Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Heute präsentieren wir euch den zweiten Teil unseres kleinen Specials direkt vor Halloween. Was verbindet ihr mit dem amerikanischen Gruselfest? Unserer Redaktion kam gleich das Wort "Verkleidung" in den Sinn. Und Verkleidung plus Japan ergibt in unseren Köpfen: COSPLAY!

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Aktuell in Japan:
03.11.: Tag der Kultur (bunka no hi) (gesetzlich) | 03.11.: Hakone – Umzug der Feudalherren (hakone daimyo gyoretsu) (regional) | 15.11.: Sieben-Fünf-Drei (shichi go san) (landesweit) | 23.11.: Arbeits- und Erntedank-Tag (kinro kansha no hi) (gesetzlich) | 15.12. - 18.12.: Nara – Kasuga-Fest (regional)

Glossar: Lifestyle

#0-9

 
A

Ainu (Jap. アィヌ)

Der Begriff Ainu (auch Aynu, selten Aino) bezeichnet die Ureinwohner Nord-Japans.
Heute nennen sie sich Ainu (dt. „Mensch“) oder Utari („dt. Kamerad“). Die ältesten archäologischen Funde stammen etwa von 18.000 vor Christus. Laut diesen Funden kann man sagen, dass die Ainu auf Hokkaidō, Süd-Sachalin, den Kurilen-Inseln und im historischen Gebiet von Aomori lebten.

 

 

Amaterasu (jap. 天照)

Die Sonnengöttin Amaterasu ist eine der wichtigsten schintoistischen Kami (Gottheiten). Es gibt verschiedene Legenden über ihre die Entstehung. Einig sind sich die mythologischen Quellen nur, dass sie von dem Kami Izanagi (einem der wichtigsten Gottheiten im japanischen Schöpfungsmythos) abstammt.
Amaterasu gilt zudem als mythologische Ahnmutter des japanischen Kaiserhauses.
Ihr Hauptschrein befindet sich in Ise (nahe der ehemaligen Kaiserstadt Kyoto) und wird alle 20 Jahre neu errichtet.
B

Bodhisattva (Sanskrit: बोधिसत्त्व ,Dt. Erleuchtungswesen)

Ein Bodhisattva ist in der Vorstellung des Mahayana-Buddhismus ein Mensch, der zwar die Buddaschaft anstrebt, jedoch nicht für sich allein und mit dem Ziel ins Nirvana einzugehen, sondern zum Wohle aller anderen Lebewesen, um ihnen zu helfen sich aus dem Kreis der Wiedergeburt zu befreien.

 

 

Buddhismus (jap. ぶっきょう)

Der Buddhismus ist die viertgrößte Religion nach dem Christentum, dem Islam und dem Hinduismus und findet ihren Ursprung in Indien. Begründer des Buddhismus ist Siddharhta Gautama (ca. 4. - 5. Jahrhundert v. Chr.), auf dessen Lehren sich die Buddhisten berufen. Am weitesten ist diese Religion in Asien verbreitet, findet jedoch auch immer mehr westliche Anhänger. Ziel der buddhistischen Lehre ist es sich von Ängsten und Zwängen zu befreien und im Einklang mit sich selbst zu stehen.

 

 

Budō (jap. 武道)

Budō (dt.: "Weg des Krieges") bezeichnet alle japanischen Kampfkünste, sowohl bewaffnet, als auch unbewaffnet, die außer der eigentlichen Kampftechnik auch eine spezielle Philosophie enthalten. Der Sinn liegt im 'Tun' und nicht im Ergebnis, der Schwerpunkt liegt auf der Persönlichkeitsentwicklung.
Beispiele sind unter anderen Ninjutsu, Kendō und Iaido.

 

 

Bushidō (jap. 武士道)

Bushidō ist sicher den meisten bereits ein Begriff – und das sicherlich nicht wegen eines Deutschrappers. Bushidō heißt wörtlich übersetzt „Weg des Kriegers“ (jap. „dō“ (Weg) und „Bushi“ (des Kriegers)) und steht heute für die Lebensphilosophie der Samurai – des Militäradels des späten japanischen Mittelalters. Aber warum ist dieser Kodex moralischer Grundsätze doch so bekannt in der westlichen Welt, wo uns das doch gar nicht betreffen müsste? „Schuld“ daran ist Inazo Nitobe, ein japanischer Autor und Philosoph, der 1899 das englischsprachige Werk „Bushido – the Soul of Japan“ verfasste.
Tatsächlich darf man Bushidō jedoch nicht als ein schriftlich festgelegtes Gesetz verstehen, denn Inazo Nitobe geht sogar so weit, es als „Produkt organischen Wachsens in Jahrhunderten militärischer Entwicklunng“ („Bushido – the Soul of Japan“ - Inazo Nitobe) zu beschreiben.
Inhalte des Kodex sind unter anderem die sieben Tugenden Aufrichtigkeit und Gerechtigkeit (jap. „Gi“), Mut (jap. „Yu“), Güte (jap. „Jin“), Höflichkeit (jap. „Rei“), Wahrheit und Wahrhaftigkeit (jap. „Makoto“ oder „Shin“), Ehre („Meiyo“) und als letztes Treue (jap. „Chūgi“) oder auch Pflicht und Loyalität (jap. „Chū“).
C
 
D

Daimyo (jap. 大名)

Als Daimyo bezeichnet man japanische Territorialfürsten der Feudalzeit, zwischen dem 10. und 19. Jh. Sie hatten die Gerichtshoheit innerhalb ihres Lehens. Zudem oblag ihnen die Zivil- und Militärverwaltung.
Die Daimyo unterlagen als Vasallen der Kontrolle der shogunalen Verwaltung, deren tatsächliche Macht über diese jedoch stark schwankte.
Wörtlich bedeutet der Begriff Daimyo „großer Name“.

 

 

Daruma (jap. だるま)

Daruma sind populäre japanische Glücksbringer, die bei der Erfüllung eines Wunsches helfen sollen. Sie sind rund und meist rot mit einem weißen, bärtigen Gesicht. Die Form ist der meditierenden Gestalt des Gründers des Zen-Buddhismus, Bodhidharma, nachempfunden, um den sich zahlreiche Legenden ranken.
Hat man einen Wunsch, so malt man dem Daruma eines der großen weißen Augen aus (Männer das linke, Frauen das rechte). Hat sich dieser erfüllt, malt man das zweite aus. Der Daruma kann dann in einem Tempel verbrannt werden.

