Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Am 24.06.2018 durften wir im Werkstattkino in München im Rahmen des Nachtschatten Festival die Dokumentation Boys for Sale sehen. Anschließend stellte sich der Filmemacher Ian Thomas Ash noch den Fragen der Zuschauer. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis für uns.

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Die Maske
 

Die Menschen denken, jemanden ihrer eigenen Art zu töten, ist nichts besonderes, doch egal, ob man dafür verhaftet wird oder nicht: Nach einem Mord geht das Leben weiter und dann beginnt erst das Leiden für den Täter.
Inhalt Fuminori ist gerade mal elf Jahre alt als ihn sein sechzigjähriger Vater in sein Studierzimmer kommen lässt und ihm von seiner grausamen Zukunft erzählt, in die er seinen jüngsten Sohn stürzen will. Nur deswegen habe er ihn zeugen lassen. Shōzō Kuki will einem alten Brauch folgend aus Fuminori ein „Geschwür“ machen. Einen Menschen, der das Verderben in die Welt bringen soll, bis sie schließlich daran zerbricht. Denn wenn Shōzō nicht mehr auf der Welt ist, dann soll diese auch nicht mehr existieren. Was der alte wahnsinnige Greis jedoch nicht weiß, ist, dass sein Sohn schon lange den Plan hegt, ihn zu töten und gar nicht mehr so naiv ist, wie er denkt. Einen echten Grund findet Fuminori allerdings erst mit der Adoption des Mädchens Kaori in die Kuki-Familie. Das Mädchen zieht ihn immer mehr in seinen Bann und es beginnen die einzigen glücklichen Tage im Leben des heranwachsenden Teenagers. Seine Zeit läuft nämlich. Wenn er vierzehn Jahre alt ist, will ihm sein Vater die Hölle zeigen und mit seinen Plänen für das „Geschwür“ beginnen. Da Kaori für Fuminori das Einzige ist, was er je als wichtig erachtet hat, bleibt ihm keine Wahl. Da das Mädchen Teil des grausamen Plans seines Vaters ist, muss er diesen töten, um sie zu beschützen. Er redet sich ein, dass er ihn nicht selbst umbringt, wenn er ihn im Keller einschließt und verhungern lässt. Doch so einfach ist das nicht. Die Tat beginnt Fuminoris Seele zu befallen und sein Körper kommt damit nicht klar.

So vergehen Jahre in der Schule und an der Universität, in denen sich der Junge von Kaori lossagt und eher vor sich hin vegetiert als zu leben. Erst mit Ende zwanzig wird sein Leben noch einmal auf den Kopf gestellt und auch wenn aus Fuminori nicht das Geschwür geworden ist, dass sein Vater haben wollte, so ist seine Seele doch für immer angegriffen.
Die Maske
 
Autor:Fuminori Nakamura
Seiten:352
Verlag:Diogenes
Erschienen:28.02.2018
ISBN:978-3257070217
Preis:24,00 €
 
Genre:Belletristik
Ursprungsland:Japan
Originaltitel:Aku to kamen no rūru / 悪と仮面のルール
Originalverlag:Kodansha
Erstveröffentlichung:2010

Fazit „Die Maske“ ist ein wirklich gelungenes Buch. Der Schreibstil ist erfrischend direkt für ein japanisches Werk und wer vor düsteren Fragen und Geschehnissen nicht zurückschreckt, der sollte einen Blick riskieren. Vor allem wird das Thema Morde immer wieder aufgegriffen, hinterfragt und aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Das macht das Buch aber nicht zu einem Krimi. Es ist schwer, es in ein Genre einzuordnen, da es viele verschiedene Romansparten bedient. Spannend ist es auf jeden Fall, da man sich nur schwer vorstellen kann, wie es an manchen Stellen weitergeht oder wie es enden wird. So fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen, wenn man erst einmal in Fuminoris grausame Welt eingetaucht ist.

2018 wird in Japan der Film zum Buch erscheinen. Trailer gibt es bereits. Es wäre toll, wenn dieser es ebenfalls nach Deutschland schaffen würde.
Autor: /  Subaru
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 02.08.2018
Bildcopyright: Dan Winters Photography / diogenes / Kodansha


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