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Andreas Neuenkirchen ist bekannt für seine Japanbücher, sowohl in Romanform wie auch als Reiseliteratur. Mit „Kawaii Mania“ hat er ganz frisch einen neuen Titel auf den Markt gebracht – und uns Rede und Antwort gestanden!

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Akutagawa, Ryûnosuke

Akutagawa Ryunosuke gilt als der Vater der japanischen Kurzgeschichte. In seiner doch recht kurzen Lebenszeit hat er über 150 davon verfasst und aufgrund seines Einflusses auf andere japanische Autoren ist der wichtigste Literaturpreis Japans nach ihm benannt: der Akutagawa Preis.
Profil
Infobox

Geburtstag
01.03.1892

Geburtsort
Tokyo

Akutagawa Ryunosuke wurde am 1. März 1892 in Tokyo geboren. Wegen einer Psychose seiner Mutter und der Tatsache, dass sich sein Vater nicht alleine um ihn kümmern konnte, wurde er im frühen Kindesalter von seinem Onkel adoptiert. Von diesem erhielt er den Nachnamen "Akutagawa". Von 1912 bis 1916 studierte er an der kaiserlichen Universität Tokyo Englische Literatur. Während dieser Zeit arbeitete er als Englischlehrer und als Schreiber für die Osaka mainichi. Im Anschluss an sein Studium heiratete er Fumi Tsukamoto, mit der er drei Kinder hatte.
Ab dem Jahr 1919 holte ihn seine Vergangenheit ein und sein psychischer Zustand verschlechterte sich. Er hatte ebenfalls mit einer Psychose zu kämpfen, welche sich besonders durch Halluzinationen äußerte. 1921 brach er zu einer viermonatigen Reise nach China auf, wo er als Reporter tätig war. Allerdings verschlechterte sich sein Zustand auch danach immer weiter. Er begann sich mit dem Thema Suizid auseinanderzusetzen und nahm sich im Jahr 1927 das Leben. Der erste Versuch scheiterte, aber am 24. Juli 1927 verstarb er schließlich, nachdem er eine Überdosis Medikamente zu sich genommen hatte. Nach seinem Tod wurde 1935 von Akutagawas langjährigem Freund Kan Kikuchi der Akutagawa Preis ins Leben gerufen. Dieser gilt auch heute noch als die wichtigste Auszeichnung für einen japanischen Autoren und ist mit einer Millionen Yen dotiert.

In seinem ganzen Leben hat Akutagawa über 150 Kurzgeschichten verfasst. In seinen Werken versuchte er japanische Traditionen mit der europäischen Literatur zu verbinden. Einen großen Einfluss auf ihn hatten dabei Autoren wie Edgar Allan Poe, Oscar Wilde oder Natsume Soseki. Letzteren kannte er auch persönlich und war von diesem immer wieder ermutigt worden, was seine Werke anging. Akutagawa schrieb über die verschiedensten Themen, die bis heute nie aus der Mode gekommen sind, wie beispielsweise Missverständnisse, unlogische und fantastische Begebenheiten oder Gott und den Teufel. Oft sind die Geschichten gespickt mit japanischen Volkssagen oder Fabelwesen. Viele seiner Werke besitzen auch einen autobiografischen Inhalt.
Er ist einer der ersten modernen japanischen Autoren gewesen, die in andere Sprachen übersetzt wurden. Zu seinen bekanntesten Publikationen zählen Rashomon (jap. 羅生門, deutscher Titel "Rashomon") und Yabo no Naka (jap. 藪の中, deutscher Titel "Im Dickicht"), welche 1950 von Akira Kurosawa verfilmt und mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet wurde. Seine letzte wichtigste Schöpfung war Kappa (jap. 河童, deutscher Titel "Kappa"), welche er innerhalb von zwei Wochen verfasste, kurz bevor er schließlich Selbstmord verübte.
Werke Deutsche Veröffentlichungen
"Der Garten" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966
"Der General" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966
"Genkakus Bergklause" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966
"Herbst" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966
"Im Dickicht" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966 "Kappa" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966
"Professor Mori" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966
"Qualen der Hölle" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966 "Rashomon" (Kurzgeschichte). Volk und Welt Verlag. 1966
"Der Faden der Spinne" (Kurzgeschichte). Luchterhand Literaturverlag. 2001
Autor: Jennifer Kinkel /  Juka
Lektor: Daniela Würdig
Grafiker: Julia Kefenhörster
Datum d. Artikels: 08.11.2013
Bildcopyright: Akutagawa Ryûnosuke


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