Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Gigantische Wale am Nachthimmel, Clans, die um die Vorherrschaft kämpfen - all das sind Elemente des Fantasy-Romans "Die Clans von Tokito" von Caroline Brinkmann. Im Interview sprechen wir mit der Autorin über Freund und Feind und welchem Clan sie sich anschließen wollen würde.

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Der Windel-Samurai: Mein verrücktes Familienleben in Japan
 

Elternzeit, Mutterschaftsurlaub oder Erziehungsurlaub. All diese Ausdrücke sind für uns ein Begriff, der üblich ist – selbst wenn Männer davon Gebrauch machen. Auch die Nutzung dieser Freistellung von der Arbeit ist in Deutschland gang und gäbe. Aber wie sieht das wohl am anderen Ende der Welt aus und mit welchen Konsequenzen?
Inhalt Susanne Steffens ist eine gewöhnliche Frau und so gestaltet sich auch ihr Leben. Bis sie Ryonosuke kennenlernt. Die beiden verlieben sich ineinander und heiraten schließlich, wenn auch nicht ganz zur Freude ihres Vaters, der dieser ganze multikulturelle Idee irgendwie noch etwas besorgt entgegenblickt. Aber das alles hindert die beiden nicht daran, als glückliche Familie auch Kinder in diese Welt zu setzen. So weit ist das ja auch nichts ungewöhnliches. Auch wenn Susanne ihre Arbeit sehr mag, weiß sie doch, dass von ihr in der japanischen Gesellschaft, die nun einmal ihre Wahlheimat ist, von ihr erwartet wird, nun erst einmal voll und ganz für die Familie da zu sein.
Allerdings ist die Entscheidung, die Ryonosuke dann trifft, alles andere als üblich für einen japanischen „Salaryman“. Als er nämlich von der Schwangerschaft erfährt, beschließt er kurzerhand, selbst Erziehungsurlaub zu nehmen, damit seine Frau auch weiterhin in ihrem Beruf arbeiten kann.
Dabei sind in Japan die Rollen eigentlich klar verteilt: Die Frau kümmert sich um Haushalt und Kinder und der Mann bringt das Geld nach Hause. In Extremfällen kann es sogar passieren, dass die Kinder ihren Vater nie richtig kennenlernen, da dieser selten daheim ist.

Ryonosuke will das allerdings nicht und als er seiner Arbeitsstelle, dem Tokyoter-Rathaus, von seinen Plänen erzählt, sind diese alles andere als begeistert, müssen ihn allerdings gewähren lassen.
Doch irgendwie ist alles nicht so einfach, wie es sein sollte. Ryonosuke gewöhnt sich zwar recht schnell an die Rolle des Vaters und hat auch sichtlich seinen Spaß daran, den Haushalt zu schmeißen, doch andere sehen ihm eher argwöhnisch entgegen.
Die Mütter aus der Babyschwimmgruppe trauen ihm nichts zu und er kommt auch nicht so richtig in Kontakt mit ihnen. Sei es das richtige Anziehen des Kindes oder das Füttern, man traut einem Mann und vor allem einem japanischen, die Kindererziehung nicht wirklich zu. Doch neben den Müttern lernt Ryonosuke auch andere Menschen kennen, denen er ohne Erziehungsurlaub wahrscheinlich nie begegnet wäre. Seien es Palastwachen des Tennos, ungläubige Väter aus der Nachbarschaft oder die neuen Nachbarn, denn auch das Haus will größer werden. Jedes Mal, wenn er jemanden neuen trifft, muss er seine Geschichte von vorn erzählen, wie er sich gegen den Verwaltungsapparat durchgesetzt hat und jetzt das Vatersein genießt.
Auch wenn sein Weg als einsamer Vertreter seiner Art nicht immer einfach ist, so lässt sich Ryonosuke von dem einen oder anderen Rückschlag nicht beirren. Er kennt seinen Weg und den wird er auch gehen. Der Weg des Windelsamurai.
Der Windel-Samurai: Mein verrücktes Familienleben in Japan
 
Autor:Susanne Steffen
Seiten:256
Verlag:rororo Verlag
Erschienen:01.08.2013
ISBN:9783499620294
Preis:8,99 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Erzähltes Leben, Japan

Fazit Susanne Steffens ist von Beruf Journalistin. Dank ihrer Arbeit konnte sie auch als „Alleinverdienerin“ viel daheim sein und ihren Mann, neben ihrer Arbeit dabei beobachten, wie er seine Rolle als Vater bewältigt. Mit viel Herz und Humor erzählt „Der Windelsamurai“ eine Geschichte, die in Deutschland vielleicht kein großes Aufsehen erregen würde, in Japan dagegen tatsächlich ein Präzedenzfall war. In diesem Buch findet sich viel von der japanische Kultur wieder, Denkweisen und vielleicht auch das eine oder andere Vorurteil zwischen Deutschland und Japan, sowie Männern und Frauen.
Autor: /  Celest_Camui
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 23.10.2014
Bildcopyright: rororo Verlag


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