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Japanische Süßigkeiten sind...anders. Wie anders, das haben fünf unserer Redakteure in "spektakulären Selbsttests" herausgefunden und die Ergebnisse wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten...!

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Project Zero 2: Wii Edition

Originaltitel: 零~紅い蝶 (zero – akai chō)
 
Acht Jahre nach der Erstveröffentlichung auf der Playstation 2 erscheint der Horror-Klassiker nun für die Wii. Aber kann das Remake auch überzeugen? animePRO hat sich mit den Zwillingsschwestern Mio und Mayu auf diese unheimliche Reise gewagt.
Inhalt Obwohl Mayu und Mio Zwillinge sind, sind ihre Persönlichkeiten grundverschieden. Mayu, die ältere der beiden, ist still und introvertiert. Als Kind ist sie auf einem Bergpfad ausgerutscht, weshalb sie sich seither nur noch hinkend fortbewegen kann. Die jüngere Mio ist eher das aufgeweckte, fröhliche und mutige Mädchen. Trotz ihrer unterschiedlichen Naturen halten die Schwestern fest zusammen und Mio, die von Schuldgefühlen bezüglich des Unfalls geplagt wird, hat sich geschworen, niemals mehr zuzulassen, dass Mayu etwas geschieht.

Zu Kindertagen pflegten die Schwestern, in einem idyllischen Wald zu spielen. Aufgrund der Bauarbeiten eines Dammes wird die Gegend geflutet werden, deshalb entscheiden sie sich, ihr Paradies voller Erinnerungen noch einmal aufzusuchen. Als Mayu einen leuchtend roten Schmetterling entdeckt, entschließt sie sich dazu, diesem zu folgen. Um ihre Schwester nicht aus den Augen zu verlieren, geht Mio ihr nach. So geraten sie unabsichtlich in einen mysteriösen Sog und finden sich bald vor einem düsteren und verlassenen Dorf wieder. Ein Bannzauber verhindert, dass die Mädchen sich von dem Dorf wieder entfernen können, also bleibt ihnen nur der Weg hinein.




Bei dem schaurigen Dorf handelt es sich um einen Ort, der unter mysteriösen Umständen eines Tages einfach von den Karten verschwand. Tief in den Bergen, umringt von dichtem Wald, lag früher Minakami, dessen Verschwinden bis heute ein Rätsel ist. Urbanlegenden besagen, dass man verschwindet, wenn man die Stelle betritt, an der einst das Dorf stand.

Was geschah an diesem Ort? Welches große Geheimnis liegt im Dorf Minakami verborgen? Ist es vielleicht gar kein Zufall gewesen, dass die Zwillinge in die Geisterwelt gezogen wurden?
Project Zero 2: Wii Edition
Erscheinungstermin:29.06.2012
Preis (Amazon):39,99 €
Bestellen:Bei Amazon
Genres:Adventure, Survival-Horror
Konsole:Wii
Dt. Publisher:Nintendo
Entwickler:Tecmo Koei
Sprache:englische Sprachausgabe, deutsche Untertitel
Altersfreigabe:USK: 16
Multiplayer-fähig:Am selben Gerät
Spieleranzahl:1-2
Vergleichbares:Spirit Camera: Das verfluchte Tagebuch

UmsetzunG Wie besiegt man ruhelose Seelen, wenn man keine Waffen zur Verfügung hat? Die Kamera Obscura ist der Schlüssel, wie auch bei allen anderen Spieltiteln der „Project Zero“-Reihe.

Der waffenlose Kampf kann nur über die Steuerung mit der Wii-Remote und dem zusätzlich benötigten Nunchuk beschritten werden. Es ist folglich nicht möglich, mit einem Gamepad zu spielen. Wer lieber mit dem Classic-Controller spielen würde, muss hier zwar zurückstecken, aber den Spielspaß mindert das keineswegs. Die Steuerung gestaltet sich handlich und gut umsetzbar, so sind auch keine komplizierten Tastenkombinationen von Nöten. Sie wird innerhalb der Handlung erklärt, so schaltet sich jedes Mal, wenn der Spieler eine neue Funktion benutzen muss, eine kurze Erklärung ein.

Im Gegensatz zu den vorherigen Versionen wird nun aus der Third-Person-Perspektive gesteuert. Die Perspektive ändert sich bei der Benutzung der Kamera Obscura in die Ego-Perspektive. Hier punktet eindeutig die Wii-Steuerung, denn die Geister warten nicht ruhig auf ihre Vernichtung, sondern teleportieren sich gerne an eine andere Stelle. Während die damalige Steuerung mit dem Controller sich in der Suche nach den Zielen nicht flüssig gestalten wollte, funktioniert dies nun übergangslos. Auch die Kameraperspektive innerhalb des Spiels kann frei vom Spieler mithilfe der Wii-Remote geändert werden, was sich als eine sehr hilfreiche Neuerung erweist.