 

 

Dojo (jap. 道場)

Das Wort Dojo bezeichnet eine Übungsstätte. Es kann sich dabei um Hallen für buddhistische Meditationsübungen, sowie um Trainingshallen für Kampfsportarten des Budo handeln. Es ist üblich beim Betreten eines Dojos die Schuhe auszuziehen und sich zur Vorderseite (shomen) zu verbeugen, wo sich seit 1920 häufig ein shintoistischer Hausaltar befindet.
Das Wort Dojo bedeutet wörtlich „Ort des Weges“.

 

 

Dōjōji-Puppen

Der Ausdruck „Dōjōji-Puppen“ bezieht sich auf den sehr bekannten Puppen-Animationsfilm „Dojoji“ von Kihachirō Kawamoto aus dem Jahr 1976. In dem Film geht es darum, dass der Protagonist Anchin und sein Mentor, beides Mönche, sich auf eine Pilgerreise zum Dōjō-Tempel begeben. Auf der Reise übernachten sie bei der Frau Kiyohime, die versucht, Anchin zu verführen. Durch die Ergebenheit zu Buddha kann er jedoch widerstehen, obwohl sie ihn anfleht. Als Kiyohime bemerkt, dass beide Mönche sie verlassen haben, folgt sie ihnen barfuß so lange, bis sie Anchin wiederfindet, doch er sieht sie nicht länger als Frau, sondern als Dämon (jap. „Oni“).
Anchin flieht über den Hidaka-Fluss, wobei der Bootsmann Kiyohime seine Hilfe verwehrt. Daraufhin springt sie in den Fluss, verwandelt sich in eine Schlange und folgt ihm. Anchin erreicht mittlerweile den Dōjō-Tempel, wo die Priester ihn unter einer riesigen Glocke verbergen. Kiyohime schlingt sich jedoch in Gestalt der Schlange um die Glocke und verbrennt Anchin bei lebendigem Leibe, um daraufhin zurück in den Fluss zu verschwinden. Die Priester finden nur noch sein Skelett unter der Glocke. Sie beginnen zu beten, woraufhin eine Brise voller Kirschblüten das verbliebene Skelett zu Staub macht und davonweht.
Kihachirō Kawamoto hat mit dem Kurzfilm mehrere Preise gewonnen, doch zunächst einmal ist zu sagen, dass „Dōjō-ji“ der Name eines buddhistischen tempels in Hidakagawa, Präfektur Wakayama ist. Dem Film liegt eine Legende zugrunde, die unter anderem auch Stoff für das bekannte Kabuki-Theaterstück „Musume Dōjōji“ (dt. „Die Jungfrau vom Dōjō-Tempel“) aus dem 19. Jahrhundert, verschiedene Bunraku-Versionen und dem Noh-Theater „Dōjōji“ aus dem 14. Jahrhundert, lieferte. Bekannt wurde die Geschichte heutzutage auch durch den Film „Musume no Dōjōji“ (1946) von Kon Ichikawa.

 

 

Dorama (jap. ドラマ)

Dorama – jeder kennt sie, jeder liebt sie: japanische Fernsehserien, die meist aus 9 bis 14 Folgen bestehen, jeweils etwa 45 Minuten dauern und mit ihren vielfältigen Themen fast jedem etwas zu bieten haben.
Eigentlich heißen sie „terebi dorama“ (jap. „テレビドラマ”), abgeleitet vom englischen „television drama“. Sie bestimmen einen Großteil des japanischen Abendprogramms und haben meist eine stark romantische Note, das heißt, sie haben weniger mit dem heutigen eher negativen Anklang des deutschen Wortes „Drama“ zu tun, sondern eher mit der antiken griechischen Bedeutung. „Drama“ meinte im antiken Griechenland nämlich einfach nur „Handlung“, also ein Spiel mit mehreren Darstellern.
Dorama sind beliebter als amerikanische Seifenopern in Japan geworden und der Schwerpunkt liegt vorallem auf den Dialogen zwischen den Darstellern.

E

Edo (jap. 江戸)

Edo war der frühere Name der heutigen japanischen Hauptstadt Tokyo. In den Jahren 1603 bis 1868 hatte das Togukawa-Shogunat dort seinen Sitz, was der Periode den Namen Edo-Zeit einbrachte.

 

 

Ema (jjap. 絵馬 ,dt. „Pferdebild“)

Ema sind kleine, etwa handgroße, einseitig bemalte Holztäfelchen, die an Schreinen und Tempeln verkauft werden und auf deren Rückseite man Wünsche schreiben kann. Die fertig beschrifteten Weihbilder werden anschließend dort aufhängt.
Der Name „Pferdebild“ geht auf eine buddhistische Tieropfertradition zurück. Dabei kaufte man ein gefangenes Wildtier und ließ es anschließend frei, um so sein Karma zu verbessern. Später wurde dieser Brauch auch im Shintoismus übernommen. Dort hielt man die geopferten Tiere jedoch anschließend auf dem Schreingelände. Ein besonderes Opfer stellten in dieser Praxis weiße Pferde dar. Aus praktischen Gründen ersetzte man die Tiere jedoch mit der Zeit durch repräsentative Plastiken oder Abbilder.
Dem Namen zum Trotz sind Pferde jedoch nur eines von vielen möglichen Motiven, die ein Ema zieren können.
F

Freeter (jap. フリーター)

Als Freeter (jap. フリーター) bezeichnet man meist junge Japaner ohne Festanstellung, welche immer wieder wechselnden Jobs oder Nebenjobs nachgehen. Oft handelt es sich hierbei um Menschen mit reichen Eltern, welche es nicht nötig haben eigenständig Geld zu verdienen.

 

 

G

Geisha (jap. 芸者 ,dt. „Person der Künste“ )

Geisha ist im tokyoter Dialekt der Begriff für traditionelle japanische Unterhaltungskünstlerinnen.
Die Ausbildung zur Geisha dauert 6 Jahre und kann heutzutage mit 16 Jahren begonnen werden. Geishas in Ausbildung werden Maiko (jap. 舞子 „Tanzmädchen“) genannt. Von einer fertig ausgebildeten Geisha wird erwartet, dass sie klassische japanische Künste wie Musik, Tanz, Kalligraphie sowie die Blumensteckkunst Ikebana beherrscht und geschickt in der Konversation ist. Bis ins 17. Jahrhundert war Geisha ein Beruf, der nur von Männern ausgeübt wurde. Heute gibt es kaum noch echte Geisha in Japan. Ihre Zahl wird auf 1000 bis 2000 geschätzt und sie ist beständig rückläufig.

