Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Der japanische Verlobte
 

Bevor sie den Horror der japanischen Arbeitswelt erlebte, konnte Amélie Nothomb ein Jahr lang die schönen und heiteren Seiten Japans kennenlernen. „Der Japanische Verlobte“ berichtet von ihrer Liebe für ein außergewöhnliches Land voller Widersprüchlichkeiten.
Inhalt Mit 21 geht Amélie von Belgien nach Japan – in das Land, in dem sie geboren wurde. Ganze zwei Jahre verbringt die Tochter eines belgischen Diplomaten im Land der aufgehenden Sonne und erlebt dabei Höhen und Tiefen. Ihre negativen Erfahrungen, die sie während ihrer Arbeit in einem japanischen Großunternehmen sammelt, verarbeitet sie in dem Roman „Mit Staunen und Zittern“. „Der japanische Verlobte“ erzählt hingegen von ihrer Begegnung mit Rinri, einem japanischen Französischstudenten, dem Amélie zunächst Sprachunterricht gibt und sich dann auf eine Beziehung mit ihm einlässt.

Der Roman erzählt in kleinen, unterhaltsamen Episoden von ihrer gemeinsamen Zeit, die geprägt ist von der Unterschiedlichkeit ihrer beiden Kulturen. Denn obwohl Amélie die ersten fünf Jahre ihres Lebens in Japan verbracht hat, ist ihr ein Großteil der japanischen Mentalität gänzlich fremd. So erlebt sie zum Beispiel eine böse Überraschung, als Rinri seine Freunde einlädt, damit sie Amélie kennenlernen können. Nichtsahnend freut sich Amélie auf einen geselligen Abend in großer Runde, doch stattdessen ist sie das alleinige Unterhaltungsprogramm und es herrscht peinliches Schweigen, solange sie nicht redet. Erst da geht ihr auf, dass es ihre Pflicht als Gastgeberin ist, den Besuch während des Essens zu bespaßen. Rinri ist hingegen gefesselt von der Unbefangenheit seiner ausländischen Freundin und bringt ihr regelmäßig japanische Köstlichkeiten mit, nur weil er ihr so gerne beim Essen zusieht. Amélie fühlt sich bei dem sensiblen und begeisterungsfähigen Jungen wohl, doch es zeichnet sich schnell ab, dass ihre Beziehung nicht für die Ewigkeit bestimmt ist.
Der japanische Verlobte
 
Autor:Amélie Nothomb
Seiten:176
Verlag:Diogenes
Erschienen:21.02.2012
ISBN:9783257241518
Preis:8,90 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Belletristik
Ursprungsland:Frankreich
Originaltitel:Ni d’Ève ni d‘Adam
Originalverlag:Éditions Albin Michel
Erstveröffentlichung:2007

Fazit Die belgische Autorin Amélie Nothomb schrieb schon als Jugendliche wie besessen und steht auch heute noch um vier Uhr in der Früh auf, um ihre Gedanken handschriftlich zu Papier zu bringen. Mit „Der japanische Verlobte“ gelingt es Nothomb, ihre Liebe für das Land des Lächelns auf den Leser zu übertragen. Ihre Anekdoten sind wunderbar leicht, humoristisch und durchweg unterhaltsam. Mehr noch: Der Leser baut selbst eine Bindung zu Rinri auf und hat schließlich das Gefühl, ihn wirklich zu kennen. Der Roman ist eine der schönsten Liebeserklärungen an Japan, die es gibt, ohne dabei zu idealisieren.
Autor:
Lektor: Aylin Hoffmann /  Tuulikki
Datum d. Artikels: 01.06.2014
Bildcopyright: Diogenes


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