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Avantgarde Männersache? Künstlerinnen im Japan der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts
 

Welche Rolle spielen Frauen in der Kunst? Welchen Beitrag leisteten sie in den Gruppen der Avantgarde? Und welchen Umständen war es geschuldet, dass sie, trotz ihrer Bedeutung, weitestgehend in Vergessenheit geraten sind?
Inhalt Das Ende des Zweiten Weltkriegs, in Japan durch den Abwurf zweier Atombomben um ein Vielfaches verschärft, markiert einen krassen gesellschaftlichen Umbruch. Herrschte zunächst eine Art Auf- und Umbaustimmung, so änderte sich dies recht bald und kehrte vielfach in alte Formen zurück. Darunter litten vor allem Frauen, die nun wieder vermehrt aus der Arbeits- und Kunstwelt vertrieben wurden. Hinzu kam noch eine Reduzierung von beinahe der Hälfte der Bevölkerung auf ihre biologischen Gegebenheiten.
Ein Mann wurde anhand seiner Leistungen bewertet, eine Frau zusätzlich noch nach dem Maß an "Weiblichkeit".
Dieser Umstand spiegelt sich auch in der Rezeption der damaligen Künstlerinnen wider, von denen es bereits nicht viele gab. Und jene, die sich in irgendeiner Form durchsetzen konnten, wurden zumeist am Rande erwähnt oder stets mit männlichen Künstlerkollegen verglichen. Noch stärker spürten dies jene Frauen, die sich in den avantgardistischen Gruppen bewegten. Wollten sie abseits der, für Frauen "erlaubten" Bahnen, Anerkennung finden, so wurde ihnen vielfach ihre "Weiblichkeit" abgesprochen, welche jedoch ebenso wenig definiert wurde wie "Männlichkeit". Interpretationen fanden also zumeist im Kontext des Geschlechts statt, wodurch gerade in der avantgardistischen Bewegung viele Aspekte verloren gingen. Fast schien es, dass Frauen Sujets wie Spontanität, Gesellschaft und Kunst als solche nur am Rande kannten. Immerhin sind es ja "nur" Frauen...

Avantgarde Männersache? - Künstlerinnen im Japan der 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts
 
Autor:Maren Godzik
Seiten:255
Verlag:Iudicium
Erschienen:23.03.2006
ISBN:978-3891295953
Preis:25,00 €
 
Genre:Japan, Kunst, Wissenschaft/Forschung

Fazit Maren Godzik stellt die Frage nach den Rahmenbedingungen und sozio-politischen Gegebenheiten für die Wirkung weiblicher Künstler in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, die viel Zeit darauf verwendet, die langen Entstehungslinien zu verfolgen. So arbeitet sie strukturelle Faktoren, wie etwa die späte Etablierung von Kunstschulen für Frauen, heraus, und zeigt so auf, dass Kunst niemals ein abgeschlossenes System sein kann - wenn auch die Kunst, die hervorgebracht wird, augenscheinlich nicht darauf reflektiert. Vielleicht gilt diese Verwobenheit im Falle der Künstlerinnen der Avantgarde noch stärker, da sich ihnen Hürden auftaten, die ihre männlichen Kollegen so nie überwinden mussten.
Schade ist nur, dass es kaum Besprechungen zu einzelnen Werken gibt. Dies ist aber womöglich auch dem Umstand geschuldet, dass kaum welche erhalten blieben. Ein weiterer Punkt, weswegen die Rezeption dieser Künstlerinnen heute so spärlich ausfällt.

Autor:
Lektor: Anja Degenhardt
Datum d. Artikels: 28.10.2020
Bildcopyright: Iudicium Verlag GmbH


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