Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Nicolas Chauvat hat uns zum Erscheinen seines Ratgebers "Genki: Die 10 goldene Regeln aus Japan" Rede und Antwort gestanden. Erfahrt in unserem Interview, warum er sich entschieden hat, dieses Buch zu schreiben und woher seine Leidenschaft für das Land der aufgehenden Sonne rührt!

Weiterlesen

Aktuell in Japan:
07.07.: Sternenfest (tanabata matsuri) (landesweit) | 19.07.: Tag der Marine (landesweit) | 16.07. - 24.07.: Kyôtô - Gion Matsuri (regional) | 24.07. - 25.07.: Tôkyô – Tenjin Matsuri (regional) | 06.08.: Hiroshima – Friedensfest (heiwa matsuri) (regional)
Twittern" title= Auf Facebook teilen

Jeju Island
 

Ob einheimisch oder fremd – Oksun Kim porträtiert sie alle: Die Bäume auf Jeju Island.
Inhalt Jeju ist eine Insel an der südlichsten Spitze Koreas gelegen. Ihre Größe beträgt 1.848 Quadratkilometer und die Einwohnerzahl liegt bei 587.200. Mit ihrer faszinierenden Landschaft und einem gemäßigtem Klima ist die vulkanische Insel ein beliebtes Reiseziel in der Region. Heute zählt sie sogar zum UNESCO Weltnaturerbe.

In der Vergangenheit wurde Jeju Island von verschiedenen Völkern kontrolliert, so von der Goryeo Dynastie, den Mongolen, der Joseon Dynastie und den Japanern. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wanderten viele Bewohner Jejus nach Osaka aus. Grund hierfür war der magere Boden, der für Bauern oftmals nicht genug Ernteerträge abwarf und Landwirtschaft war zu damaligen Zeiten eine der wenigen Möglichkeiten, sein Einkommen zu bestreiten. Nach der Teilung Koreas in Nord und Süd, zerstörerischen Aufständen auf Jeju Island und der Asia-Finanzkrise von 1997, versuchte man, den Tourismus auf die Insel zu bringen. Hierfür gab es Begünstigungen im wirtschaftlichen Faktor wie auch im ökonomischen und so, wie es fremde Menschen gab, die sich auf Jeju niederließen, wurden überall auf der Insel ebenfalls artenfremde Bäume gepflanzt.

Den Bäumen auf Jeju, ob einheimisch oder fremd, hat sich die Fotografin Oksun Kim gewidmet. Da Kim zuvor viel mit Portrait-Fotografie gearbeitet hatte, ist sie bei diesem Projekt ähnlich vorgegangen. Das Resultat ist eine Vielzahl von Aufnahmen von Bäumen, die ganz natürlich in ihrer jeweiligen Umgebung porträtiert worden sind, ohne zusätzlicher Beschönigung. Vielmehr ging es Kim dabei um die Präsentation der Bäume an ihrem jeweiligen Standort: Der alten Palme im Hinterhof, dem Kaktus am Hauseingang, dem knorrigen Baum dicht bei einer Steinmauer stehend und einer Wäscheleine im Hintergrund oder Bäumen am Wegesrand, durch deren Baumkronen Stromleitungen führen. Die Bäume befinden sich alle in unterschiedlichen Zuständen: Manche scheinen halb verdorrt, manche stehen stark windschief, andere haben eine asymmetrische Wuchsform und manche sind tot.

Es sind allesamt sehr natürliche Aufnahmen, ohne die Hervorhebung einzelner Elemente oder Eigenschaften der Bäume. Aufgrund dieser Natürlichkeit bietet der Bildband dem Betrachter die Möglichkeit, alles aus einer anderen, vielleicht ungewohnten Perspektive zu betrachten. Es gibt hierbei kein „richtiges“ oder „falsches“ Entdecken, sondern nur Entdecken.
Jeju Island
 
Autor:Oksun Kim
Seiten:180
Verlag:Hatje Cantz
Erschienen:26.06.2018
ISBN:9783775744577
Preis:45,00 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Kunst, Bildband, Korea

Fazit Oksun Kim lebte zuvor in Südkoreas Hauptstadt Seoul, bevor sie mit ihrem deutschen Ehemann nach Jeju Island zog. Ihren Durchbruch als Fotografin erlangte sie mit ihrem Projekt „Happy Together“ in 2002, welches Paare, bestehend aus westlichen Männern und asiatischen Frauen, abbildet. Generell sind Themen, die noch heute von vielen südostasiatischen Kulturen als befremdlich empfunden werden, weil sie nicht den gängigen Standards entsprechen, immer wieder in ihren Arbeiten zu finden. „Jeju Island“ reiht sich in dieses Themengebiet ein, macht jedoch den Unterschied, dass diesmal keine Menschen im Fokus der Bilder stehen.
Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 20.08.2018
Bildcopyright: Oksun Kim, Hatje Cantz


X