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Brüste und Eier
 

Von Menstruationsblut befleckten Höschen, Brüsten, die nicht so aussehen wie in Hochglanzpornos, Sperma, das man sich mit einer Spritze injiziert, und einem Haufen zerschlagener Eier...

Inhalt

Die alleinstehende dreißigjährige Natsuko lebt in ärmlichen Verhältnissen mehr schlecht als recht: Schon als Kind arbeitete sie (unter Angaben falschen Alters) in einer Fabrik sowie in der Küche einer Kneipe. Und auch heute schafft sie es manchmal kaum, ihre Miete rechtzeitig zu bezahlen. Dennoch nimmt sie ihre ältere Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko für ein paar heiße Sommertage in ihrem winzigen Apartment auf. Hinter den vermeintlichen „Familienferien“ steckt jedoch etwas ganz anderes: Die neununddreißigjährige Makiko, ihres Zeichens Hostess, will sich den alternden Busen vergrößern lassen. Und in der Nähe von Natsukos Wohnung befinden sich gleich mehrere lukrative Kliniken, die solch einen Eingriff durchführen.

Natsuko ist äußerst skeptisch und kann den Schönheitswahn ihrer Schwester nicht ganz nachvollziehen. Ebenso wenig Midoriko, die mit ihren zwölf Jahren am Beginn ihrer Pubertät steht, mit der sie haushoch überfordert ist. Aus Protest hat sie von einem Tag auf den anderen aufgehört, mit ihrer Mutter zu sprechen und kommuniziert seit dem nur noch schriftlich.

Und Natsuko selbst? Die plagen scheinbar unerreichbare Träume eines Schriftstellerdaseins sowie der heimliche Wunsch nach einem eigenen Kind. Selbst nicht ganz sicher, ob es sich hierbei nur um eine „Phase“ ihres Lebens oder doch um einen Herzenswunsch handelt, beginnt sie Nachforschungen anzustellen und muss dabei erkennen, dass ein Kind nach Vorstellungen der japanischen Gesellschaft nur für heterosexuell lebende Frauen mit einem Mann an ihrer Seite vorgesehen ist...

Brüste und Eier
 
Autor:Mieko Kawakami
Seiten:496
Verlag:Dumont Buchverlag
Erschienen:18.08.2020
ISBN:978-3832183738
Preis:24,00 €
 
Genre:Belletristik
Ursprungsland:Japan
Originaltitel:Natsu monogatari
Originalverlag:Bungeishunju
Erstveröffentlichung:2019

Fazit

Der Titel „Brüste und Eier“ ist in diesem Roman Programm! Mit Liebe zum Detail und gleichzeitig einer gewissen Neutralität gelingt es Mieko Kawakami, das Bild der Frau in der japanischen Gesellschaft (und nicht nur der) zu zeichnen – und zu hinterfragen. Ohne dabei selbst als Richter aufzutreten, überlässt sie es dem Leser, sich tiefere Gedanken zu den einzelnen Themen zu machen.

Unabhängig von der Gesellschaftskritik gelingt es ihr aber auch, mit einer auffallenden Akribie Szenen in Worte und Sätze zu packen, die sich ohne Weiteres verfilmen lassen würden und visuell ebenso ansprechend wären wie in schriftlicher Form.

Mieko Kawakami, Jahrgang 1976, arbeitete zunächst als Singer-Songwriterin, bevor sie 2007 ihr literarisches Debüt feierte. „Brüste und Eier“ ist Kawakamis Deutschlanddebüt.

Autor:
Datum d. Artikels: 14.09.2020
Bildcopyright: ©DuMont


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