Hat man mit der Kamera Obscura einen Geist ins Visier genommen, erscheint ein Kreis zum Anvisieren auf dem Bildschirm. Das beste Ergebnis erzielt man, wenn man wartet, bis die Kreise sich rot färben und dann erst den Auslöser drückt. So wird dem Geist am meisten Energie abgezogen. Da jedoch der Geist bei dieser Methode schon sehr nahe an den Spieler herangekommen ist, bedeutet es auch, dass man schnell sein muss. Man kann die Seelen auch aus einer weiteren Entfernung fotografieren, muss dann allerdings mehrere Fotos schießen. Im Spiel gibt es unterschiedlich starke Negativfilme, die der Spieler einsammeln kann. So spielt auch die Stärke des Films eine Rolle bei der Geistbekämpfung. Die Sorge, dass das Filmmaterial ausgehen könnte, ist allerdings unbegründet, denn im Spiel stehen die schwächsten Filme in unbegrenzter Anzahl zur Verfügung.




Zwar steuert man die meiste Zeit Mio, aber das bedeutet nicht, dass man ihre Schwester vernachlässigen darf. Denn Mayu ist nicht in der Lage, sich selbst zu verteidigen und Mio wird den Schwur, ihre Schwester immer zu beschützen, nicht brechen. Außerdem ist Mayu sehr viel empfindlicher für die Auren der Gespenster, was sie zusätzlich belastet. Diese Empfänglichkeit kann aber auch durchaus nützlich bei der Lösung von Rätseln sein.

Hauptsächlich muss der Spieler den Weg in einen neuen Abschnitt finden, nach Gegenständen suchen, welche die Geschichte vorantreiben oder natürlich unzählige Geisterattacken abwehren. Was sich nun langatmig anhören mag, gestaltet sich im Spiel sehr spannend. Eigens für die Wii geschriebene Schockmomente machen dabei wahrscheinlich den größten Teil aus. Ab sofort ist beispielsweise alleine schon das Greifen nach einem Gegenstand riskant, kann es durchaus vorkommen, dass ein Geisterarm nach Mio greift. Die Strategie der angreifenden Geister verändert sich stetig; so besitzt jede Geisterart auch ihre eigene Vorgehensweise. Gespickt wird das Ganze noch mit Rätsel, die manchmal leider etwas leicht ausfallen und durch eine durch und durch fesselnde Geschichte.

Es wurden keine großartigen grafischen Verbesserungen gegenüber dem Originalspiel vorgenommen. Aber auch die dezente Aufbereitung ist dem Schauerfaktor zuträglich, so sind die Geister noch gruseliger anzuschauen, während man von den Zwillingsschwestern nun einen hübscheren Eindruck bekommt. Diese Aufbereitung hat sich gelohnt, auch wenn die Grafik für die Wii-Verhältnisse besser hätte ausfallen können und die Texturen manchmal verwaschen wirken.
Die Umgebung, seien es die traditionellen japanischen Häuser oder die Natur, ist ebenso ein Augenschmaus. Zur Abrundung der bedrückenden Atmosphäre muss allerdings auch die Musik stimmen. Sieht man einmal vom Titellied ab, hört man kaum Musik in „Project Zero 2: Wii Edition“, was allerdings genau richtig ist, denn es fördert nur die Effektivität der plötzlich auftauchenden Geräusche. So lässt ein Knarren oder ein gespenstisches Flüstern den Spieler schnell zusammenzucken.
Neben dem Story-Modus verfügt die Wii-Edition noch über einen zusätzlichen Modus, der „Geisterhaus“ genannt wurde. Dieser Modus wird in der Perspektive der ersten Person gespielt und man folgt einem vorgegebenen Weg. Zum erfolgreichen Abschluss muss der Spieler unterschiedliche Aufgaben lösen. Das Geisterhaus ist ein netter Bonus, aber kommt nicht an den Story-Modus heran. Die Atmosphäre ist auch nicht dicht genug, um den Spieler in Angst zu versetzen.
Insgesamt sechs Enden kann der Spieler erreichen. Enthalten sind sowohl die drei Enden der 2004 erschienenen Playstation 2- Version als auch das Ende, welches exklusiv für die Xbox-Version aus dem Jahr 2005 geschrieben wurde. Folglich wurden „Project Zero 2: Wii Edition“ noch zwei neue Endings spendiert.
Es gibt noch weitere Feature, die man erspielen kann. Neben zwei Schwierigkeitsgraden, die nacheinander freigeschaltet werden können, kann man verschiedene Kostüme erspielen und ein Geisteralbum mit sämtlichen Erscheinungen füllen. Die Spielzeit der Hauptstory liegt zwischen zwölf und fünfzehn Stunden. Dabei kommt es vorwiegend darauf an, wie genau der Spieler die Umgebung erkundet und untersucht. Aber nach dem ersten Durchlauf hat man natürlich noch nicht alle Enden gesehen, geschweige denn das Geisteralbum gefüllt. Für die vollständige Auflösung aller Geheimnisse sind also mehrere Durchläufe von Nöten und durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade wird der Anreiz zudem gesteigert.




