Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Heute präsentieren wir euch den zweiten Teil unseres kleinen Specials direkt vor Halloween. Was verbindet ihr mit dem amerikanischen Gruselfest? Unserer Redaktion kam gleich das Wort "Verkleidung" in den Sinn. Und Verkleidung plus Japan ergibt in unseren Köpfen: COSPLAY!

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Saber Rider und die Star Sheriffs oder Sceriffi Delle Stelle, Sab-Rider le Chevalier au Sabre oder Sei Jushi Bismark

 
In der ganzen Welt wurden sie bekannt: die Star Sheriffs. Egal ob Spanien, Frankreich, Rumänien, Deutschland oder Amerika. Die japanische Action-Mecha-Serie war ein voller Erfolg und verteilte sich über die Kontinente. Doch was für alle anderen Länder nun mehr pure Nostalgie ist, lebt in Deutschland weiter und sogar wieder auf.
Mit der Revolution der DVD und somit auch der Idee alte Anime-Fernsehserien auf dieses Medium zu bannen, kamen sie zurück in die Herzen der alten Fans: Saber Rider und die Star Sheriffs. Eine zusammen gewürfelte Truppe Friedenskämpfer – bestehend aus einer Französin, einem Japaner, einem Amerikaner und einem Engländer.

Damals noch aus Amerika, statt Japan, woher die Serie ursprünglich stammte, eingekauft, fielen nicht nur das japanische Opening „Call Me“ und Ending „Galaxy Dream“ der Schere zum Opfer, sondern gleich die ganze Serie.
Aus dem japanischen Helden und Anführer der Truppe Shinji wurde Fireball, ein einfacher, jedoch erfolgreicher Rennfahrer. Der Held der Serie wurde Richard, der Engländer, zu Deutsch und amerikanisch auch Saber Rider genannt. Was der Titel ja unweigerlich verriet.
Doch was heute bei vielen Serien als Frevel gilt, ist hier ein großer Erfolg gewesen. Natürlich interessiert, gerade Japanfans, wie das Original der Serie wirklich war und was uns unterschlagen wurde. Dennoch: Die deutsche Synchronisation ist noch heute beliebt und der Hit. Die Sprüche der coolen Truppe sind nicht nur witzig, sondern auch voller Charme. Wen stört es da, wer eigentlich mal der Held war?
Also mich nicht. Ich liebe die deutsche Version über alles.




Das Einzige was wirklich schade ist, ist dass einige schöne Bilder aus dem ursprünglichen Opening nicht übernommen wurden. Der amerikanische Song von Dale Schacker ist und bleibt allerdings ein Ohrwurmhit, den man immer und zu jeder Zeit hören kann. An das japanische „Call Me“ gewöhnt man sich beim mehrmaligen Hören. Für deutsche Fans hat es aber eindeutig zu wenig Action. Allerdings war diese Songrichtung für japanische Serien aus der damaligen Zeit üblich. Man denke an andere Zukunftsserien oder -filme im Weltall, wie zum Beispiel „Macross“.




Die amerikanischen zwei Soundtracks sind teils noch erhältlich und enthalten sogar japanische Songs und Hintergrundmusik der Serie. Ansonsten natürlich die beliebte actionreiche Musik, wie wir sie hier aus der Serie kennen. Dazu gibt es ein paar Remixes beziehungsweise auch die Openings aus Italien und Frankreich. Und ein Interview mit dem Musikverantworlichen Dale Schacker auf Englisch.

Die deutschen Fans waren allerdings nicht gänzlich mit der „amerikanisierten“ Version hinters Licht zu führen. Die damals herausgenommenen und fehlenden Folgen fielen nicht auf, nein. Was man nicht wusste, konnte einem nicht fehlen und die Schnitte, verbunden mit der Synchronisation waren sehr gut. Doch als einige Folgen auftauchten, in der sich der Zeichenstil total von dem der bisherigen Serie unterschied, wurden bereits einige stutzig. Dazu kam, dass April (im Original als Marianne bekannt), plötzlich viel mehr Action zeigte und auf Saber Rider stand, statt, wie bisher, auf Fireball. Da konnte etwas nicht stimmen.
Bald stellt sich heraus, dass diese berüchtigten aus der Reihe tanzenden Folgen von den Amerikanern gezeichnet und eingebaut worden waren, während original japanische Folgen fehlten. Kein wirklicher Beinbruch. Es machte die Serie auch nicht unbeliebter oder schlechter. Doch als richtiger Fan hätte man die fehlenden Folgen einfach gerne gesehen und es wurde klar: Die Amerikaner haben da was gedreht.

