrüstung: dem ARI – Added Reality Interface. Damit kann er Umgebungen und Dinge nach Spuren und DNA scannen. Alles, was er dafür braucht, sind sein Handschuh und seine Brille. Doch sein Job wird durch zwei Dinge erschwert. Zum einen will die hiesige Polizei eigentlich keine Einmischung, zum anderen ist er von einer Droge namens Triptocaine abhängig, die auch tödlich enden kann…
Scott Shelby hingegen scheint seine eigenen Motive zu haben, die er jedoch nicht wirklich preisgeben will. Der Ex-Cop und nun Privatdetektiv hat sich daran gemacht, so viele Hinweise wie möglich von den Angehörigen der Opfer zu bekommen, doch warum nimmt der gutherzige Mann das alles auf sich?
Madison Page arbeitet als Journalistin. Sie leidet an schweren Schlafstörungen und hat mehr als nur einmal schlechte Träume. Diese überwindet sie angeblich nur, wenn sie im Motel schläft. So checkt sie auch dieses Mal ein und kommt so in Kontakt mit einem Mann, der etwas mit dem Origami-Killer zu tun hat. Zufall?
Heavy Rain
Erscheinungstermin:26.02.2010
Preis (Amazon):49,95 €
Bestellen:Bei Amazon
Genres:Adventure
Konsole:Playstation 3
Dt. Publisher:Sony
Entwickler:Quantic Dreams
Sprache:Deutsch
Altersfreigabe:USK: 16
Multiplayer-fähig:Nein
Spieleranzahl:1
Spielzeit:20-25 Stunden
Vergleichbares:Project Zero 2: Wii Edition

UmsetzunG Allen voran seien einmal zwei Dinge gesagt: Erstens, „Heavy Rain“ ist ein interaktiver Film und somit nicht dafür gedacht, die gesamte Zeit selbst durch herumlaufen zu bewältigen, oder gleich alle Informationen über den Verlauf der Geschichte, in der man sich gerade befindet, bloßzustellen. Zum Zweiten besteht die Besonderheit des Spieles darin, dass der Spieler selbst eine besondere Beziehung zu den spielbaren Hauptcharakteren empfindet und somit Dinge wie Verletzungen, Tod, Entzug oder ähnliches als etwas sehen, das auch sie persönlich ein wenig rührt und angreift. Somit werden solche Dinge, die in anderen Spielen eventuell gang und gäbe sind und nicht weiter beachtet werden, hier etwas ganz anderes, da eine persönliche Bindung besteht.
Schon von Anfang an lernt ihr, wie man in „Heavy Rain“ leben kann. Es ist morgens und Ethan versucht aufzustehen. Nun wird ein Symbol eingeblendet, welches dem Spieler zeigt, was er zu tun hat. So könnt ihr aufstehen. Je nachdem wie weit ihr den Stick nach oben drückt, steht der Architekt entweder in Zeitlupe oder schnell wie ein Sportler auf. Als Nächstes versuchen wir, den Kleiderschrank zu benutzen, doch Ethan scheint darauf keine Lust zu haben. Warum? Durch Drücken der L1 Taste wird alles ein wenig verständlicher. Nun kann man sehen, wie Gedanken im wahrsten Sinne des Wortes um den Kopf des Mannes kreisen. Diese sind mit einer Taste versehen. Drückt man sie, hört man, was der Charakter gerade über das gewählte Thema denkt. Er will also erst duschen und dann neue Kleider anziehen. Kein Problem, gesagt, getan. Auf dem Weg zum Bad wird schnell klar, dass man beinahe alles, was man hier sieht, auch in irgendeiner Weise benutzen kann. Ob man sich nun den Vogel anschaut, auf die Toilette geht oder sich die Zähne putzt, es sind beinahe keine Grenzen gesetzt. So kann man nach dem Duschen die Arbeit als Architekt erledigen, seiner Frau beim Tragen der Einkäufe helfen, mit seinen Kindern spielen, den Tisch decken, einen Kaffee trinken, einen Blick aus dem Fenster werfen oder eventuell die Stereoanlage einschalten – wie im wahren Leben. Allerdings ist nicht alles in diesem Spiel immer schön und idyllisch und manchmal hängt das Leben des Charakters davon ab, ob man schnell und präzise reagieren kann, den „Heavy Rain“ lebt so gesehen fast nur von Quick-Time Events aus schnellem Drücken der Tasten, gedrückt Halten mehrerer Knöpfe und ähnlichem. Euch stehen auch alle Entscheidungen offen. Ob ihr eine Einladung annehmt, ihr euch bei Entzugserscheinungen Drogen rein pfeift oder ob ihr mit dem Baby einer potenziellen Selbstmörderin spielt, es liegt an euch, sogar, ob ihr einen Menschen am Leben lasst, oder nicht kann vielleicht bald in eurer Hand liegen.
Etwas schwer gestaltet es sich jedoch, hin und wieder den eigenen Charakter in die richtige Richtung laufen zu lassen, denn meist laufen sie ein wenig abgehackt an und wenn man eine Richtung gedrückt hält und die feste Kamera plötzlich auf eine andere Ansichtsweise wechselt, kann es schon mal sein, dass man sich damit ärgern muss, in die falsche Richtung gelaufen zu sein. Besonders schlimm ist dies, wenn man es aus irgendwelchen Gründen wirklich eilig hat.








