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Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß. Eine Liebesgeschichte
 

Die zarte Liebesgeschichte zwischen zwei Generationen und Charakteren, die als Vorlage zu der zweiteiligen Graphic Novel von Jiro Taniguchi diente.
Inhalt Als ein älterer Mann eines Abends in einer Kneipe zufällig das Gleiche wie sie bestellt, erkennt die 38-Jährige Tsukiko diesen zuerst nicht. Er dagegen erinnert sich sofort an sie. Es handelt sich um ihren ehemaligen Japanischlehrer, in dessen Unterricht Tsukiko nie richtig aufgepasst hat. Auch daran erinnert dieser sich noch. Weil ihr sein Name nicht mehr einfällt, nennt sie ihn einfach „Sensei“ (eine höfliche Anrede für Lehrer im Japanischen).

Im Folgenden treffen sich Tsukiko und der Sensei immer wieder in ihrer Stammkneipe, ohne sich je zu verabreden. Dabei fühlen sich die beiden, die kaum gegensätzlicher sein könnten und die zunächst nur ihre ähnlichen kulinarischen Vorlieben zu teilen scheinen, zunehmend wohl in der Gesellschaft des anderen. Zwischen Tsukiko, die nie richtig erwachsen geworden und gegen viele Konventionen nicht besonders weiblich oder geschickt ist, und dem immer korrekt gekleideten Sensei mit seiner stets aufrechten Haltung, der nie ohne seine Mappe das Haus verlässt, entwickelt sich dabei ganz langsam eine sehr vertraute Beziehung.
Obgleich der Sensei nie ganz die Rolle des Lehrers ablegt und die kindliche Tsukiko oft belehrt, begegnen sich die beiden doch auf Augenhöhe. Ihre Gesprächsthemen drehen sich dabei vor allem um das Essen und die Getränke, von denen sie in ihrer Kneipe immer etwas zu viel bestellen, und einfache unverfängliche Alltagsthemen. Besonders über ihre Speisen und deren Zusammenstellung reden die beiden gerne, aber auch in deren gemeinsamen schweigenden Genuss fühlen sie sich verbunden.

Bald dehnen sie ihre zufälligen Begegnungen aus, unternehmen mit dem Wirt ihrer Stammkneipe und dessen Zwillingsbruder einen Ausflug zum Pilze sammeln, besuchen gemeinsam das Kirschblütenfest und trinken nach ihrem Treffen in der Kneipe noch in dem Haus des Sensei weiter, das vollgestopft ist mit einer wunderlichen Sammlung aller möglichen Gegenstände. Dabei halten sie jedoch stets eine gewisse Diskretion aufrecht. Doch wo soll diese Beziehung hinführen?
Das Buch ist aus Tsukikos Perspektive geschrieben und so erfährt der Leser lange wenig über die Gefühle des stolzen Sensei, der ein Meister der kleinen Gesten ist und nie zu viel von sich preisgibt.
Zudem schwanken die beiden gleichermaßen zwischen der Sehnsucht nach Nähe zueinander und der Flucht vor ihren Gefühlen.
 
Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte
 
Autor:Hiromi Kawakami
Seiten:192
Verlag:Dtv
Erschienen:01.03.2010
ISBN:9783423138574
Preis:8,90 €
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Genre:Belletristik
Ursprungsland:Japan
Originaltitel:Sensei no kaban
Originalverlag:Heibonsha
Erstveröffentlichung:2001

Fazit Es entwickelt sich eine sehr zarte und ruhig erzählte Geschichte, die vor allem von der Langsamkeit lebt. Den Charakteren wird für die Entwicklung ihrer Gefühle viel Zeit eingeräumt; sie wirken ungekünstelt und auch an Humor fehlt es nicht. Dabei entwickelt die Erzählung aus den Gegensätzen der beiden Charaktere und auch dadurch, dass vieles ungesagt bleibt, eine ganz eigene Magie.
Auch die klaren einfachen Sätze der Autorin passen gut zu dem bedächtigen Erzähltempo.
Insgesamt ein sehr schönes Buch, mit dessen wunderbar menschlichen Charakteren man sich schnell verbunden fühlt. Eine Liebesgeschichte, die glücklich macht.

 
Autor: /  Kaychi
Lektor: Jennifer Brox
Grafiker: Kay Kraus /  Kaychi
Datum d. Artikels: 01.03.2011
Bildcopyright: Hiromi Kawakami, Hanser Belletristik, Heibonsha


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