Animexx - Verein der Anime- und Mangafreunde e.V.

In einer Welt, in der Kriege durch den Einsatz von gewaltigen Drachen entschieden werden, gibt es nur einen einzigen Weg, diese Herren der Lüfte zu besiegen: Man muss ihnen auf den Zahn fühlen.

Weiterlesen

Aktuell in Japan:
22.10.: Kyôtô – Fest des Zeitalter (jidai matsuri) (regional) | 03.11.: Tag der Kultur (bunka no hi) (gesetzlich) | 03.11.: Hakone – Umzug der Feudalherren (hakone daimyo gyoretsu) (regional) | 15.11.: Sieben-Fünf-Drei (shichi go san) (landesweit) | 23.11.: Arbeits- und Erntedank-Tag (kinro kansha no hi) (gesetzlich)
Twittern" title= Auf Facebook teilen

ex - Taro Izumi
 

"Es ist nicht wirklich interessant, eine Ausstellung mit dem Ziel zu planen, Kunst zu machen. Mich interessiert eher das, was im Zusammenhang der Planung einer Ausstellung ganz zufällig zu Kunst wird. Eigentlich sollte man immer versuchen, keine Kunst zu machen." - Taro Izumi
Inhalt Was ist Kunst? Wie können Ideen und Konzepte greifbar und erfahrbar gemacht werden? Wo liegen die Grenzen, wo die Möglichkeiten?
All dies sind Fragen, die einem bei der Auseinandersetzung mit der Kunst Taro Izumis beinahe schon nebenbei kommen. Der Künstler, der zunächst Ölmalerei studierte, stellt sämtliche etablierten Genres und Regeln in Frage, indem er den Alltag entfremdet, neu verortet und doch immer eine, beinahe schon unangenehme, Nähe belässt, die den Betrachter unbefriedigt zurücklässt. Anders als viele Künstler schließt Izumi das Publikum aus, setzt es dem Prozess, als den er seine Kunst betrachtet, aus und stellt damit auch die Institution Museum selbst in Frage.

Das Bekannte wird "auf falsche Weise umfunktioniert" und richtet sich gegen soziokulturelle Konventionen. All dies macht es schwer, seine Kunst zu verorten: Er denkt seine Werke nicht zu Ende, wodurch er sich der exakten Definition eines Konzeptkünstlers entzieht und auch mit anderen zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern hat er wenig gemein. Es ist, als wolle Izumi sich bewusst aller Bezeichnungen entziehen zu wollen und eröffnet so ein weites Feld an Möglichkeiten - sowohl für Künstler als auch für Betrachter.

ex
 
Autor:Taro Izumi
Seiten:336
Verlag:Hatje Cantz
Erschienen:16.09.2020
ISBN:978-3775747363
Preis:40,00 €
Bestellen: Bei Amazon...
 
Genre:Kunst, Bildband

Fazit Der Katalog, der eigens für die Ausstellung im Basel Museum Tinguely zusammengestellt wurde, ist eine Besonderheit in sich. So gibt es etwa keine Seitenzahlen, die Abschnitte werden in cm gemessen. Auch kann der Band horizontal als auch vertikal gelesen werden, die Texte laufen beinahe durch und wirken, als ob man ohne Rücksicht auf Verluste das Papier zugeschnitten hätte.
Diese Formatierung als solche passt sehr gut zu Izumis Werken, die in ihrer spielerischen und beinahe schon willkürlichen Art dem Zufall Raum lassen und zu Überraschungen einladen, von denen es in der Kunst nie genug geben kann. Es ist nicht zuletzt eine Einladung, Dinge auch einmal anders zu betrachten. Der große Bildteil in der Mitte des Kataloges gibt einen wunderbaren Eindruck der einzigartigen Ausstellung, in der Izumis große Videoinstallationen auch räumlich ausgemacht wurden.
Ergänzt wird dies durch ein Interview zwischen dem Architekten der Ausstellung und dem Museumsdirektor, welches spannende Perspektiven eröffnet. Ein Band, der ein wenig zum Träumen einlädt.

Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 21.09.2020
Bildcopyright: Basel Museum Tinguely/Taro Izumi/Take Ningawa Gallery/Galerie G-P & N Vallois


X