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Yōkai, Fantasy und moppelige Katzen: Mit leuchtenden Pastellfarben probiert sich Carolilly durch verschiedene Techniken. In unserem Artist Alley-Interview stellen wir sie euch vor!

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Die Siliziuminsel
 

Schon heute denkt man bei China vor allem an eine immer umfassendere Technisierung aller Lebensbereiche. Was aber, wenn man einen Blick in eine mögliche Zukunft wirft, deren dystopischer Sog sich kaum jemand entziehen kann?
Inhalt Willkommen auf der Siliziuminsel, einem kleinen Fleck Land, auf dem drei große Clans sich nicht nur das Gebiet, sondern auch den Müll, der auf der Insel seit einigen Jahrzehnten abgeladen wird, untereinander aufteilen. Mal mehr mal weniger mit Gewalt. Das Wasser sollte man hier eher nicht trinken, es schimmert immer so ölig. Und eigentlich ist die Luft an den meisten Orten auch nicht gesund, Schwermetalle und so.
Aber Technik gibt es dafür zuhauf! Zwar ist das meiste nur Schrott, eine billige Kopie oder aufgrund von Sicherheitsmängeln auf dem Festland nicht einmal zugelassen, aber geben tut es sie an jeder Ecke. Ob Körpermembrane, die jedwede Tattoos in den Schatten stellen oder gechippte Hunde, die per App eingestellt werden können, wie es eben passt.
Genau hinsehen muss man ja ohnehin nicht, denn wen interessieren schon die Müllmenschen, die sich ihren Lebensunterhalt verdienen, indem sie nach Schätzen in den unendlich großen Müllbergen suchen?
Offenbar ist das ein Thema, das vor allem Ausländer anspricht, denn eines Tages taucht der Amerikaner Scott Brandle mit seinem Dolmetscher Chen Kaizong auf und meint, eine Recyclinganlage bauen zu lassen. Und Kaizong, der doch auf der Insel geboren wurde, denkt wie er!
Alle verrückt, die Menschen vom Festland... Oder wird er seine Meinung ändern, wenn er Mimi trifft, die, ohne es zu wollen, zwischen die Fronten gerät und beide Männer mit sich reißt?

Die Siliziuminsel
 
Autor:Qiufan Chen
Seiten:480
Verlag:Heyne
Erschienen:09.09.2019
ISBN:978-3453319226
Preis:16,99 €
 
Genre:Science Fiction, China
Ursprungsland:China VR
Originaltitel:荒潮 (Huang chao)
Originalverlag:Changjang Wenyi Press
Erstveröffentlichung:2013

Fazit "Die Siliziuminsel" verwebt das bereits heute aktuelle Problem der Umweltverschmutzung und den immer größer werdenden Bergen aus Elektromüll mit Elementen des Science-Fiction. Rasch kippt man in die Geschichte, die von mehreren Protagonist*innen erzählt wird und die zusehends für Beklemmung sorgt.
Traditionelle Feste und Bräuche treffen auf utopisch-dystopisch anmutende Technologien, die jedoch nicht vorbehaltlos gepriesen werden können.
Ein wahrlich gelungenes Buch, das von Ideen nur so strotzt und trotz des Umfangs viel zu rasch vorbei ist.

Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 10.06.2021
Bildcopyright: Heyne Verlag


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