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"DanMachi - The Movie - Arrow of the Orion" kommt zwar nicht in die Kinos, dafür aber zu euch nach Hause...!

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Chinakinder
 

Dass nachfolgende Generationen andere Wege beschreiten als ihre Vorgänger, ist für viele nicht ungewöhnlich. Doch in manchen Kulturen verhält sich dieser Rhythmus anders. So erlebt Chinas Gesellschaft durch die Jugend gerade einen, wenn auch noch stillen, Umbruch.
Inhalt Was kommt einem bei dem Thema „China“ als erstes in den Sinn? Oftmals fallen Begriffe wie „Billigware“, „Umweltverschmutzung“ und „Zensur“. An politisches Engagement, Selbstverwirklichung und Öko-Landwirtschaft denkt zunächst wohl kaum einer. Das ist auch wenig verwunderlich bei den Nachrichten, die aus China ins Ausland schwappen.

Und doch gibt es sie: die stillen Rebellen.

Chinas Jugend ist unumstritten anders als ihre Vorgängergenerationen. War es noch für die Eltern der heute Zwanzig- bis Anfang Dreißigjährigen am wichtigsten, einen Ehepartner zu ergattern und gutes Geld zu verdienen, liegen die Werte ihrer Kinder inzwischen ganz woanders. Das liegt zum einen daran, dass sie Zustände wie Hungersnot und Vertreibung kaum kennengelernt haben, sondern teilweise sogar im Überfluss aufgewachsen sind. Ein anderer wichtiger Aspekt ist das Internet sowie Austauschsemester, durch welche die chinesische Jugend völlig neue Eindrücke erhält und sieht, was außerhalb ihrer Landesgrenzen möglich ist.

Die chinabegeisterten Autoren Sonja Maass und Jörg Endriss sind quer durchs Land gereist und haben viele verschiedene junge Chinesen interviewt – 30 dieser daraus resultierenden Portraits sind in „Chinakinder“ zusammengefasst worden. Da gibt es die junge Studentin, die sich für Frauenrechte einsetzt, den Punk mit dem Tattoostudio, das Mädchen ohne Papiere, das ihr Leben lang darum kämpft, vom Staat anerkannt zu werden, oder das Mädchen aus der Provinz, die sich mit dem Verkauf von Kosmetika im Internet eine eigene kleine Existenz aufbauen möchte. Es gibt die Aktivistin, die sich gegen den familiären Heiratsdruck auflehnt, die Rucksackreisende, die alleine durch Tibet gewandert ist, und die Heimunterrichtskommune, die ihren Kindern den hohen Leistungsdruck staatlicher Schulen ersparen möchte. Darüber hinaus ist ein gesonderter Abschnitt Hongkong und Taiwan gewidmet.

„Chinakinder“ ist nicht nur ein besonderes Länder-, sondern vor allem auch ein sehr faszinierendes Generationsportrait. Vorkenntnisse über diese Kultur sind nicht notwendig, da die Autoren auch für Neulinge die kulturellen Eigenheiten sehr verständnisvoll erklären. Zudem folgt am Ende des Buches noch ein umfangreiches Glossar. Wer China einmal aus einer ganz unbekannten Perspektive sehen oder wissen möchte, wie junge Menschen anderswo leben, für den ist „Chinakinder“ auf jeden Fall zu empfehlen!
Chinakinder: Moderne Rebellen in einer alten Welt
 
Autor:Jörg Endriss, Sonja Maass
Seiten:416
Verlag:Conbook Verlag
Erschienen:30.03.2017
ISBN:9783958891371
Preis:12,95 €
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Genre:Erzähltes Leben, China

Fazit Sonja Maass, Jahrgang '76, studierte in Hamburg Sinologie und arbeitete für mehrere Jahre an Hochschulen in China und Taiwan. Jörg Endriss, Jahrgang '73, studierte in London Politik und Volkswirtschaft und bereiste China erstmals Mitte der Neunziger. Beiden Autoren ist mit „Chinakinder“ ein kultureller Austausch gelungen, der Nachahmer sucht.
Zu erwähnen sei auch, dass der Preis von 12,95 Euro für ein Buch mit rund 400 Seiten extrem fair ist – davon können sich so manch andere Verlage eine Scheibe abschneiden.
Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 18.07.2017
Bildcopyright: Conbook


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