Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

Die Vorfreude der Amuro-Fans ist groß: Endlich gibt es den gutaussehenden jungen Mann, der nicht nur ein Geheimnis verbirgt, in Großaufnahme auf den deutschen Kinoleinwänden zu sehen. Ob sich der Besuch im Kino lohnt, verraten wir euch hier, denn wir durften bereits im Vorfeld in die deutsche Version eintauchen.

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Aktuell in Japan:
07.07.: Sternenfest (tanabata matsuri) (landesweit) | 19.07.: Tag der Marine (landesweit) | 16.07. - 24.07.: Kyôtô - Gion Matsuri (regional) | 24.07. - 25.07.: Tôkyô – Tenjin Matsuri (regional) | 06.08.: Hiroshima – Friedensfest (heiwa matsuri) (regional)
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Cool Japanese Men
 

Japanische Männer werden cool. Der anzugtragende Büroangestellte erfindet sich mit Schönheitsbehandlungen und business-fashion neu. Loyale Angestellten-Soldaten werden als coole, aufmerksame Väter wiedergeboren. Hip Hop ist genauso männlich wie Kampfkunst. Könnte es sogar cool sein, wenn mittelalterliche Männer Idols im Teenageralter vergöttern?
Inhalt Was macht einen Mann zu einem Mann? Dürfen sie auch ihre weiche, vielleicht sogar ihre feminine Seite zeigen? Und wie passen Frauen in dieses Bild?
In dem zweiten publizierten Band der Fakultät für Japanische Studien in Cambridge, stellen sich die Autoren dieser und einiger weiterer Fragen anhand verschiedener Beispiele, die aufzeigen, dass es „den Mann“ eigentlich gar nicht gibt.

So kristallisiert sich etwa im Kapitel „Ikumen“ heraus, wie selten es nach wie vor ist, dass Männer wirklich aufmerksame Väter sind, während gleichzeitig das Ideal das „soften und aufopfernden Vaters“ in Zeitschriften und Serien erzeugt wird.
Im Kapitel „How to Become a Beautiful and Attentive Businessman“ erfährt der Leser dann,


wie der Mann – speziell der Büroangestellte – von heute auftreten soll: zwar gepflegt, aber auf gar keinen Fall darf er zu feminin werden. Erreicht werden beide Ziele (ein guter Vater und ein toller Angestellter zu sein) dadurch, die Sprache und Denkweise so hinzubiegen, damit es einfach cool ist und ja eigentlich immer schon so gewesen ist.

Im vierten Kapitel erzählt der Autor von seinen Erfahrungen in einem Hip Hop Club an einer Japanischen Universität, und arbeitet dabei die starken Kontraste zwischen männlichen und weiblichen Tänzern heraus. Dabei sticht besonders ein krasser Unterschied zwischen der privaten und der öffentlichen Sphäre hervor.
Daran schließt auch gleich das letzte Kapitel an, in welchem es um eine der wohl bekanntesten Idol-Groups Japans geht: AKB48. Anhand der verquerten Denkweise und Inszenierung der -meist jugendlichen – Idols, wird deutlich, wie Männlichkeiten nur in Relation zu Weiblichkeiten erzeugt und erhalten werden können.

Durch die einzelnen Artikel ziehen sich einige rote Fäden, auf denen die Autoren stets zurückkehren. So können viele gesellschaftliche Muster bis in die Nachkriegszeit zurückverfolgt werden und deuten so auf eine „historische Gewordenheit“ der krassen Dichotomie zwischen Mann und Frau in Japan hin.
Gleichzeitig zeigen die einzelnen Kapitel ebenfalls, dass die Gesellschaft im Wandel begriffen ist und es gerade diese Felder der Popularkultur sind, die neue Wege öffnen können.

Cool Japanese Men: Studying New Masculinities at Cambridge
 
Autor:Brigitte Steger, Angelika Koch (Hg.)
Seiten:234
Verlag:Lit Verlag
Erschienen:24.11.2017
ISBN:9783643909558
Preis:22,90 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Japan, Wissenschaft/Forschung

Fazit In fünf vollkommen unterschiedlichen Artikeln zeigen die Autoren ein breites Spektrum an Männlichkeiten auf, enthalten sich dabei aber auch jeglicher Bewertung. Da die einzelnen Kapitel auf eigens angestellten Recherchen im Internet und vor Ort basieren, entsteht ein Naheverhältnis zu den einzelnen Realitäten, in denen sich Männer und Frauen in Japan tagtäglich bewegen. Zwar ist das Buch momentan nur auf Englisch verfügbar, doch sind die Artikel recht gut verständlich und enthalten sich der Verwendung von Fachbegriffen, wodurch der Einstieg leicht fällt.
Ein wirklich gutes Buch für alle, die sich für das soziale Gefüge Japans interessieren.

Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 10.06.2019
Bildcopyright: ©LIT


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