Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Die Schnapsstadt
 

Dass die Schnapsstadt berühmt für ihren Alkohol ist, scheint auf der Hand zu liegen. Doch Fleisch aus kleinen Kindern?! Ermittler Ding Gou’er versucht herauszufinden, was hinter den Gerüchten steckt- wobei bald nicht nur seine Karriere in Gefahr ist...
Inhalt Ding Gou’er wird als Sonderermittler der Staatsanwaltschaft nach Jiuguo, in die sogenannte „Schnapsstadt“, geschickt. Gerüchten zufolge werden dort Kinder in Restaurants als besonderes Gericht zum Essen angeboten. Dass es bei diesem Job Schwierigkeiten geben würde, lässt sich schon von vorneherein vermuten. Kaum ist er in der Stadt angekommen, begegnet er einer seltsamen Lastwagenfahrerin, zu der er sich schnell hingezogen fühlt. Diese verbirgt anfänglich weitaus mehr als nur ihr aufbrausendes Temperament.
Bei der Zeche, in der seine Ermittlungen beginnen sollen, sorgt man allerdings dafür, dass sich Ding Gou´er dem Alkohol hingibt. Erst dann taucht der stellvertretende Abteilungsleiter Jin Gangzuan auf und serviert ihm auch gleich einen Knaben zum Essen. Der Ermittler ist geschockt, doch Ganzuan versichert ihm, dass der Junge nicht echt sei: Es wäre alles nur Gemüse! Der Arm bestünde zum Beispiel aus Lotuswurzeln. Ding Gou’er muss feststellen, dass dieses Gericht ausgezeichnet mundet... Jin Gangzuan ist aber noch lange nicht mit ihm fertig und hält noch einige Überraschungen für ihn parat.

Parallel dazu erhält Mo Yan Briefe von Li Yidou, einem Doktoranden, der Alkoholkunde in Jiuguo ist. Dieser schreibt Mo Yan als seinen Meister der Schriftstellerei an und muss sich von ihm ausreden lassen, seine gutbezahlte Stellung aufzugeben, um ein armer Autor zu werden. In ihrem Briefwechsel reicht Li Yidou insgesamt neun lose miteinander verbundene Erzählungen ein, die Mo Yan kritisiert. Danach schickt er sie der Zeitung „Volksliteratur“, damit diese sie gegebenenfalls abdrucken. Auffällig ist dabei, dass sich viele Elemente aus den Erzählungen von Li Yidou in der Geschichte um Ding Gou’er wiederfinden. Mit jeder neuen Erzählung scheinen auch die Ereignisse um die Schnapsstadt eine neue Wendung zu erhalten. Nebenbei erzählt Li Yidou viele Anekdoten aus seiner Heimatstadt und lädt Mo Yan zum ersten Affenschnaps-Festival als Ehrengast ein.
Die Schnapsstadt
 
Autor:Mo Yan
Seiten:512
Verlag:Sonstige
Erschienen:13.09.2002
ISBN:9783498043872
Preis:22,90 €
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Genre:Krimi/Thriller, Erzähltes Leben
Ursprungsland:China VR
Originaltitel:Jiugui
Originalverlag:Hungfan
Erstveröffentlichung:1992

Fazit Bildreiche und wortgewandte Metaphern machen die Sprache Mo Yans aus, was umso skurriler erscheint, wenn man bedenkt, dass er damit Realitäten abbildet und dazu auch kein Blatt vor den Mund nimmt. Dabei erscheint der Roman aber auch öfter verworren, so wird die Erzählung gerade gegen Ende immer konfuser.
Mo Yan, der mit wirklichem Namen Guǎn Móyè heißt, wurde sowohl in China als auch in Deutschland mit dem Roman „Das rote Kornfeld“ bekannt, welcher auch verfilmt wurde.
Autor: /  TonaradossTharayn
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Grafiker: Rebecca Bertram /  Reh-Baecker
Datum d. Artikels: 10.06.2012
Bildcopyright: Mo Yan, Unionsverlag, Hungfan


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