 

 

Geta (jap. 下駄)

Als Geta bezeichnet man traditionelle japanische Holzsandalen, die durch einen Zehenriemen den fast rechteckigen Schuh am Fuß halten. Etwa seit der Heinan Zeit (794–1185) trennen sie durch Holzabsätze die Füße der Japaner von dem Dreck der Straßen. Je nach Zweck variieren Höhe, Zahl und Form der Holzabsätze, die im Japanischen als Ha (jap. 歯), Zähne, bezeichnet werden.
Noch heute werden sie zu traditionellen Anlässen getragen, zu denen man auch Yukatta oder Kimono anzieht.

 

 

Ginza (jap. 銀座)

Ginza ist ein Stadtteil in Tōkyō mit mehreren Haupt- und Nebenstraßen und ist das eigentliche Zentrum der dichtbesiedelten Stadt mit berühmten Kaufhäusern, Ladengeschäften und Boutiquen.

 

 

Glücksbringer

Glücksbringer haben eine große Bedeutung in Japan. Man kann sie in Tempel und Schreinen erwerben, unzählige kleine Gegenstände, deren Zweck sich einem Nicht-Japaner meist nicht wirklich erschließt. So gibt es Opfergaben, die man sofort vor Ort benutzt (z.B. Räucherstäbchen oder Rindenstücke), oder auch Amulette und Talismane. Zudem unterscheiden sich diese kleinen Glücksbringer auch je nachdem, an welchem bedeutendem Ort man sie erworben hat, in der Optik, doch die Grundform bleibt erhalten.
Besonders häufig sieht man die Maneki Neko“, bei uns eher als „Glückskatze“ bekannt. Man begegnet ihr inzwischen auch in unseren Gefilden an jeder zweiten Ecke, aber das nette Winken hat tatsächlich einen Sinn: Winkt die kleine Porzellankatze mit rechts, bedeutet das Wohlstand, links steht für Glück. Und genauso, wie sie Leute von der Straße hereinwinken soll, so soll das auch mit dem Glück passieren.
„Daruma“ meint dagegen eine Figur aus Pappmaché, die in Gestalt des buddhistischen Mönches Bodhidharma Wünsche erfüllen soll.
O-mamori, o-fuda, o-mikuji und engimono sind weiterhin wichtige Glücksbringer in Japan.
H

Haiku (jap. 俳句 dt. lustiger Vers)

Haiku ist eine traditionelle japanische Gedichtform, die sich vor allem durch ihre Kürze auszeichnet und sich in seiner heutigen Form in der Edo-Zeit entwickelt hat (16.Jh). Ein Haiku-Gedicht besteht meist aus drei Wortgruppen mit 5-7-5 Lauteinheiten, genannt Moren. Ziel eines Haiku ist es, mit möglichst wenigen Worten, einen bestimmten, vom Dichter erlebten Moment und seine Stimmung wieder zu geben. Thema eines Haiku ist immer in irgendeiner Form die Natur, wobei den Jahreszeiten oft eine Schlüsselrolle zukommt.

 

 

Hakama (jap. 袴)

Traditionelles japanisches Kleidungsstück, ähnlich einem Hosenrock. Neben vielen verschiedenen Unterarten unterscheidet man grundsätzlich zwischen Hakama, die wie ein bodenlanger Rock geschnitten sind und der häufigeren Form, den unmanori-bakama (jap. 馬乗袴), die sich aus zwei weit geschnittenen Hosenbeinen zusammensetzten. Hakama sind in der Regel indigoblau, schwarz, grau oder wie für Miko üblich scharlachrot. Das ursprünglich aus Kyushu stammende Beinkleid entwickelte sich in der Nara Zeit (710–784) unter chinesischem Einfluss zu einem wichtigen Kleidungsstück bei Zeremonien, als Hof- und Amtskleidung und wurde wie später auch von den Samurai als Reitkleidung genutzt.
Heute werden Hakama vor allem noch bei formellen oder traditionellen Anlässen und der Ausübung verschiedener japanischer Kampfsportarten und Künste getragen.

 

 

Hikikomori (jap. 引き篭り ,dt. sich zurückziehen)

Als Hikikomori werden in Japan Menschen bezeichnet, die sich freiwillig für sechs oder mehr Monate in ihrer Wohnung einsperren und in dieser Zeit den Kontakt zur Gesellschaft fast vollständig abbrechen. Meist ist zudem eine große Affinität zu modernen Medien wie Fernsehen, Internet und Videospielen kennzeichnend. Neben den Betroffenen selbst bezeichnet Hikikomori auch das Phänomen dieser besonderen Form des gesellschaftlichen Rückzugs an sich.
Schätzungen des Gesundheitsministeriums zufolge leben aktuell etwa 50.000 Japaner in einer solchen selbstgewählten Isolation. Als Gründe für dieses Phänomen werden vor allem hoher gesellschaftlicher Druck, Versagensängste und fehlendes Anpassungsvermögen vermutet.

 

 

Hiragana (jap. ひらがな oder 平仮名)

Hiragana, ist eins von zwei Silbenschriftsystemen im Japanischen. Es besteht aus 46 verschiedenen Zeichen. Man benutzt es vor allem um grammatikalische Endungen und Partikel zu schreiben.
Nach der Entstehung der Hiragana im 9. Jh. durch Kusivierung chinesischer Schriftzeichen, waren es vor allem adelige Frauen, die das neue Schriftsystem nutzten, weshalb die Hiragana auch als „Frauenhand“ („Onnade“) bezeichnet wurden.
I
Ikebana (jap. 生け花)

Ikebana bedeutet wörtlich übersetzt „lebende Blumen“ und bezeichnet die japanische Kunst des Arrangierens von Blumen. Dabei sollte deren Anordnung, sowohl die kosmische Ordnung repräsentieren, sowie Ausdruck der Gefühle des Künstlers sein. Das verwendete Material sollte zur Jahreszeit passen.
Seit den Anfängen des Ikebana, etwa im 6. Jh., entwickelte sich eine Vielzahl unterschiedlicher Stilrichtungen.
Die ursprünglich Männern vorbehaltene Kunst, wird heute vor allen von Frauen ausgeübt und erfreut sich auch außerhalb von Japan wachsender Beliebtheit.
J
Japonismus (Französisch: Japonisme oder Japonaiserie)

