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Yōkai, Fantasy und moppelige Katzen: Mit leuchtenden Pastellfarben probiert sich Carolilly durch verschiedene Techniken. In unserem Artist Alley-Interview stellen wir sie euch vor!

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Paul Celan und der chinesische Engel
 

"Lesen: Das ist der erste Schritt, egal, was der Mensch werden will." Und Patrik liest am liebsten Paul Celan. Und Opern. Patrik ist ein großer Fan dieser Sängerin...
Inhalt Der Patient weiß, dass er in ein Café kommt, wenn er nach links geht. Auch, wenn er manchmal nicht mehr so richtig weiß, wie er über die Kreuzung kommen soll - die Farben der Ampel sind zu stark mit Bedeutung aufgeladen - so erinnert er sich an beinahe jedes Detail der Gedichte Paul Celans. Durch diese Gabe könnte er zu einer Tagung in Paris fliegen und einen Vortrag halten, doch auf die Kritik, die ihn sicher erwartet, kann er getrost verzichten.
Überhaupt weiß der Patient, dass er zugleich innen und außen lebt und viele ihn wohl Patrik nennen würden. Aber ist er auch wirklich immer "Patrik"?

Er geht also aus seiner Wohnung und biegt links ab, nur um im Café Leo-Eric Fu zu treffen, der erstaunlich viel über den Patienten weiß. Die anfängliche Skepsis, ob es sich bei der neuen Bekanntschaft nicht etwa um einen Geheimagenten handelt, verfliegt, als Leo-Eric sich ebenfalls als Celan-Liebhaber outet.
Gemeinsam begeben sich die Männer auf die Spuren Celans, aber vor allem auch auf die von Patrik, der stets verhandeln muss, welcher Stimme er glaubt.

Paul Celan und der chinesische Engel
 
Autor:Yoko Tawada
Seiten:144
Verlag:Konkursbuch Verlag
Erschienen:01.12.2020
ISBN:978-3887692780
Preis:12,90 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Belletristik

Fazit "Paul Celan und der chinesische Engel" ist ein Buch, das seinesgleichen sucht. Das schmale Buch spannt den Leser auf seinen 144 Seiten Bögen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, zwischen der Liebe zur Oper und der Liebe zur Sprache ein, ohne dabei den Fokus zu verlieren; Patrik.
Patrik, der zwischen dem "ich" und dem "er", dem Singular und dem Plural steht und sich in einer Welt der stetig verschiebenden Grenzen immer wieder erneut finden muss.
Autorin Yoko Tawada, die seit den 80er Jahren in Deutschland lebt und auf Deutsch und Japanisch schreibt, weiß gekonnt mit Sprache, Stilmitteln und Themen umzugehen. Der Text ist nur einen Schritt vom "Bewusstseinsstrom" entfernt, folgt man als Leser*in doch Patriks Gedanken, die, von einem noch so kleinen Ereignis ausgehend, immer größere Kreise ziehen, manchmal haltlos ausschweifen, nur um stets zum Kern der Sache zurückzukehren.

Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 13.05.2021
Bildcopyright: Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke


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