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Die Französin, die Geisha werden wollte
 

Eine Anleitung, um eine Geisha zu werden? Das ist dieses Buch nicht. Nein, hier geht es um die Geschichte zweier Menschen. Die sich finden, verlieren und versuchen, im großen Japan, gefangen zwischen Tradition und Moderne, einander wiederzufinden.
Inhalt
Schon in sehr jungen Jahren erkennt Pam ihre Liebe zum traditionellen Japan und entwickelt eine regelrechte Fernostmanie. Gegen die vorherrschende Grunge-Mode stemmt sich das zarte Mädchen mit schwarzem Lidstrich, schwarz gefärbten Haaren und weniger nach Rebellion schreiender Kleidung als andere Altersgenossinnen. Durch Zufall schlägt sie in ihrer Universität aus Langeweile das Buch „Die Geisha“ auf und erlangt absolute Erleuchtung:
Pam will eine Geisha werden!
 
Doch der Weg dahin ist nicht nur schwer, sie hat auch keine Ahnung, wie sie überhaupt beginnen soll – eine Ausbildung gibt es in ihrem Land nicht. Dennoch gibt sie ihre Lehre zur Direktionsassistentin auf und fängt an, im Restaurant „Yakitori“ zu arbeiten. Zum Bewerbungsgespräch geht sie im blauen Kimono und bald kommt die ganze Stadt Melun-Sénart ins Restaurant, um Pam in ihrem Amateur-Geisha-Outfit zu bewundern.
 
Die Fassade scheint ihr jedoch nicht nur zu gelingen, sie legt auch Beharrlichkeit und Demut an den Tag und erringt so die Aufmerksamkeit des Japaners Dr. Atsura. Dieser führt sie recht bald in die wahren Künste ein und neben Stunden in Kalligraphie und Ikebana bekommt Pam ebenfalls die Gelegenheit, in einem Japanladen die Bonsai zu pflegen. Alle ihre Träume scheinen in Erfüllung zu gehen...bis eines Tages ein echter Samurai ihren Laden betritt...
Die Französin, die Geisha werden wollte
 
Autor:Isabelle Artus
Seiten:288
Verlag:Piper Verlag
Erschienen:19.03.2018
ISBN:9783492058186
Preis:20,00 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Erzähltes Leben, Japan
Ursprungsland:Frankreich
Originaltitel:La petite boutique japonaise
Originalverlag:Flammarion
Erstveröffentlichung:2016

Fazit
Mit viel Liebe zum Detail und ausgeprägten Kenntnissen Japans beschreibt die Autorin geistreich, witzig oder nachdenklich den Lebensweg zweier Menschen, die ihren Platz im Leben suchen und sich dazu uralte, unantastbare Figuren aus der japanischen Geschichte zum Vorbild nehmen. Auch wenn sich Pam als Geisha zunächst absichtlich in das alte Rollenbild der Frauen drängen lässt, legt sie im Fortgeschehen eine solche Stärke und Entschlossenheit an den Tag, die der Autorin in ihren raschen Aufräumarbeiten über die Klischees einer Geisha zu Hilfe kommt.
 
Immer wieder wird darauf aufmerksam gemacht, dass eine Geisha keine Prostituierte ist; sie ist das respektable Symbol einer in der schnellen Welt der Moderne längst vergessenen Zeit, in der Kunst, Kultur, Tanz und die traditionelle Teezeremonie einen wichtigen Bestandteil im Herzen Japans ausmachten. Wer gern mehr über diesen Teil der Kultur Japans erfahren möchte und Liebesgeschichten mag, dem ist dieses Werk wärmstens zu empfehlen.
Autor:
Lektor: Kathia Krüss
Grafiker: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 16.10.2018
Bildcopyright: Piper Verlag, Gallimard Ltée, GGP Media GmbH


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