Der Einfluss der japanischen Kunst auf die westliche wird Japonismus genannt. So wurden beispielsweise französische Künstler des Impressionismus stark von den japanischen Farbholzschnittdrucken (ukiyo-e) inspiriert. Die Kunstwerke als solches werden als Japonesque bezeichnet.
K

Kabuki (jap. 歌舞伎)

Kabuki ist traditionelles, japanisches Tanztheater des Bürgertums der Edo-Zeit (1603-1868) mit aufwendigen Kostümen und Make-up. Zu Beginn spielten Männer und Frauen zusammen, doch es entwickelte zu einer Eigenheit des Kabukis, dass Männer bald auch die Frauenrollen übernahmen.
Kabuki thematisiert historische Ereignisse, moralische Konflikte und Herzensangelegenheiten Auch heute gibt es in Japan einige Kabuki-Theater und einige lokale Gruppen beschäftigen sogar Schauspielerinnen für die weiblichen Rollen. Seit 2008 zählt Kabuki zum UNESCO Weltkulturerbe.

 

 

Kalligraphie (jap. 書道)

Die Kunst des Shodo (der Weg des Schreibens), wie die japanische Kalligraphie auch genannt wird, gelangte etwa im 6./7. Jahrhundert aus China nach Japan.
Es gibt unzählige verschiedene Stilrichtungen. Allen ist jedoch das Ziel des persönlichen Ausdruck des Kalligraphen durch die geschriebenen Zeichen gemein, sowie die Regel, dass die Zeichen einmal geschrieben, nicht ausgebessert werden dürfen.
Noch heute ist Shodo in Japan ist eine sehr lebendige und beliebte Kunstform. An den meisten Schulen können japanische Schüler im Kunstunterricht zwischen Kalligraphie und Zeichnen wählen.

 

 

Kamari

Kamari ist ein altes, japanisches Ballspiel. Etwa um 50 nach Christus gab es wohl eine erste internationale Spielpaarung, als eine japanische Mannschaft gegen eine chinesische antrat. Es gab jedoch keinen Sieger, da das Spiel eher als Kunst an sich, als ein Wettkampf angesehen wurde.
Das Spiel hatte Ähnlichkeiten mit den heutigen „Kick-ups“, bei denen es darum geht, den Ball möglichst lange in der Luft zu halten – egal, ob das mit Fuß, Knie oder Oberschenkel geschieht.

 

 

Kanji (jap. 漢字 ,dt. „Zeichen der Han“)

Als Kanji bezeichnet man die aus dem Chinesischen stammenden Schriftzeichen im Japanischen.
Sie werden etwa seit dem 6. Jh. (zur Zeit der chinesischen Han-Dynastie) in Japan verwendet.
Die Gesamtzahl der Kanji beträgt, je nach Auslegung, zwischen 50.000 und 80.000 Zeichen. Für den Alltagsgebrauch gibt es eine Liste die 2.136 Kanji umfasst, die japanische Kinder in der Schule lernen. Die meisten Kanji haben mindestens zwei verschiedene Aussprachen: eine rein-japanische (Kun-yomi) und eine sino-japanische (On-yomi).
Heute werden Kanji vor allem verwendet um Nomen und Wortstämme von Adjektiven und Verben zu schreiben.

 

 

Katakana (jap. 片仮名)

Katakana ist ein Silbenschriftsystem mit 46 Zeichen. Man nutzt es heute vor allem zur Transkription von Fremdwörtern und ausländischen Namen, für Hervorhebungen und die im Japanischen sehr zahlreichen Lautmalereien.
Die Katakana wurden nur wenig später als das andere japanische Silbenschriftsystem Hiragana, von buddhistischen Mönchen durch Reduktion chinesischer Schriftzeichen entwickelt.

 

 

Katana (jap. 刀)

Als Katana wird das japanische Langschwert bezeichnet. Ende des 14. Jahrhundert wurde das Katana eine unverzichtbare Waffe der Samurai, die neben dem Langschwert auch ein Kurzschwert (Wakizashi) mit sich führten. Die stählerne Klinge hat eine leicht gebogene Form und wird meist zweihändig geführt.

 

 

Kemari (Jap. 蹴鞠)

Kemari ist eine japanische Frühform des Fußball. Das zeremonielle Spiel wurde im 6. Jh. von China über Korea nach Japan gebracht, wo es seine Blüte zwischen dem 10. Und 16. Jh. hatte.
Beim Kemari geht es darum, den hirschledernen, luftgefüllten Ball möglichst häufig zwischen den beteiligten Spielern hin und her zu passen, ohne, dass dieser den Boden berührt. Geschossen werden darf nur mit dem Fußspann und wichtig war neben der Zahl der Ballwechsel auch, dass das ganze möglichst elegant aussah. Dabei gibt es beim Kemari weder Gewinner noch Verlierer. Gespielt wird das rituell-religiöse Spiel in traditioneller Tracht aus schweren Seidengewänden, weiten Hakama-Hosen und schwarz lackierten Eboshi-Hüten, in denen die Spieler sich meist kaum bewegen können. Das Spielfeld wird von vier Bäumen an den Ecken begrenzt.
Noch heute wird Kemari gelegentlich zu zeremoniellen Anlässen an schintoistischen Tempeln gespielt.

 

 

Kimono (Jap.: 着物 Deutsch: Anziehsache)

Das Wort Kimono das früher jegliche Art von Kleidungsstück meinte, bezeichnet heute die traditionellen japanischen Gewänder, die durch einen Obi (einem breiten Gürtel) zusammengehalten werden. Ursprünglich aus China übernommen, etablierte sich der Kimono in seiner heutigen Form während der Heinan Zeit (ca. 794-1192) in Japan. Er besteht für Frauen meist aus zwölf, für Männern aus fünf Teilen und kann kaum alleine angelegt werden.
Es gibt viele verschiedene Arten von Kimono, die zu unterschiedlichen Anlässen getragen werden. Im Wesentlichen unterscheiden sie sich durch die Art des Stoffes, Farbe und Muster, die Zahl der eingestickten Wappen, und ihre Form (bei Frauen vor allen der Länge der Ärmel).
Im heutigen Japan werden Kimono jedoch meist nur noch zu feierlichen Anlässen oder in sehr traditionellen Gewerben getragen.