Das Singleplayer-Game ist in mehr als 50 Episoden geteilt und oftmals baut sich die Spannung erst recht durch diese Wechsel in interessanten Momenten auf. Denn eure vier Hauptcharaktere folgen oftmals nicht der gleichen Spur, sind an völlig unterschiedlichen Orten und Situationen. Manchmal fällt es schwer zu glauben, dass tatsächlich alles an ein und dem selben Ende hängen soll. Doch auch am Ende muss nicht immer alles „gleich“ sein, denn ihr habt multiple Ausgänge der Geschichte, die durch euer Verhalten im Spiel beeinflusst werden. Sterben ein bis drei eurer Hauptcharaktere, wird ihr Handlungstrang „einfach“ aus der Geschichte gelöscht. Und ihr spielt mit den Verbleibenden weiter im Spiel des Origami-Killers. Auch ob es euch gelingt Shaun zu retten, oder ob ihr den Täter stellt, ist nicht gesagt, denn alles hängt allein von euch ab. Die Ladezeiten gerade zwischen den Episoden gestalten sich oft ein wenig lang, doch das ist nicht weiter tragisch, denn dafür sind auch die Episoden an sich meist sehr lang und man kann das eben Geschehene auf sich wirken lassen.
Ein kleines Manko hat jedoch so ziemlich jedes Spiel und auch dieses ist davon leider nicht ganz verschont geblieben. Denn ab und an haben sich kleine Denkfehler eingeschlichen, wie beispielsweise, dass man sich auf ein Beweisstück bezieht, dass man im vorherigen Kapitel gar nicht gefunden hat. Allerdings ist das eher die Seltenheit.
Was den Ton betrifft, so muss man neidlos zugeben, hier in ein musikalisches Abenteuer mit einzusteigen, denn selbst wenn die meisten Hintergrundmelodien, wenn sie denn vorhanden sind, düster und ruhiger sind, unterstreichen sie die Atmosphäre und beeinflussen die Stimmung des Spielers unterbewusst. Auch eine Besonderheit ist, dass das gesamte Spiel Deutsch synchronisiert wurden und alle Sprecher wirklich einwandfrei besetzt wurden. So entsteht noch mehr das Flair eines Filmes und man kann auf Untertitel verzichten. Nicht zuletzt ist es aber auch ein Erlebnis für die Ohren, weil man auf DD 5.1 und DTS 5.1 zugreift. Es lässt sich vor allem auch einzeln einstellen, wie laut Sprache, Effekte und Ton sein sollen.
Der Schwierigkeitsgrad lässt sich ebenfalls individuell einstellen, je nachdem ob man viel spielt und sich mit dem Controller auskennt, ob man ein wenig spielt oder beinahe nicht, beziehungsweise noch neu auf den Gebiet ist. Das Erlebnis der Sonderklasse wird den Spieler mit Sicherheit 20-25 Spielstunden an die Konsole fesseln und mitfiebern lassen…
Auch grafisch macht das Spiel einiges her. Kein Wunder, denn die Charaktere, egal ob Haupt- oder Nebencharaktere oder sogar solche, die nicht einmal eine Minute an Auftrittszeit hatten, sollten nicht nur charakterlich wahren Menschen sehr ähneln, sondern auch optisch. Und für diesen Effekt wurde nicht vor Arbeit zurückgeschreckt. Man griff auf die Techniken des Motion und Facial Capturing zurück. Damit alles klappt, wie es sollte, gab es vierzehn Castings, in denen 457 Schauspieler gecastet und 90 ausgewählt wurden. Die Berühmteste wird jedoch diejenige sein, die Madison Page ihren Körper lieh. Da man diese im Spiel auch öfter einmal ohne Kleidung sieht, hat man sich hier für ein Model entschieden und zwar für das britische Unterwäschemodel Jacqui Ainsley. Man könnte also sagen, dass alle wichtigen Szenen im Spiel vorher auch in real gespielt werden mussten, damit alles so aussieht, wie es nun aussieht. Das bedarf insgesamt 172 Drehtage und über 30 000 einzelnen Animationen. Unglaublich, nicht?
Quantic Dreams, das Entwicklungsstudio von „Heavy Rain“, ist übrigens auch für die Titel „The Nomand Soul“ und „Fahrenheit“ verantwortlich. Jedoch ist dieses Werk ein sehr kostspieliges, welches vier Jahre in der Entwicklung steckte. Das merkt man auch, wenn man es vor sich sieht und in jeder Faser die Arbeit spüren kann, die darin steckt.
So bleibt uns am Ende nur noch ein Zitat zu sagen:
„How far would you go to save someone you love?
Make choices.
Face the consequences.”