Außerdem verfügt das Spiel über die Möglichkeit, zu zweit zu spielen. Dabei nimmt der zweite Spieler allerdings eher eine unterstützende Rolle ein, als dass er selbstständig agieren könnte. Dem zweiten Spieler ist es nur möglich, bei der Bekämpfung der Geister durch Knopfdruck zu helfen, weswegen der Spielspaß für den Mitspieler wohl recht klein bleibt. Positiv ist anzumerken, dass für den Mehrspielermodus zusätzliche Dialoge, die dann zwischen den Zwillingsschwestern stattfinden, eingefügt wurden.
Verpackung Das Spiel kommt in einer weißen Amaray-Hülle, wie es für Wii-Spiele gewöhnlich ist, daher. Das Cover zeigt eine unheimliche Szene, nämlich eine Frau in traditioneller japanischer Kleidung mit einem Geist im Hintergrund. Die Umgebung der Szene besteht aus blutroten Wänden, während die Frau inmitten von Leichten steht. Die Leichen sind nur schemenhaft zu erkennen und gehen in die schwarze Farbe über, die den unteren Teil des Covers ausmacht. Dort befindet sich auch der Titel des Spiels, welcher mit einem scharlachroten Schmetterling hinterlegt ist. Leider muss hier angemerkt werden, dass das blaue USK-Zeichen das Gesamtbild stört.
Die beigefügte Anleitung ist in Deutsch verfasst worden und stellt zuerst einmal kurz die beiden Modi vor. Darauf folgt die grundliegende Handhabung, wie das Starten, das Speichern oder das Beenden des Spiels. Auf zwei Seiten gibt es noch einen kurzen Crashkurs, was die Steuerung betrifft. Die wichtigsten Spielbildschirme, wie die Ingame- und die Kameraansicht, werden zum Schluss erläutert.
+ Stimmige und dichte Atmosphäre
+ Spannende Story
+ Gelungenes Kampfsystem
- Teilweise zu einfache Rätsel
- Harte Übergänge von Ingame-Passagen zu Zwischensequenzen
- Blickwinkel in engen Räumen manchmal nicht optimal
Fazit Die schaurige Atmosphäre und die zahllosen Schockmomente lassen das Herz des Spielers oft bis zum Hals schlagen und auch die Hintergrundgeschichte zieht den Spieler in ihren Bann. Speziell zum Remake für die Wii sei gesagt: Es ist gelungen! Die Veränderungen, die aufgrund des Steuersystems der Wii gemacht werden mussten, fügen sich nahtlos ein und wirken zu keiner Zeit aufgesetzt.

Wenn man „Project Zero 2“ noch nicht kennt und Freund des Genres ist, sollte man sich das Spiel zu Gemüte führen. Neueinsteiger müssen keine Angst haben, dass es Unklarheiten geben könnte, „Project Zero 2“ erzählt eine eigene Geschichte und hat keine Parallelen zum ersten Teil. Aber auch die Kenner der Ursprungsversionen sollten einen Blick riskieren, denn neben den zusätzlichen Inhalten, sorgt auch die Steuerung für ein anderes Spielerlebnis.
Grafik
Grafik
2

Sound
Sound
1

Steuerung
Steuerung
2

Story
Story
1

Gesamtnote


2.0
Gamedesign
Gamedesign
1

Multiplayer-<br>modus
Multiplayer-
modus
3

Umfang/<br>Bonus
Umfang/
Bonus
3

Preis/<br>Leistung
Preis/
Leistung
3

Autor:
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 04.08.2012
Bildcopyright: Nintendo, Tecmo Koei Games


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