 

 

Kōhai (jap. 後輩)

Kōhai ist die Bezeichnung für jemanden, der nach einem selbst einer Organisation, wie z.B. Schule, Universität, Firma oder Sportverein beigetreten ist.
Anders als sein Gegenbegriff senpai, kann kōhai nicht als Anrede für andere Personen benutzt werden.

 

 

Kokeshi (jap. こけし, 小芥子)

Die einfach geformten Holzpuppen werden in der armen und waldreichen Gegend in Tohoku gedrechselt. Sie werden aus Hartriegelholz (Mizukiholz) gefertigt. Die meisten Puppen haben weder Arme noch Beine. Nur einen zylinderförmigen Körper mit Kopf. Sie werden bemalt und mit Reisstroh poliert.
Kokeshi-Puppen stammen aus der Edo-Zeit (zw. 1600-1867) und waren ursprünglich Souvenirs der Kurorte um Thermalquellen.
Einige Künstler modernisieren die Puppen heute.

L
 
M

Matsuri (Japanisch: 祭り oder お祭り)

Matsuri oder O-matsuri sind japanische Volksfeste. Diese Feste variieren regional und jahreszeitlich. Sie werden oft von prächtigen Umzügen untermalt. Oft kann man Mikoshi (tragbare Schreine) bewundern.
Stimmung und Ausgelassenheit sind ebenfalls vom jeweiligen Event abhängig. So ist beispielsweise das Jidai-Matsuri (Fest der Zeitalter) in Kyōto besonders geschichtlich interessierten Leuten zu empfehlen, da man historisch-korrekte Kostüme zu sehen bekommt.

 

 

Miko (jap. 巫女)

Miko werden (meist junge) Frauen genannt, die an Shitô-Schreinen arbeiten. Bis zum Ende des 8. Jahrhunderts waren Miko als Hauptpriester an Schreinen beschäftigt, dienten als Übermittler göttlicher Botschaften und sprachen Prophezeiungen. Später beschränkten sich ihre Aufgaben vor allem die Aufführung ritueller Tänze und die Mithilfe bei der Ausführung von Zeremonien.
Heute sind Miko meist Teilzeitangestellte oder Freiwillige, die neben ihren zeremoniellen Aufgaben häufig auch als Verkäuferinnen von an Shintō-Schreinen erhältlichen religiösen Gegenständen und Glücksbringern dienen. Da Miko traditionell Junggellinnen sind, verlassen die Mädchen den Schein sobald sie heiraten.
Die übliche Kleidung der Miko besteht aus einem roten Hakama, einem weißen Kimono-Hemd mit weiten Ärmeln und weißen Zehensocken.

 

 

Moe (jap. 萌え ,Dt. Knospung)

Moe bezeichnet Figuren aus Anime und Manga, denen neben den typischen Attributen jung, unschuldig und süß, zusätzlich skurrile Eigenarten anhaften, die sie besonders niedlich erscheinen lassen.
Moe kann aber auch ein japanischer Slangausdruck für die Zuneigung eines Menschen zu Figuren aus Manga, Anime oder Videospielen sein, die sich an einem bestimmten Vorlieben-Schema orientiert (z.B. Meganekko-moe: besondere Vorliebe für brillentragende Charaktere).

 

 

N

NEET (jap. ニート)

Der Begriff NEET steht für „Not in Education, Employment or Training“ und bezeichnet dem entsprechend eine jugendliche oder erwachsene Person, die sich weder in einem Ausbildungs-oder Arbeitsverhältnis befindet oder einer sonstigen Form von Schulung oder Fortbildung.
Gemäß einer Studie von 2008 werden 0,5 % der japanischen Bevölkerung dieser Gruppe zugeordnet.

 

 

Ninjitsu (jap. 忍術)

Als Ninjitsu werden die alten Kampf-, Tarnungs- und Aufklärungstechniken der Ninja bezeichnet. Der Ursprung dieser Techniken ist sehr unstritten. Vermutungen reichen vom 12. bis 15. Jahrhundert.
Gelehrt werden Selbstverteidigungs- und Kampftechniken, sowie den Einsatz von Waffen. Die traditionelle Kleidung bei der Ausübung von Ninjutsu ist schwarz.
Als Kampfkunst wird Ninjitsu auch heute noch gelert.

 

 

Netsuke (Jap. 根付)

Netsuke sind kleine, meist kunstvoll geschnitzte Zierknöpfe, -Knebel und Figuren, die als Gegengewicht für die Befestigung eines taschenartigen Behältnisses (Sagemono) am Obi eines traditionellen Kimonos dienen.
Netsuke gibt es in allen nur erdenklichen Formen. Typischerweise dargestellt werden mythologische Figuren, Tiere, Pflanzen, und Alltagsgegenstände. Für die Herstellung besonders beliebt waren Holz und Elfenbein und Horn. Ihren Ursprung haben die Netsuke im 17. Jh. mit Erstarken des japanischen Bürgertums wobei sie sich besonders in der Edo-Zeit großer Beliebtheit erfreuten. Heute gelten sie unter Sammlern als wertvolle Kunstgegenstände.

 

 

No (jap. 能 Deutsch: Talent, Können )

No ist eine traditionelle Form des japanischen Theaters mit orchestraler Begleitung, das im 14. Jh von Kanami Kiyotsugu und dessen Sohn Zeami Motokiyo begründet wurde. Die Darsteller eines No-Stückes sind traditioneller Weise nur Männer. Neben den prächtigen, meist sehr alten und wertvollen, Kostümen, sind auch die hölzernen Masken typische Elemente des No. Es gibt ca. 250 verschiedene Arten von ihnen, von denen etwa 60 regelmäßig zum Einsatz kommen und die je nach Winkel der Betrachtung einen anderen Gesichtsausdruck vermitteln.
Musikalisch begleitet wird die Aufführung von einer Flöte, zwei bis drei Trommeln und Chorgesang.
Das häufig als Sing- und Tanztheater klassifizierte No unterliegt sehr strengen Formvorschriften und setzt sich inhaltlich vor allem mit alter japanischer Geschichte, Mythen und Sagen auseinander und ist wegen seiner sterilisierten Darstellung für Nicht-Japaner nur sehr schwer verständlich.
 
