Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Kirino, Natsuo

Natsuo Kirino erweist sich offensichtlich als Pionierin und Trendsetterin der japanischen Literatur. Sie vertritt eine Literatur, die weder den japanbezogenen und von Männern dominierten Themen der 1960er bis 1980er gerecht wird, noch der sogenannten „Frauenliteratur“ (jap. „joryū bungaku“) entspricht, deren Blick sich aber doch auf das internationale Geschehen richtet.
Profil
Infobox

Geburtstag
07.10.1951

Geburtsort
Kanazawa

Natsuo Kirino wird am 7. Oktober 1951 in Kanazawa in der Präfektur Ishikawa unter dem Namen „Mariko Hasioka“ geboren. Sie studierte zunächst Rechtswissenschaften an der Seikei-Universität, um daraufhin in den 1970er Jahren verschiedene Stellen anzunehmen. Allerdings machte sie als Frau gehäuft negative Erfahrungen in der von Männern dominierten Arbeitswelt.
Sechs Jahre nach ihrer Hochzeit, mit 24 Jahren, bekommt sie ihre Tochter und wenig später beginnt sie, die „scenario writer school“ zu besuchen.
Ab Mitte der 1980er Jahre veröffentlicht sie zunächst unter dem Pseudonym „Kirino Natsuo“ Jugendbücher und Liebesromane, ab 1989 schreibt sie auch unter dem Namen „Noemi Nobara“.
Später widmet sie sich dem sogenannten „hardboiled-Genre“.
Der Durchbruch gelingt Kirino mit dem Roman „OUT“ (dt. „Die Umarmung des Todes“), der 1997 erscheint und ihr den „Mystery Writers of Japan Award“ einbringt.
2004 wird die Übersetzung von OUT sogar für den amerikanischen Edgar-Allan-Poe-Award nominiert. Weitere aktuellere Werke sind „I’m sorry, mama“ (dt. Teufelskind, 2004), „Metabola“ (2007), „Joshin-ki“ (2008), „Tōkyō-jima“ (dt. Die Insel Tokyo, 2008) und „IN“ (2009).
Kirinos Texte werden besonders aufgrund ihrer Originalität und dem gewissen Hauch von Anarchie gelobt. Trotzdem fällt die Kritik – besonders von männlicher Seite, was jedoch nicht verwundert – oft recht bösartig aus. Ein Kritiker warf Kirino nach der Erhaltung des Edogawa-Rampo-Preis für Kriminalliteratur sogar vor, das alteingesessene Genre des hardboiled-Romans verfehlt zu haben.
Ein weiterer Kritiker unter dem Decknamen „Bart“ beleidigte sie nach der Prämierung mit dem Naoki-Preis als „niryū sakka“, einer zweitklassigen Schriftstellerin. Zudem war er der Meinung, dass sie, die früher Jugendbücher und Ladycomics verfasst hatte, niemals zur tonangebenden Schule (jap. „honryū“) gehören würde. Weiterhin sagte er, dass das Lob an sie nicht gerechtfertigt sei.
Die Autorin wies dies jedoch nachdrücklich zurück, was ihr den Namen „Kenka Kirino“ (dt. „streitlustige Kirino“) einbrachte.
Kirino befasst sich viel mit dem Unterschichtsmilieu und den Schattenseiten der Gesellschaft, fasst Tabuthemen auf und attackiert mit Vorliebe das konservative Japan. Ihr eigener Stil wird teilweise sogar, parallel zur „white-trash“-Kunstbewegung, als „yellow-trash“ bezeichnet.
Werke Deutsche Veröffentlichungen
Die Umarmung des Todes (Goldmann, 2003)
Teufelskind (Goldmann, 2008)
Grotesk (Goldmann, 2010)
Auszeichnungen
Auszeichnungen
1984, Sanrio-Romance-Preis für Ai no yukue
1993, Edogawa-Rampo-Preis für Kriminalliteratur für Kao ni furikakaru ame
1997, Mystery Writers of Japan Award für OUT
1999, Naoki-Preis für Yawarakana hoho
2003, Izumi-Kyōka-Preis für Gurotesuku
2004, Shibata-Renzaburō-Preis für Zangyakuki
2005, Fujin-kōron-Literaturpreis für Tamamoe!
Autor: Teresa Schießl /  toastbrot95
Lektor: Elsa Philipp
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 26.09.2013
Bildcopyright: Natsuo Kirino


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