Verpackung Schon die Verpackung verspricht, was der Inhalt hält. Neben dem Schriftzug, der ein wenig dunkle Dramatik schafft, sieht man hier natürlich den heftigen Regen, der eure Zeitbegrenzung wiedergibt. Außerdem seht ihr hier die Pajarita Origamifigur – ein Vogel – dessen eine Ecke blutgetränkt ist. Diese Figur wurde schnell zum Symbol für „Heavy Rain“. Extras findet man hier auch nicht gerade wenig. Im Spiel selbst lassen sich viele Bonusmaterialien freischalten: Ein Trailer, die ersten Videos für die E3 unzählige Konzeptzeichnungen und verschiedene Making Ofs wie beispielsweise das Motion und Facial Caputring oder die Musik (jedoch nur auf Englisch ohne Untertitel) lassen sich hier finden. Wem das nicht reicht, der sollte sich vielleicht die ebenfalls erschienene Special Edition zulegen. Hier hat man schon an der Hülle etwas Besonderes, denn dank einer speziellen Prägung sieht es so aus, als würden Regentropfen auf an der Hülle hinablaufen. Doch der Inhalt überzeugt noch mehr. Neben Notizen von Norman Jayden findet sich hier noch die Soundtrack CD, die berühmte Origamifigur und einen Downloadgutschein. Dieser enthält nicht nur ein XMB-Theme für eure Playstation, sondern auch einen Gutschein für eine Sonderepisode mit Madison Page, die den Titel „Der Präparator“ trägt. Diese war bisher nur der Presse auf der GC 2008 zugänglich, wurde jedoch nicht im eigentlich Spiel übernommen. Zwar wird diese Episode einige Zeit nach Erscheinen des Spiels auch für jedermann im Playstation Store verfügbar sein, doch wer den Gutschein hat, oder sich das Spiel vorbestellt hat, darf sich direkt darauf freuen. Natürlich sind auch sehr viele Trophäen vorhanden, die man ergattern kann. Diese hängen von euren Entscheidungen ab, daher ist es unmöglich, bei einem Durchlauf des Spiels alle zu bekommen.
Das Handbuch ist, wie man sich ein Handbuch wünscht. Es erklärt alles und lässt den Spieler nicht im Stich, sollte er einmal Hilfe brauchen.
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+ Spannende und fesselnde Geschichte
+ Grafisch sehr realitätsnah
+ Beeinflussung der Geschichte durch eigene Entscheidungen
- Hin und wieder etwas Tearing
- Ab und an kleine Logikfehler
- Etwas lange Ladezeiten
Fazit Obwohl „Heavy Rain“ mit Sicherheit eines der besten Spiele dieser Zeit ist, wird es doch sehr schwer werden, dieses Genre durchzusetzen, denn die meisten Spieler lassen sich davon abschrecken, in einen Film einzusteigen. Auch werden viele denken, dank der Quick-Time Events wird auf Action verzichtet. Doch auch wenn sich all diese Fakten trocken lesen, hat dieses Spiel es geschafft, sie interessant, nervenaufreibend, nahegehend und vor allem eben nicht langweilig umzusetzen. Wer noch immer zweifelt, sollte sich besser erst einmal selbst ein Bild machen, anstatt dem Spiel direkt keine Chance zu geben. Ihr werdet nicht enttäuscht werden.
Grafik
Grafik
1.5

Sound
Sound
1

Steuerung
Steuerung
2

Story
Story
1

Gesamtnote


1.5
Gamedesign
Gamedesign
1



Umfang/<br>Bonus
Umfang/
Bonus
1.5

Preis/<br>Leistung
Preis/
Leistung
2.5

Autor: /  Celest_Camui
Lektor: Regina Liebersbach /  Chimi-mimi
Grafiker: Andreas Williger /  Minorou
Datum d. Artikels: 10.05.2011
Bildcopyright: Quantic Dreams, Sony


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