O

O-Mamori (jap. お守り)

O-Mamori sind eine Form von japanischen Glücksbringern. Die kleinen, rechteckigen, flachen Stoffbeutelchen (meist ca. 5cm x 3cm) werden an Schreinen und Tempeln verkauft. Meist sind sie mit Papierstreifen, die mit schützenden Zeichen beschriftetet sind (jap. O-Fuda), gefüllt und dienen einem bestimmten Zweck. Beliebt sind z.B. O-Mamori für das Bestehen von Prüfungen, Sicherheit im Straßenverkehr, Liebe, Gesundheit, usw.
O-Momori verlieren nach dem Volksglaube ihre Wirkung nach einem Jahr, bzw. an Neujahr und können dann an Schreinen oder Tempeln verbrannt werden.

 

 

O-Mikuji (jap. 御神籤)

O-Mikuji ist eine Art „Lotterie-Orakel“, das an vielen japanischen Schreinen und Tempeln zu finden ist. Um eine Wahrsagung zu erhalten, schüttelt man aus einer Schachtel einen mit einer Nummer versehenen Stab, der einen an ein Regal verweist, aus dem man seiner Nummer entsprechend einen Orakelzettel entnimmt. Es gibt verschiedene Kategorien, die von „Großer Segen“ (jap. dai-kichi, 大吉), über verschiedene Abstufungen bis zu „Großer Fluch“ (jap. dai-kyō, 大凶) reichen. Jeder Orakelzettel gibt zudem kurze Informationen zu dem zu erwartenden Glück in verschiedenen Lebensbereichen.
Ist das gezogene O-Mikuji positiv, behält man es in der Regel, sagt es jedoch Unglück voraus, knotet man es in der Nähe des Schreins oder Tempels an eine dafür vorgesehene Stelle oder einen Ast um so den Fluch abzuwenden.

 

 

Okuni-Kabuki

Izumo no Okuni (出雲の阿国) war die Schöpferin des Kabuki Theaters. Es heißt, sie war eine Miko (Schrein Jungfrau) des “Großen Izumo Schreins” (Izumo-taisha 出雲大社).
Sie begann ca. 1603 die neue Form des Tanzens, Singens und Schauspielerns in dem trockenen Flussbett des Kamo Flusses von Kyoto. Okuni versammelte die Aussätzigen und vor allem Prostituierte um sich und brachte ihnen das Schauspielen, Singen und Tanzen bei, um ihre Truppe aufzubauen. Natürlich waren diese Anwärter alle Frauen.
Kabuki (歌舞伎) wurden die Stücke genannt, welche die Frauentruppe aufführte. Japanische Tanzdramen. Sie sind erkennbar an ihrem besonderen Stil und der komplizierten Schminke.
Es gibt verschiedene Ansätze, wieso diese neue Art des Tanzens, Singens und Schauspielens schließlich „Kabuki“ genannt wurde.

 

 

Oni (jap. 鬼)

Oni entstammen dem japanischen Volksglauben und werden meistens als gehörnte Ungeheuer mit roten Gesichtern dargestellt. In der westlichen Vorstellung werden sie oft mit Ogern oder Dämonen gleichgesetzt. Allerdings besitzen die meisten Oni zwei Gesichter: ein freundliches und ein dãmonisches.

 

 

Onsen (Jap. 温泉)

Onsen beutet „warme Quelle“ und bezeichnet im allgemeinen ein öffentliches Bad (Sentô) dessen Wasser sich aus einer natürlichen heißen Quelle speist.
Onsen findet man wegen der großen vulkanischen Aktivität in Japan fast im ganzen Land. Die meisten Becken befinden sich im Freien. Auch weil das Wasser der Onsen oft sehr mineralhaltig ist, gilt das Baden in ihnen als gesundheitsförderlich.

 

 

Otaku (jap. おたく, オタク, ヲタク)

Als Otaku werden Fans bezeichnet, die viel Zeit und Geld in ihr Hobby investieren und diesem intensiv nachgehen.
In Japan ist der Begriff meist negativ sowie klischeereich behaftet. Akio Nakamori beschäftigte sich mit dem Phänomen des Otaku und trug zu dem Bild bei, das den Begriff prägte: Ein Otaku ist meist unsportlich, zu dünn oder zu dick und tut sich schwer Fiktion von der Realität zu unterscheiden, denn er geht ganz in dem übertriebenen Tun seines Hobbys auf.
Toshio Okada, späterer Gründer des Animationsstudios GAINAX beschäftigte sich ebenfalls damit und sorgte unter anderem mit einem Studiengang an der Universität Tokyo dafür, dass der Begriff an Negativität verlor. Okada beschrieb eine neue, durchaus positive Jugendkultur, die mit diesem Phänomen einhergeht.
So wird der Begriff heute im positiven wie auch im negativen Sinne verwendet.
P
 
Q
 
R

Rakugo (Jap. 落語 Deutsch: gefallene Worte)

Rakugo ist eine Form der klassischen japanischen Unterhaltungskunst, bei dem ein einzelner Erzähler auf einem Kissen auf der Bühne kniend, lediglich unter Zuhilfenahme eines Fächers (sensu; jap. 扇子) und eines speziellen Tuches (tenugui; jap. 手拭), eine komische Szene darstellt. Alle auftretenden Charaktere werden nur durch Änderungen der Stimmlage, Mimik oder Blickrichtung dargestellt. Die Stücke, welche meist in der Edo-Zeit (1603 bis 1868) angesiedelt sind, beinhaltet stets den Dialog einer oder mehrerer Charaktere und enden auf einer Pointe genannt ochi (jap. 落ち).

 

 

Ronin (jap.: 浪人 oder 牢人; dt.: vagabundierender Mensch)

Als Ronin wurden herrenlose Samurai bezeichnet, die während der Feudalzeit ihren Herrn verloren hatten. Sei es durch dessen Tod oder wenn sie verstoßen oder ihres Amtes enthoben wurden. In der Edo-Zeit wurden die Gesetze verschärft, sodass es den Samurai untersagt war sich, wie früher üblich, einen neuen Herrn zu suchen. Daher nahm die Zahl der Ronin zu dieser Zeit zu.

