Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Und auch dieses Jahr hat unsere Redaktion keine Mühen gescheut, euch ihre Highlights des ausklingenden Jahres 2018 zu präsentieren und damit dem einen oder anderen vielleicht einen Denkanstoß zu geben, was er seinen Liebsten zu Weihnachten unter den Baum legen könnte...!

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Forest
 

In einer Welt, in der immer mehr Platz für die steigenden Bevölkerungszahlen geschaffen werden muss, gehen viele Dinge unter. Der größte Verlust ist unsere Natur - das, was vor uns da war, neben uns in Koexistenz lebt und auch nach uns noch da sein wird. Zum Glück gibt es Menschen, die unsere stillen Nachbarn in grün nicht ganz vergessen haben.
Inhalt Dreihundert Jahre alt war Frank, ein Feigenbaum (Ficus hookeriana Corner), der im chinesischen Dorf Xialiu verwurzelt war – ein Zeitraum, den wir Menschen uns unmöglich vorstellen können. Nun sollte das Dorf für einen Staudamm weichen. Für die Menschen, die dort lebten, sicherlich ein Chaos an widersprüchlichen Emotionen und zuoberst das Gefühl entwurzelt zu werden. Doch was bedeutete das für den Baum Frank? Zehntausend Dollar gab ein in der Nähe befindliches Hotel für den Feigenbaum aus und siedelte ihn um. Wer weiß, wie Bäume nach ihrer Umsiedlung aussehen und wie schwer es für sie ist, sich an die neuen Begebenheiten zu gewöhnen, kann sich leicht vorstellen, dass Frank nicht lange nach der Umsiedlung starb. Gartenpflanzen sind daran gewöhnt, sich an neue Umgebungen und Temperaturen anzupassen und ihre Wurzeln treiben nicht so tief, dass eine Umsiedlung ihnen Schaden zufügt. Die meisten Bäume sind allerdings gebunden an ihren Ort. Eine Umsiedlung bedeutet meist den Tod, wenn das Klima nicht passt und wenn sich nicht um den Baum gekümmert wird. Frank ist neben vielen anderen Bäumen ein solches Opfer.
 
Yang Wang Preston zeigt in ihren Bildern eine Zukunft auf, in der Bäume für Städte nur zum Ansehen hergerichtet wurden wie Tiere im Zoo. Verkrüppelt, zu einer Kunstform degradiert, wo einst die Schönheit der Natur innewohnte, werden sie in winzigen Rasenflächen dazu gezwungen, in einer Welt aus Beton zu überleben. 
 
Neben diesen grausamen Realitäten finden sich jedoch auch Zeugnisse der Hoffnung: Baumtransplantationen für die Renaturierung (die Natur soll an diesen Ort zurückkehren) oder grünes Gewebe, mit dem beispielsweise ein Steinbruch abgedeckt wird. Gerade letzteres wird verwendet, um etwas Unnatürliches abzudecken oder das darunterliegende Wachstum zu schützen. Während dieses Prozesses gibt es Typen des grünen Gewebes, die sich nach und nach zersetzen, in Konfetti auflösen und dann verschwinden, damit darunter die Natur zurückkehren kann.
Forest
 
Autor:Yang Wang Preston
Seiten:128
Verlag:Hatje Cantz
Erschienen:01.05.2018
ISBN:978-3775743754
Preis:39,54 €
 
Genre:Erzähltes Leben, Bildband, Hobby

Fazit Wie die Fotografin selbst in einem Interview sagte, ist eine Umsiedlung der Bäume immer ein zweischneidiges Schwert: „Man erschafft etwas und zur gleichen Zeit zerstört man zweifellos etwas an einer anderen Stelle.“ Geprägt von Franks Geschichte hat Yang Wang Preston, Doktor der Fotografie, über mehrere Jahre hinweg die Verwurzlung von Bäumen und deren Überleben oder Sterben in China beobachtet und dokumentiert. Auch wenn in ihren Bildern kaum oder nur wenige Menschen zu sehen sind, zeigt sie auf, was Migration für Mensch und Baum gleichermaßen bedeuten kann.
 
Neben dem Forest-Projekt gibt es von ihr noch die Projekte „Mother River“ und „He-River-Together“, die unter anderem auf die Auswirkungen der Industrialisierung hinweisen. „Mother River“ erscheint laut Pressemitteilung im Oktober 2018 ebenfalls beim Hatje Cantz Verlag.
Autor:
Lektor: Anja Matter / Cami
Datum d. Artikels: 19.07.2018
Bildcopyright: Hatje Cantz Verlag GmbH


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