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Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Yû, Miri

Bereits mit 16 Jahren verließ Miri Yû die Schule, um sich der Theater- und Musicalgruppe Tokyo Kid Brothers anzuschließen und nur drei Jahre später ihre eigene Theatergruppe zu gründen. Es ist also nicht schwer zu erkennen, dass sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht hat. Und das hat offensichtlich geklappt, denn mit ihren späteren Prosawerken gewann sie wichtige literarische Preise.
Profil
Infobox

Geburtstag
22.06.1968

Geburtsort
Tsuchiura


Miri Yû gehört zu den so genannten „Zainichi“, der koreanischen Minderheit in Japan. Obwohl sie am 22. Juni 1968 in Tsuchiura, einer Großstadt in der japanischen Präfektur Ibaraki, geboren wurde und Japanisch als Muttersprache spricht, besitzt sie die südkoreanische Staatsbürgerschaft, da ihre Eltern koreanischer Abstammung sind. Am Anfang ihrer Karriere verfasste sie hauptsächlich Bühnenstücke, während sie sich in den 90er Jahren vermehrt der Prosa widmete.
Im Alter von vier Jahren zog sie mit ihren Eltern nach Yokohama, wo sie die private Kanagawa Kyoritsu Gakuen High School besuchte. Aufgrund ihrer Abstammung und der Zugehörigkeit zu einer sozial schwachen Schicht wurde sie bereits im Kindergarten und in der Schule diskriminiert. Dies hatte mehrmalige Suizidversuche zur Folge. Nach Ende der Pflichtschulzeit wurde sie der Schule verwiesen. 1984 wurde sie als jüngstes Mitglied bei Tokyo Kid Brothers aufgenommen, einer Musical- und Theatergruppe unter der Leitung von Higashi Yutaka, um dort als Schauspielerin und Regieassistentin zu arbeiten. Nur drei Jahre später, 1987, gründete sie eine eigene Theatergruppe namens „Seishun Gogatsutō“ und begann 1991 mit dem Schreiben eigener Bühnenstücke, welche zu dieser Zeit auch veröffentlicht wurden. 
Doch ab Beginn der 1990er Jahre widmete sie sich ausschließlich der Prosa. „Full House“ brachte ihr den ersten Preis, den Noma-Literaturpreis, ein. Mit „Family Cinema“ gewann sie im Anschluss den renommierten Akutagawa-Preis.
„Gōrudo Rasshu“, was zu „Gold Rush“ übersetzt wurde, sowie „Hachi-gatsu no Hate“ waren ebenfalls wichtige Veröffentlichungen. Darüber hinaus schrieb sie zahlreiche Bücher mit Essays und Memoiren. „Inochi“ war ihr meistverkauftes Werk, welches zu dem gleichnamigen Film umgesetzt wurde.
Ihr semiautobiographisches Debüt „Ishi ni Oyogu Sakana“ von 1994 wurde Mittelpunkt eines acht Jahre andauernden Rechtsstreits. Die Person, die wohl als Vorlage für einen der Hauptcharaktere gedient hatte, wollte nicht, dass das Buch in dieser Form veröffentlicht wurde. Die Publikation wurde tatsächlich verhindert, woraufhin Yû und der Verlag eine Strafe zahlen mussten. Im Jahre 2002 wurde schließlich eine überarbeitete Version des Buches veröffentlicht, nachdem eine langanhaltende Diskussion um die Rechte von Autoren, Lesern und Verlegern sowie das Recht auf Privatsphäre eines jeden ausgebrochen war.
Seit 2001 lebt Miri Yû mit ihrem Sohn in Kamakura.
Werke Deutsche Veröffentlichungen
Gold Rush (bebra Verlag, 1998)
Auszeichnungen
Auszeichnungen
Noma-Literaturpreis für „Full House“
Akutagawa-Preis für „Family Cinema“
Autor: Teresa Schießl /  toastbrot95
Lektor: Elsa Philipp
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 08.02.2013
Bildcopyright: Miri Yû


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