 

 

Ryokan (jap. 旅館)

Als Ryokan werden traditionelle Gaststätten bezeichnet, deren Zimmer im japanischen Stil (jap. Washitsu) eingerichtet sind. Das heißt es gibt meist in die Wand eingelassene Schränke mit Schiebetüren, eine Schmucknische (jap. Tokonoma), der Boden ist mit Tatami (Reisstrohmatten) ausgelegt, und zum Schlafen werden Futons ausgebreitet. Die meisten solcher Gaststätten bieten zudem ein öffentliches Bad (jap. Onsen). Ein durchschnittliches Ryokan verfügt über 14 Zimmer, wobei Einzelzimmer sehr selten sind.
Die Zahl der Ryokan ist jedoch in den letzen Jahren stark rückläufig.
S

Samurai (jap. 侍)

Als Samurai werden die Krieger des vorindustriellen Zeitalters Japans bezeichnet. Ursprünglich meint der Begriff „Diener“ oder „Begleiter“, da die Samurai zu Beginn einfache Soldaten waren. Ab dem 17. Jahrhundert bildeten die Samurai jedoch faktisch die Regierungsklasse. Das besondere Merkmal der Samurai waren ihre zwei Schwerter, ein kurzes und ein langes. Ihr Ehrenkodex war der Bushido („Weg des Kriegers“).
In der Meji-Zeit 1876 wurde der Stand der Samurai abgeschafft.

 

 

Sankin kôtai (jap. 参勤交代)

Das Sankin kôtai (jap. 参勤交代, dt. etwa: „wechselnde Aufwartung“)-System trat 1635 in Kraft und bestand bis 1862. Die daimyô (jap. 大名, dt. "Großer Name", Fürsten der Edo-Zeit) der einzelnen Provinzen waren verpflichtet dem shôgun in Edo wechselnd ihre Aufwartung zu machen. Somit mussten sie von ihrer Provinz nach Edo reisen. Diese Reisen waren so teuer, dass die daimyô kein Geld übrig hatten, um sich an antishôgunistischen Aktivitäten zu beteiligen. Als Sicherheit für die Reisen wurden die Frauen der daimyô in Edo als Geiseln gehalten.

 

 

Seiyuu (Jap. 声優 Deutsch: sehr gute Stimme)

Als Seiyuu werden japanische Synchronsprecher/innen bezeichnet. Der Begriff entwickelte sich aus der Bezeichnung „Koe no Haiyuu“ (jap. 声の俳優), was auf Deutsch etwa „Stimmen-Schauspieler“ bedeutet und auf die Anfänge des Berufsstandes verweist, als Synchronsprecher noch Schauspieler waren, die für eine Rolle nur ihre Stimme benutzen. Der lange Begriff wurde der Bequemlichkeit halber auf das erste und letze Kanji gekürzt, welche man dann Seiyuu las. Anders als in den meisten anderen Ländern, genießen Seiyuu in Japan große Popularität und es gibt zahlreiche Seiyuu-Schulen, die sich auf die Ausbildung der Nachwuchssynchronsprecher spezialisiert haben.

 

 

Senpai (jap. 先輩)

Senpai (gelegentlich auch sempai) ist die Bezeichnung für Mitschüler, Studenten oder Kollegen, die schon länger als man selbst in einer Organisation sind, bzw. einer höheren Jahrgangsstufe angehören.
Die Bezeichnung kann als eigenständige Anrede genutzt werden, oder an den einen Namen angehängt werden.

 

 

Seppuku (Jap. 切腹 Dt. Bauch aufschneiden/-schlitzen)

Seppuku oder fälschlicherweise durch eine Verwechslung der Schrirftzeichenreihenfolge auch Harakiri genannt, ist eine rituelle Form des Selbstmordes zur Wahrung oder Wiederherstellung des eigenen Gesichts und dem seiner Familie. Sie entstand im 12. Jh. im Kriegerstand und war ursprünglich Samurai vorbehalten.
Bei dem von vielen Zeremonien begleiteten Selbsttötungsakt schnitt sich der Vollziehende mit einem Kurzschwert (Wakazashi) von links nach rechts den Unterleib auf und wurde anschließend von einem Sekundanten enthauptet. 1873 kurz nach der Meiji-Revolution wurde Harakiri offiziell als Strafe verboten.

 

 

Shamisen (jap. 三味線)

Das Shamisen ist ein klassisches japanisches Zupfinstrument. Es hat drei Seiten, die mit einem großen Plektron gespielt werden, einen langen Hals und einen kleinen Resonanzkörper. Die Zargen eines Shamisen bestehen aus Holz, sein Boden, sowie seine Decke werden mit Katzen- oder Hundeleder, in Okinawa auch mit Schlangenhaut bespannt. Seine Seiten, die früher aus Seide waren, werden heute meist aus Nylon gefertigt. Die frühsten Formen des Shamisen kamen bereits im 16. Jahrhundert von China nach Japan. Es kommt heute meist bei klassisch japanischen Theaterformen wie Kabuki oder Bunraku zum Einsatz oder wird von Geisha zur Unterhaltung der Gäste gespielt.

 

 

Shinigami (Jap.: 死神 , Dt.: Todesgott)

Ein Shinigami lässt sich in etwa mit der westlichen Bezeichnung Sensenmann beschreiben. In der japanischen Kultur ist ein Shinigami selbst die Seele eines Verstorbenen, der Seelen, die noch in der Welt der Lebenden wandeln, ins Totenreich führt.
In einigen Manga und Anime (u.a. Yami no Matsuei, Fullmoon wo Sagashite, Bleach, Death Note ...) spielen Shinigami eine Hauptrolle und wurden zu einem beliebten Thema in der japanischen Popkultur.

 

 

Shinkansen (jap. 新幹線; dt. neue Stammstrecke)

Der Name Shinkansen bezeichnet Japans Hochgeschwindigkeitszug sowie die Streckennetze der verschiedenen JR-Gesellschaften.
Der Shinkansen gilt als der sicherste Zug seiner Klasse. Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1964 gab es keinen Personenschaden zu beklagen.
Auch in Punkto Pünktlichkeit ist der Shinkansen weltweit ohne Konkurrenz.

 

 

Shinsengumi (jap. 新選組, dt. „neue auserwählte Gruppe“)

Die Shinsengumi war eine kleine Gruppe an ausgewählten Schwertkämpfern, die ab 1863 als "Spezialpolizei" unter dem Tokugawa-Regime in Kyôto eingesetzt wurde. Ziel war es die antishôgunalen Aktivitäten in der alten Hauptstadt zu unterbinden. Die bekanntesten Persönlichkeiten der Shinsengumi sind deren Kommandant Isami Kondô und dessen Vize Hijikata Toshizô.

