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Teruko Yokoi: Tokyo - New York - Paris - Bern
 

Die Reise in die Unbekannte als Versuch, alle Traditionen zurückzulassen, ohne es jedoch jemals wirklich loslassen zu können. Inmitten der Gesellschaft doch stets am Rand zu stehen, nur um gleichzeitig aufzuzeigen, dass es Geschichten gibt, an die keiner denkt. Dies ist die konkrete Abstraktion von Teruko Yokoi.
Inhalt "Alles was ich anfassen kann, kann ich auch malen.", diese Aussage der Künstlerin Teruko Yokoi beschreibt ihr Werk besser, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. 1924 in Nagoya geboren, erhält sie bereits früh Unterricht in Kalligraphie und Malerei, bis ihr Weg sie über den Atlantik, nach New York führt. Dort lernt sie große Künstler ihrer Zeit kennen, die, wie auch die traditionellen japanische Wandschirme, großen Einfluss auf ihr Schaffen haben. Der Abstrakte Expressionismus, der das Gegenständliche immer weiter in den Hintergrund rückte, sollte ein ebenso großes Element in Yokois Gemälden werden, wie traditionelle japanische Gedichte, Waka genannt.
Text und Bild gehen oftmals ineinander über, bedingen einander, und ergeben eine ganz eigene Kreation, die stets mit Qualitäten spielt: Offenbarung und Bedrohung, Stärke und Schwäche.

Diese Dualitäten prägten auch das Leben der Künstlerin selbst, die zwar im Kreise der großen Namen aufgenommen und geschätzt wurde, jedoch nie ihren Weg in die Galerien fand. Über Umwege, die sich auch in den Brüchen und Kontinuitäten ihrer Werke zeigt, gelangte Yokoi schließlich in Bern, wo sie nun seit fast fünf Jahrzehnten lebt. Bis heute verhandelt Yokoi die Fragen nach Tradition, Ideal und Verunsicherung.
Eine Diskussion, die nichts an Aktualität verloren hat - eher im Gegenteil.

Teruko Yokoi: Tokyo - New York - Paris - Bern (Zeitgenössische Kunst)
 
Autor:Jean-Francois Chevrier, Anke Kempkes, Osamu Okuda, Anuschka Roshani, Kuniko Satonobu Spirig, Nina Zi
Seiten:164
Verlag:Hatje Cantz
Erschienen:30.01.2020
ISBN:9783775746823
Preis:0,00 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Kunst, Bildband

Fazit Der Band, der mit vielen Fotografien aus dem Leben der Künstlerin und Abbildungen ihrer Werke aufwartet, gibt einen guten Überblick über eine frühe Periode ihres Schaffens. Es sind überraschend viele Texte vertreten, die auf Deutsch und Englisch abgedruckt sind. Trotz der Menge scheint sich Yokois Kunst dem Verständnis des Lesers etwas zu entziehen. Womöglich liegt dies aber auch daran, dass die Künstlerin selbst eher nach ihren Gefühlen und ihrer Intuition malt, als lange Theorien zu entwickeln.
Besonders spannend ist das Interview mit Teruko Yokoi, die auch an der Ausstellung, zu der dieser Band erschien, mitgearbeitet hat. Nach einer Reihe hoch komplexer Texte, die ihre Werke als Supplement beschreiben - einem Begriff, der stark aufgeladen ist - eine erfrischende Erfahrung, die vor allem zeigt, dass man bei der Interpretation von Kunst auch einfach mal alle Theorien beiseite lassen kann.

Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 30.03.2020
Bildcopyright: Teruko Yokoi, Hatje Cantz Verlag


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