Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die kleine Okko erfährt den Verlust ihrer Eltern bereits sehr früh. Doch zum Glück erhält sie Unterstützung aus der Geisterwelt...!

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Yoshimoto, Banana

Seit vielen Jahren nun schon feiert die japanische Populärschriftstellerin Banana Yoshimoto national und international große Erfolge und wurde vielfach durch Auszeichnungen für ihr schriftstellerisches Schaffen belohnt. Mit Werken wie „Kitchen“ trifft sie den Nerv der Zeit und fungiert mitunter als Sprachrohr der Jugend Japans, wobei sie vor allem jungen weiblichen Leserinnen eine Identifikationsmöglichkeit bietet.
Profil
Infobox

Geburtstag
24.07.1964

Geburtsort
Tokyo

Banana Yoshimoto, eigentlich gebürtige Mahoko Yoshimoto, wurde am 24. Juli 1964 als Tochter des bekannten Literaturkritikers Ryumei Yoshimoto in Tokyo geboren. Ihre Kindheit wurde von Popkultur und hoher Literatur geprägt, außerdem ließ sich die junge Mahoko von ihrer älteren Schwester und erfolgreichen Mangaka Haruno Yoiko inspirieren und fing im Alter von fünf Jahren an zu schreiben. Nach ihrer Graduierung in japanischer Literatur an der Nihon Daigaku im Jahr 1986 nahm sie mit 22 Jahren den Schriftstellernamen Banana an. Bezüglich ihres Künstlernames wurde viel spekuliert, sie selber gibt an, sich aufgrund der Schönheit der Roten Bananenblüte für diesen entschieden zu haben. An der Universität erhielt sie für ihre Abschlussarbeit „Moonlight Shadows“ ihre erste Auszeichnung. Diese Erzählung über ein junges Mädchen, die ihren Freund bei einem Autounfall verliert, integrierte sie später in ihrem bekannten Debütroman „Kitchen“, den Yoshimoto zwei Jahre später schrieb. Dieser Erfolg führte zu einem „Banana Boom“ und internationale Veröffentlichungen folgten.

In ihrem privaten Leben gibt Banana Yoshimoto wenig von sich Preis, es ist jedoch bekannt, dass sie im Jahr 2000 heiratete und drei Jahre später ein Sohn aus der Ehe folgte.

Für die anhaltende Popularität ihrer Romane, besonders bei der jüngeren Generation, gibt es verschiedene Gründe. Ein wesentlicher ist, dass die Autorin den gesellschaftlichen Wandel anspricht und die Moderne infrage stellt. Sie schreibt über Identitätsfindung und Emanzipation, über die instabile Welt, aber auch über deutlich kulturunabhängigere populäre Themen wie Okkultismus, den Verlust der Kindheit oder Liebe und Einsamkeit. Denn wie Yoshimoto findet, teilen die meisten Menschen weltweit ähnliche Gedanken und Gefühle, trotz räumlicher Distanz.

Banana Yoshimoto bedient sich in ihren Werken häufig wiederkehrender Motive und zentraler Themen. Oft ist zum Beispiel der Tod ein Ausgangspunkt und dient dem Leser als roter Faden, während die Figuren einen Heilungsprozess durchlaufen müssen. Nicht selten geht es um die Auflösung und Dekonstruktion der traditionellen Kernfamilie, also um Themen wie Geschlechterrollen, Identität und Familie, deren Diskussion in Japan einen immer breiter werdenden Anklang findet. Auch übernatürliche Phänomene lässt Yoshimoto nicht außen vor. So kann es in ihren Romanen passieren, dass zwei der Figuren mit Toten telefonieren oder Geister treffen. Zudem verwendet Yoshimoto häufig die japanische Ich-Erzählung (shishōsetsu), die eine schonungslose und wahrheitsgetreue Darstellung des Erlebten kennzeichnet.

Kritiker behaupten, ihre Werken seien oberflächlich und lediglich das Kommerzielle stehe im Vordergrund. Yoshimotos zahlreiche Anhänger wiederum sind der Meinung, dass die Texte zwar einstweilen oberflächlich und amüsant erscheinen können, jedoch treffend die Frustration der japanischen Jugendlichen beschreiben und dabei die japanischen Werte aufgreifen und hinterfragen. Trotz einer umgangssprachlichen Ausdrucksweise, die Yoshimoto benutzt, sind es doch ausgefeilte, aufwendig durchgearbeitete Geschichten, die sie erzählt. Häufig weisen ihre Romane Parallelen zum Shōjo-Manga auf, da zumeist Mädchen und junge Frauen miteinander kommunizieren, die noch nicht den gesellschaftlichen Zwängen des „Frauseins“ unterliegen. Dadurch kann sich besonders die junge weibliche Leserschaft mit den Protagonisten identifizieren, was sicherlich zu den großen Erfolgen ihrer Romane beiträgt.
Werke Deutsche Veröffentlichungen
Moonlight Shadow (Erzählung). 1986
Kitchen (Roman). Diogenes, 1992
N.P. (Roman). Diogenes, 1993
Tsugumi (Roman). Diogenes, 1996
Dornröschenschlaf. Drei Erzählungen von der Nacht (Novellen). Diogenes, 1998
Amrita (Roman). Diogenes, 2000
Sly (Roman). Diogenes, 2002
Hard-boiled. Hard luck (Erzählungen). Diogenes, 2004
Eidechse (Erzählungen). Diogenes, 2005
Federkleid (Roman). Diogenes, 2007
Ihre Nacht (Roman). Diogenes, 2008
Mein Körper weiß alles: Dreizehn Geschichten (Geschichten). Diogenes, 2010
Auszeichnungen
Auszeichnungen
Newcomer Literary Prize für Kitchen (1987)
Kaien-Literaturpreis für Debütanten für Kitchen (1987)
Izumi-Kyōka-Literaturpreis für Moonlight-Shadow (im Erzählband Kitchen veröffentlicht) (1988)
Yamamoto Shūgorō Preis für Tsugumi (1989)
Scanno-Literaturpreis, Italien (1993)
Murasaki-Shikibu-Preis für Amrita (1995)
Maschera d'Argento-Preis in der Kategorie Kunst & Kultur, Italien (1999)
LiteraturPremio Capri-Literaturpreis, Italien (2011)
Autor: Svenja Priggert /  Chinatsu
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 11.10.2013
Bildcopyright: Banana Yoshimoto


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