 

 

Shintoismus (jap. 神道 , dt. der Weg der Götter )

Der Shintoismus ist die ursprüngliche Religion Japans und stellt noch heute zusammen mit dem Buddhismus eine der zwei Hauptreligionen des Inselreichs da (2003 bekannten sich 84% der Japaner zum Shintoismus). Shintoismus wird nahezu ausschließlich in Japan praktiziert.
Der Shintoismus kennt eine Vielzahl von Naturgöttern, sogenannten Kami (jap.神), wobei fast jedes Lebewesen oder jeder Teil der Natur ein Gott sein kann. Die Kami werden in Shinto-Schreinen verehrt an denen man ihnen Opfergaben da bringen kann um sie mild zu stimmen oder Wünsche zu äußern.

 

 

Shogun (jap. 将軍)

Die vollständige Bezeichnung lautet Seii Taishôgun und bedeutet "Unterwerfer der Barbaren" und "Großer General".
Die Zeit der Shogune in Japan erstreckt sich von 1197 bis 1867. Obwohl der Shôgun ursprünglich etwa Bedeutung eines Herzogs hatte, überstieg diese schlussendlich sogar die des Kaisers (Tenno) und machte den Shogun zum mächtigsten Mann Japans.
Der erste Shogun war Minamoto no Yoritomo und er letzte, Tokugawa Yoshinobu, wurde 1867 gestürzt. Der Kaiser Mutsuhito übernahm daraufhin die alten Herrschaftsrechte, womit das Shogunat sein Ende fand und die Meiji Restauration einsetzte.
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Tatami (jap. 畳)

Tatami sind Matten aus gebundenem Reisstroh, die in traditionellen japanischen Zimmer als Bodenmatten genutzt werden. Es gibt verschiedene Maße, die unter anderem auch als Flächenmaße für Zimmergrößen verwendet werden. Tatami werden in Japan ausschließlich mit Socken betreten.

 

 

Teezeremonie (jap. 茶道; chadô)

Chadô bedeutet übersetzt Teeweg und bezeichnet die japanische Teezeremonie, die seit fast 600 Jahren fest in der japanischen Kultur verankert und unmittelbar mit dem Zen-Buddhismus verbunden ist.
Bei der Teezeremonie wird traditionell grüner Tee serviert, der als Pulver zu einer dicken Flüssikeit aufgeschlagen wird. Da der Tee einen etwas bitteren Geschmack hat, werden im Kontrast dazu japanische Süßigkeiten gereicht.

 

 

Tengu (jap. 天狗 , dt. Himmelshund)

Tengu werden vogelähnliche Wesen aus der japanischen Mythologie genannt. Sie zählen zu den Dämonenwesen, den Yokai ( jap. 妖怪). Man unterscheidet Langnasen- (oder auch große Tengu; jap. O-/Dai-Tengu) und Krähentengu (kleine Tengu; jap. Karasu Tengu). Gemeinsam ist ihnen, ihr menschlicher Körper mit Schwanzfedern, Flügeln und Krallenfingern, ihre Fähigkeit zu fliegen und selbst große Entfernungen in Sekundenbruchteilen zurücklegen zu können, sowie ihre Begabung für Magie. Die meisten Darstellungen zeigen sie in der traditionellen Kleidung japansicher Bergasketen. Ihr Wesen gilt eher als unheimlich denn als böse, manchmal sollen sie sogar verirrten Kindern den Weg nach Hause leiten. Unangenehm können sie jedoch zu den Eitlen und Mächtigen werden, die sie mit Chaos und und Verwirrung strafen.
Der König der Tengu heißt Sōjōbō.

 

 

Tokonoma (jap.: 床の間)

Tokonoma sind kleine, entweder ebenerdige oder etwas erhöhte Erker der traditionellen japanischen Architektur.
Diese Nischen sind fensterlos, ca. 1-2 Meter breit und bis zu 50 cm tief und meist mit Ikebana-Gestecken oder einer Schriftrolle verziert.
Tokonoma trifft man in traditionellen Räumen an, die mit Tatami ausgelegt sind und entspringen der buddhistischen Religion.
Der König der Tengu heißt Sōjōbō.

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Yakuza (jap. ヤクザ)

Yakuza ist der Oberbegriff für das organisierte Verbrechen in Japan. Von offiziellen Stellen wird meist der Begriff Bôryokudan (暴力団) verwendet.
Die Yakuza sind in streng hierarchisch organisierte Banden (Kumi) unterteilt, an deren Spitze je ein Oyabun (Vater) steht. Ihre historischen Wurzeln gehen auf die „Bakudô“ genannten Glücksspielsyndikate der Edoperiode (15./16. Jh.) zurück. Der Name Yakuza leitet sich von der dialektalen Aussprache der Zahlen 8-9-3 ab, die bei dem Kartenspiel Oicho-Kabu als wertlos gilt.
Ein typisches Erkennungsmerkmal der Yakuza sind großflächige, bunte Tätowierungen und fehlende Fingerglieder, die sich das Mitglied einer Bande bei einem Fehler als Zeichen der Wiedergutmachung abzutrennen hat (jap. Yubitsume).

 

 

Yôkai (jap. 妖怪)

Als Yôkai (jap. 妖怪, dt. "unheimliche Erscheinung) bezeichnet werden japanische Fabelwesen, Geister, aber auch Monster. Viele von ihnen besitzen teils menschliche, teils tierische Züge, aber es gibt auch Yôkai, die mit diesen Formen nicht mehr viel gemein haben. Traditionell werden sie mit dem Feuer verbunden, da die Geisterwelt der der Menschen im Sommer und somit den warmen Monaten am nahsten ist.

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Zori (jap. 草履 , dt. Strohsandale)

Zori sind traditionelle japanische Zehensandalen. Im Unterschied zu Geta haben Zori keinen Absatz, sie bestehen lediglich aus einer flachen Sohle und zwei Riemen, die zwischen dem großen Zeh und der zweiten Zehe hindurch verlaufen. Sie werden sowohl von Frauen wie Männern angezogen. Zu Zori werden meistens Tabi (Socken mit abgeteiltem großem Zeh) getragen.

 



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