Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Vom 6. bis 8. September fand im Kongress Palais Kassel die größte ehrenamtlich organisierte Convention im deutschsprachigen Raum statt: Die Connichi ist ein jährliches Highlight für alle Freunde japanischer Popkultur.

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Aktuell in Japan:
22.09. - 23.09.: Tagundnachtgleiche (o-higan) (landesweit) | 07.10. - 09.10.: Nagasaki – Okunchi Matsuri (regional) | 09.10. - 10.10.: Takayama – Hachiman Matsuri (regional) | 14.10. - 15.10.: Himeji – Fest der Kämpfer (kenka matsuri) (regional) | 17.10.: Nikko - Toshogu-Fest (regional)
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Das Museum der Stille
 

Eine Sammlung der besten Erinnerungsstücke eines Verstorbenen: Fünf Menschen, die ein Museum erschaffen, dass es so bisher nie gegeben hat.
Inhalt Ein junger Museumsexperte trifft im Dorf ein und macht sich auf den Weg zur Villa der alten Dame. Diese engagiert ihn für ihr Museum der Stille; ein ungewöhnlicher Ort für alle Erinnerungsstücke, die die alte Frau seit ihrer Kindheit von den verstorbenen Menschen im Dorf einbehalten oder gestohlen hat. Wie diese Geschichte ist die alte Frau selbst exzentrisch, mürrisch und nur schwer zufriedenzustellen. Unter ihren Mitbewohnern befinden sich zudem der Gärtner, seine Frau die Haushälterin und ein Mädchen, dass die alte Frau adoptiert hat und sich nicht einmal mehr erinnert, warum sie das einst tat. Sie lebt nur für die Erinnerungsstücke. Wenn der junge Mann sie auf eines anspricht, kann sie aus dem Stand die Geschichte seines ehemaligen Besitzers wiedergeben, die Umstände seines Todes und wie sie den Gegenstand beschafft hat. Jedes dieser Stücke ist einzigartig und sein ramponiertes Aussehen oder die Art des Teils an sich erzählt schon eine Geschichte. Ohne Wertung und ohne Distanz.

Der junge Museumsexperte weiß nicht, was er von dieser Sache halten soll und ob ein solches Museum sich überhaupt lohnt. Doch dieses Dorf und seine Menschen halten mehr für ihn bereit, als es anfangs erscheint. Da die alte Frau zu gebrechlich ist und trotzdem weiter Menschen sterben, ist nun er zur Beschaffung der Erinnerungsstücke angehalten.

Doch nicht lange nach seinem Eintreffen geschehen in dem stillen, von der Außenwelt stark isolierten Dorf plötzlich Morde...

Das Museum der Stille
 
Autor:Yoko Ogawa
Seiten:352
Verlag:Sonstige
Erschienen:09.12.2013
ISBN:3746630061
Preis:9,99 €
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Genre:Krimi/Thriller
Ursprungsland:Japan
Originaltitel:沈黙博物館 (Museum of Silence)
Originalverlag:Chikuma Shobo
Erstveröffentlichung:2000

Fazit Eine unmittelbar eigene Beschäftigung mit dem Tod und was man hinterlässt, bleibt nicht aus, wenn man „Das Museum der Stille“ zur Hand nimmt.
Zunächst bewegt von der seltsamen Alten, der es, nur in ihren Erinnerungsstücken lebend, mangelhaft gelingt, einen Hauch Gefühl zu zeigen und auch Sympathie beim Leser hervorzurufen, schwindet das immerwährende Makabere und Skurrile an der Geschichte nicht, sondern steigert sich mit fortlaufenden Seiten noch unschätzbar.

Wer die Werke von Yoko Ogawa kennt, weiß, dass sie sich nicht davor scheut, Ekel und Abscheu hervorzurufen, wenn sie in die dunklen Tiefen der menschliche Psyche taucht. Gehüllt in viele düstere Passagen erzeugt „Das Museum der Stille“ ein durchweg mulmiges Gefühl, das ebenso die Gedanken an den bevorstehenden, unabwendbaren Tod heraufbeschwört und der sich kein Mensch je ganz entziehen kann.

Autor:
Lektor: Kathia Krüss
Datum d. Artikels: 27.05.2019
Bildcopyright: atb


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