Deutschland machte es schließlich möglich. Zwar erst sehr viele Jahre später, aber es gelang. 2010 kamen die „Lost Episodes“, eben jene fehlenden Folgen, auf zwei Special DVDs im deutschen Lande heraus. Das Geniale daran: Mit den gleichen Synchronsprechern, wie vor über 10 Jahren!
Nun gut, nicht ganz. Leider wollte / konnte Jesse Blue seiner Stimme als Einziger nicht treu bleiben. Anstelle von Arne Elsholtz übernahm Phillip Moog seine Rolle. Eine kleine Umgewöhnung und etwas Trauer floss mit, hatte man doch die fiese und doch coole Besetzung geliebt. Allerdings macht Phillip Moog seine Sache sehr gut. Er passt ebenso gut in die Rolle wie sein Vorgänger. Es ist halt nur einfach schwer, sich nach so langem Fandasein umzugewöhnen.




Doch Deutschland blieb nicht untätig – schwelgte es doch erneut im Fandasein alter deutscher Anime-TV-Serien.
AnimeHouse und die Synchronsprecher kamen auf eine neue Idee: eine Hörspielserie! Warum den Spaß an der Synchronisation nicht weiterführen?
Die alten Synchronsprecher Ekkehardt Belle (Saber Rider), Christian Tramitz (Colt), Florian Halm (Fireball) und Katrin Fröhlich (April) erneut angeheuert, wurde eine neue weiterführende Geschichte eingesprochen. Drei Jahre nach dem Ende der Serie sollten die Star Sheriffs zurückkehren und das Weltall erneut retten.

Seit 2013 gibt es sie also: die Hörspielreihe von „Saber Rider und die Star Sheriffs“! Exklusiv nur in Deutschland.
Bisher (01.02.2014) sind vier Hörspiel-CDs erschienen. Eine fünfte Folge wird noch dieses Jahr den Abschluss der Reihe einleiten.




Es ist Nostalgie und Neues wunderbar zusammen gemischt: die neuen Abenteuer der Star Sheriffs. Die Stimmen der deutschen Synchronsprecher sind eigentlich unverändert und doch klingen sie etwas erwachsener. Was aber super passt. Sind doch auch die ehemaligen Star Sheriffs älter geworden.
Nur April (Katrin Fröhlich) erinnert irgendwie nun immer an Pepper (Iron Man). Die Synchronsprecherin erläuterte auf den DVDs der „Lost Episodes“ in einem Interview bereits, dass sie versuchte wieder kindlicher zu sprechen, was sie dort gar nicht musste. Sie passte noch immer super zu der süßen April.
Jetzt allerdings ist der einzige weibliche Star Sheriff wohl doch erwachsen geworden.

Ja, wer sich für den Spaß und die Hintergründe der Synchronisation so sehr interessiert wie ich, der sollte sich die DVDs mit den „Lost Episodes“ nicht entgehen lassen. Denn dort sind einige Hintergrundvideos und Interviews der Synchronisation zu sehen. Ein Muss für jeden deutschen Fan!
Es ist wunderbar, dass AnimeHouse uns dieses schöne Comeback der Serie beschert hat. Vielen Dank dafür! Und natürlich auch an die so lange durchhaltenden Synchronsprecher. Als Fan werden wir dies alles sicher immer wieder aufleben lassen. Und ansonsten warten wir einfach, ob es nicht vielleicht doch einmal ein „Saber Rider und die Star Sheriffs“ Spiel geben wird.
Autor: /  Subaru
Lektor: Hannah Hohmann
Grafiker: Rebecca Bertram /  Reh-Baecker
Datum d. Artikels: 12.02.2014
Bildcopyright: Bettina Spallek / AnimeHouse


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